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Teilsieg: Die Pro 7-Demos haben sich für Hoteliers gelohnt Foto: Archiv

Branchenpolitik

7 Prozent Mehrwertsteuer für die Hotellerie

30. Oktober 2009
von  

BERLIN. Der Kampf des Gastgewerbes hat sich zumindest für einen Teil gelohnt. Deutsche Hoteliers erhalten zum 1. Januar den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Der Beschloss von Union und FDP sorge für Zuversicht in einer von der Krise stark betroffenen Branche", erklärte DEHOGA-Präsident Ernst Fischer in Berlin. Die neue Bundesregierung verzichtet durch die Vergünstigung für Hoteliers auf Steuereinnahmen von rund 1 Mrd. Euro.

Fischer wertet den Beschluss der Koalitionsverhandlungen jedoch nur als "Teilerfolg". Die jetzt gefundene Lösung sei ein Kompromiss, so der DEHOGA-Präsident. Offensichtlich habe das Volumen der Steuermindereinnahmen mit Blick auf die Haushaltslage eine Reduzierung für das gesamte Gastgewerbe nicht zugelassen. Ob die Reduzierung für die Gastronomie komplett verworfen oder nur vertagt wird, klärt derzeit eine Expertenkommission in Berlin.

Was werden deutsche Hoteliers mit freigewordenen Mitteln anfangen? In einer  Blitzumfrage des Online-Reservierungsservices Hotel.de bei seinen deutschen Partnerhotels, haben mehr als tausend Hoteliers folgendermaßen geantwortet:
Mehr als zwei Drittel (68,04%) der Befragten planen, den zusätzlichen Freiraum für Re-Investitionen ins Hotel und für die Mitarbeiterqualifizierung einzusetzen. Weitaus geringer ist der Anteil der Hoteliers (15,9%), der durch die Steuersenkung fallende Zimmerpreise erwartet. Jeder sechste Hotelier glaubt, die Reform trage "zur Verbesserung der Kosten-und Ergebnissituation" bei.

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Leser-Kommentare zum Artikel (3)

Wiesler, Badenweiler
Wiesler, Badenweiler

16.01.2010 um 01:28

Betreff: MwSt-Senkung für Hotel etc.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Lohnsteigerungen seit 1995 in verschiedenen Berufsgruppen und dem öffentlichen Dienst zu errechnen. Da liegt man mit eignen 2 Prozent noch an der Untergrenze. Dann habe ich die Nettopreisentwicklung (auf MwSt-Erhöhung, Kurtaxenerhöhung und die Erhöhung des Fremdenverkehrsbeitrages habe ich ja keinen Einfluss) auf unserem Campingplatz seit Eröffnung im Jahr 1995 genaustens errechnet. Es ergab sich eine Erhöhung von knapp 1 % pro Jahr. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Energiekosten in den vergangenen 15 Jahren enorm gestiegen sind, kann man sich vorstellen, dass ein Hotel- und/oder Campingplatz mit einer nur 1 %igen Erhöhung pro Jahr minus macht.

 

Somit ist es wirklich verständlich, dass die Hotels/Campingplätze den jetzt erhaltenen "Bonus" nicht an den Gast weitergeben, sondern damit die erhöhten Kosten durch Lohnerhöhungen, Energiekosten etc. und notwendige, bisher zurückgestellte Investitionen ausgeben werden. Wir vermerken jedes Jahr so ziemlich die gleichen Übernachtungszahlen, durch die Preiserhöhungen bedingt auch ein Umsatzplus. Jedoch haben wir am Ende der Saison westenlich weniger Geld zur Verfügung als das Jahr davor. Die jedes Jahr steigenden Kosten (Energie, Müllabfuhr, Instandhaltung, Lohnerhöhung etc.) frissen jede Umsatzerhöhung wieder auf, wir machen keinen Gewinn. Im Gegenteil:  Das Minus am Jahresende trotz Umsatzplus ist ziemlich hoch.

Christian Schmidt, Frankfurt am Main
Christian Schmidt, Frankfurt am Main

17.11.2009 um 13:52

Betreff: Der Widerspruch mit den 7% MwSt.

Liebe Kollegen!

 

Meiner Ansicht nach ist dieses Geschwafel bzgl. den 7% MwSt. ein Widerspruch in sich... Einerseits möchte der DEHOGA den Standort Deutschland im Vergleich zu den meisten europäischen Nachbarländern konkurenzfähig machen, andererseits wird gesagt, dass mehr Kapital für z.B. Investitionen zur Verfügung stehen würde...

 

Den meisten Industriesparten geht es schlecht. Diese Firmen haben evtl. sogar eine Ratenvereinbarung mit einer bestimmten Hotelkette und evtl. sind sogar schon die Raten für das kommende Jahr vereinbart. Wenn jetzt die MwSt. auf 7% geändert wird, werden doch genau diese Firmen nicht akzeptieren, wenn sie zukünftig netto auch nur einen Cent mehr für das Zimmer zahlen als vor der Senkung.

 

Momentan versuchen alle Kosten zu sparen, da wird sich doch keiner drauf einlassen bei sinkenden Umsätzen zukünftig höhere reisekosten zu verbuchen... Lediglich bei individual Reisenden bzw. Gästen aus dem Ausland bleibt evtl. etwas mehr für den Hotelier...

 

Lieber DEHOGA, wird so der Standort Deutschland atraktiver bzw. konkurenzfähiger??? Ich glaube nicht... Wie alle wissen ist die MwSt. eh nur ein durchlaufender Posten, sprich man hat nicht mehr oder weniger Geld als vorher auf dem Konto.. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Hoteliers daran denken die Preise gleichbleibend zu lassen was widerum dem DEHOGA widerspricht... Also ehrlich gesagt ich weiss nicht was das alles soll...

 

Beste Grüße Christian Schmidt

Uwe Boos Neustadt an der Weinstrasse
Uwe Boos Neustadt an der Weinstrasse

31.10.2009 um 00:04

Betreff: Pro 7%

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, da ich mich von der ersten Stunde an für die Reduzierung der Mehrwertsteuer für das Deutsche Gaststättengewerbe engagiert habe, erlauben Sie mir eine persönliche Stellungnahme. Vor 3 Jahren bin ich mit einer öffentlichen Petition, die Mehrwertsteuer in der Gastronomie zu senken, in Berlin gescheitert. Selbst viele aus unseren eigenen Reihen haben nicht daran geglaubt überhaupt etwas erreichen zu können! Das hat sich nun grundsätzlich geändert! Ich möchte mich ausdrücklich bei allen Kollegen,bei unseren Mitarbeitern, bei den uns unterstützenden Gästen und Politikern, unseren Partnern von Industrie, den C&C Märkten und insbesondere bei unseren hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Geschäftsstellen für Ihr persönliches Angegement bedanken - Vielen, vielen herzlichen Dank! Die Entscheidung der neuen Regierungskoalition, die Mehrwertsteuer für die Hotelerie und Beherbungsbetriebe zum 01.Januar 2010 von 19% auf 7% zu senken ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dieser Schritt ist weder ein Grund zur Euphorie noch ein Grund zum Verzweifeln,er ist auch kein Teilerfolg, sondern lediglich ein Schritt in die richtige Richtung; ein Lichtschimmer am Ende des Tunnels. Unser gemeinsames Ziel ist und bleibt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die gesamte Branche; und dafür werden und müssen wir gemeinsam kämpfen.Der reduzierte Mehrwertsteursatz, ist meiner Meinung nach unbedigt erforderich. Es geht nicht darum höhere Gewinne zu erzielen,sondern es geht in vielen Fällen um die Existenz der Betriebe. Es geht um den Erhalt und die Neuschaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, nicht um Subventionen,sondern um gewinnträchtige Investitionen in die Zukunft. Dabei sollte der besondere Augenmerk auf die strukturschwachen Regionen gerichtet werden, die keine oder nur wenig Industrie haben und zum Großteil vom Tourismus leben. Hier geht es nicht nur um die Gastronomie, sondern um das Wohl und das wirtschaftliche Überleben einer ganzen Region. Ich bin mir dessen voll bewusst, das in dieser, wirtschaftlich sehr schwierigen Situation, Spielräume für Steuererleichterungen nur sehr schwer durchsetzbar, aber dennoch zwingend notwendig sind. Was ich persönlich nicht nachvollziehen kann und will, ist die Tatsache, dass innerhalb einer Branche, mit zweierlei Maß gemessen werden soll. Wir haben uns für Chancengleichheit gegenüber unseren europäischen Nachbarn eingesetzt und engagiert und fordern diese jetzt auch auf nationaler Ebene ein. Wir können und werden uns mit dem jetzt gefunden Kompromiss niemals anfreunden,geschweige ihn akzeptieren. Ich halte ihn auch persönlich für nicht verfassungskonform! Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass diese Übergangsregelung nur kurzzeitig Bestand haben wird und der reduzierte Mehrwertsteuersatz sehr,sehr bald für unsere ganze Branche gilt. Bis zum Erreichen dieses Zieles ist es aber absolut notwendig, dass wir jetzt stärker als je zuvor zusammen stehen! Wir sind ein Verband; wir haben ein gemeinsames Ziel! Wir sollten und müssen jetzt an einem Strang ziehen. Was wir gemeinsam erreichen können hat dieser "Teilerfolg" gezeigt. Ich würde mir wünschen, dass all dijenigen Kollegen, die bisher nicht dem Dehoga angehören, Ihre Entscheidung schnellstmöglich überdenken. Je mehr Mitglieder der Dehoga hat, desto größer sein politisches Gewicht, desto größer unsere Aussicht auf Erfolg! Uwe Boos Restaurant Bürgerstübel Mußbach 1. Vorsitzender Dehoga Kreisverband Neustadt an der Weinstrasse