Neueröffnung
Zürcher Brauerei wird Designhotel
ZÜRICH. Schlafen im Kühlschiff, Baden auf dem Dach des Sudhauses: Das B2 Boutique Hotel + SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
weiter mit Mausklick... auf dem Züricher Hürlimann-Areal führt Gegensätze zusammen. Das im März 2012 eröffnete Haus ist ein Bestandteil der Umnutzungspläne für das fast 64.000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Hürlimann-Brauerei im Zentrum Zürichs.
Für die Innenarchitektin Ushi Tamborriello, die das Hotel zusammen mit Althammer Hochuli Architekten gestaltete, war der Umgang mit dem komplexen, denkmalgeschützten Gebäudebestand eine besondere Herausforderung – eine Expedition mit dem Ziel, aus dem vorgefundenen Historischen respektvoll etwas Neues zu erschaffen.
Spa auf dem Dach
51 Zimmer und neun Suiten, darunter acht zweigeschossige im Kühlschiff, bietet das B2 Boutique Hotel, dazu zwei Besprechungsräume, eine eindrucksvolle Lounge und eine Verbindung zum Thermalbad Zürich mit Schwimm- und Spabereichen in den Gewölbekellern und auf dem Dach.
Die Konzeption folgt den räumlichen und strukturellen Vorgaben des Bestands, bewusst historisch belassene Strukturen und traditionelle Materialien werden dabei mit modernen architektonischen Einschnitten kombiniert. So sind beispielsweise auch in den minimalistischen Designer-Suiten im Kühlschiff die Lamellenstrukturen der früheren Nutzung noch sichtbar.
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„Zusammen mit ausgewählten Fundstücken aus der Vergangenheit werden so Anklänge an die alte Brauerei geschaffen“, sagt die Innenarchitektin und Szenenbildnerin Ushi Tamborriello. Ein Wechselspiel zwischen Tradition und InnovationBezeichnung für die Suche nach Neuentwicklungen, Verbesserungen und Veränderungen der Unternehmensleistungen.
weiter mit Mausklick... durchzieht das ganze Haus.
Lüster aus Bierflaschen
Der Charakter passt zur Philosophie der „Hotels with a Bookmark“, einem Zusammenschluss mehrerer 3- und 4-Sterne-Häuser in und um Zürich, zu dem auch das B2 Boutique Hotel gehört. Schon in der weitläufigen Lobby begegnet man hier dem Ungewöhnlichen: Die drei überhöhten Kathedralfenster in der ehemaligen Sudhalle lenken den Blick des Gastes in die Tiefe des Raums hin zur Library Lounge.
Diese ist als elegante Bibliothek gestaltet. Rund 33.000 Bücher eines aufgelösten Antiquariats reihen sich hier an den Wänden des Raumes bis in schwindelnde Höhen auf. Jedes davon kann ausgeliehen werden, vor allem aber verweist auch diese Gestaltungsidee wieder auf die Geschichte des Ortes.
„Die Bücherinstallation bildet die Verbindung zur Blütezeit der Brauerei mit ihren bürgerlichen Werten wie der humanistischen Bildung ab“, so Tamborriello. Drei gewaltige Flaschenlüster sowie Regale und Wandfutter aus dunkler Räuchereiche lassen den Saal wirken, als sei er einem Schloss entsprungen.
Holzdielen individuell gestaltet
Holz in besonderen Farben zieht sich generell wie ein roter Faden durch das gesamte Hotel. „In der altehrwürdigen Brauerei verbietet sich der Gedanke an Teppichböden“, erläutert die Innenarchitektin den Hintergrund. „Holzböden schienen uns von Beginn an sehr viel geeigneter, um eine Brücke zur Geschichte des Hauses zu schlagen.“ Verwendet wurden dafür Eichendielen des Holzbodenspezialisten Wimmer, die mit ihrem lebhaften Maserungsbild einen rustikalen Charme verströmen.
Deren Farbe wurde in Zusammenarbeit mit der bayerischen Dielenmanufaktur individuell auf die verschiedenen Raumkonzepte abgestimmt. So wurde in der Library Lounge passend zu den Regalen und der gediegenen Atmosphäre eine sehr dunkle Räuchereiche verlegt. Für die hellen, lichtdurchfluteten Gästezimmer und für die Umrahmung der Teppiche auf den Fluren wurde stattdessen eine champagnerfarbene Nuance entwickelt. „Für den Boardroom im ersten Obergeschoss haben wir schließlich zum zentralen Lichtkörper aus Beton und den dominanten roten Textilien einen Eichenboden mit einem leichten Grauschimmer gesucht und gefunden“, erzählt die Gestalterin.
Lichtskulptur über mehrere Ebenen
Dieser größere der beiden Besprechungsräume des B2 Boutique Hotels ist Teil eines Kunstwerks, das sich durch das ganze Gebäude zieht: Über dem unregelmäßigen Vieleck des Konferenztisches erhebt sich ein kantig-gewundener Schacht aus Sichtbeton bis zum Dach. Fenster auf den Zimmergeschossen geben den Blick in das Innere der Lichtskulptur frei. Oben wird der verglaste AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
weiter mit Mausklick... vom Wasser des Schwimmbads umspült, Sonnenlicht projiziert das Wellenspiel in den Betonkörper und verbindet auf diese Weise Hotel und Bad, wie Tamborriello sagt: „Der Lichtkörper bildet so den modernen Kern innerhalb der gewachsenen Struktur des Sudhauses.“
Im Boardroom selbst schaffen schwere Wandbehänge aus rotem Samt zusammen mit dem braun-grauen Dielenboden und einem tief hängenden Flaschenlüster ein warmes Ambiente. Fenster öffnen den Blick in die Library Lounge und auf den dahinter liegenden Hochkamin des Industrieareals. So ist sogar in dieser eher futuristischen Konzeption auch immer die Historie der Brauerei präsent. red/beh






