Branchenpolitik
7 Prozent Mehrwertsteuer für die Hotellerie
von Alexandra Leibfried
BERLIN. Der Kampf des Gastgewerbes hat sich zumindest für einen Teil gelohnt. Deutsche Hoteliers erhalten zum 1. Januar den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Der Beschloss von Union und FDP sorge für Zuversicht in einer von der Krise stark betroffenen Branche", erklärte DEHOGA-Präsident Ernst Fischer in Berlin. Die neue Bundesregierung verzichtet durch die Vergünstigung für Hoteliers auf Steuereinnahmen von rund 1 Mrd. Euro.
Fischer wertet den Beschluss der Koalitionsverhandlungen jedoch nur als "Teilerfolg". Die jetzt gefundene Lösung sei ein Kompromiss, so der DEHOGA-Präsident. Offensichtlich habe das Volumen der Steuermindereinnahmen mit Blick auf die Haushaltslage eine Reduzierung für das gesamte Gastgewerbe nicht zugelassen. Ob die Reduzierung für die Gastronomie komplett verworfen oder nur vertagt wird, klärt derzeit eine Expertenkommission in Berlin.
Was werden deutsche Hoteliers mit freigewordenen Mitteln anfangen? In einer Blitzumfrage des Online-Reservierungsservices Hotel.de bei seinen deutschen Partnerhotels, haben mehr als tausend Hoteliers folgendermaßen geantwortet:
Mehr als zwei Drittel (68,04%) der Befragten planen, den zusätzlichen Freiraum für Re-Investitionen ins Hotel und für die Mitarbeiterqualifizierung einzusetzen. Weitaus geringer ist der Anteil der Hoteliers (15,9%), der durch die Steuersenkung fallende Zimmerpreise erwartet. Jeder sechste Hotelier glaubt, die Reform trage "zur Verbesserung der Kosten-und Ergebnissituation" bei.




Wiesler, Badenweiler
16.01.2010 um 01:28
Betreff: MwSt-Senkung für Hotel etc.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Lohnsteigerungen seit 1995 in verschiedenen Berufsgruppen und dem öffentlichen Dienst zu errechnen. Da liegt man mit eignen 2 Prozent noch an der Untergrenze. Dann habe ich die Nettopreisentwicklung (auf MwSt-Erhöhung, Kurtaxenerhöhung und die Erhöhung des Fremdenverkehrsbeitrages habe ich ja keinen Einfluss) auf unserem Campingplatz seit Eröffnung im Jahr 1995 genaustens errechnet. Es ergab sich eine Erhöhung von knapp 1 % pro Jahr. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Energiekosten in den vergangenen 15 Jahren enorm gestiegen sind, kann man sich vorstellen, dass ein Hotel- und/oder Campingplatz mit einer nur 1 %igen Erhöhung pro Jahr minus macht.
Somit ist es wirklich verständlich, dass die Hotels/Campingplätze den jetzt erhaltenen "Bonus" nicht an den Gast weitergeben, sondern damit die erhöhten Kosten durch Lohnerhöhungen, Energiekosten etc. und notwendige, bisher zurückgestellte Investitionen ausgeben werden. Wir vermerken jedes Jahr so ziemlich die gleichen Übernachtungszahlen, durch die Preiserhöhungen bedingt auch ein Umsatzplus. Jedoch haben wir am Ende der Saison westenlich weniger Geld zur Verfügung als das Jahr davor. Die jedes Jahr steigenden Kosten (Energie, Müllabfuhr, Instandhaltung, Lohnerhöhung etc.) frissen jede Umsatzerhöhung wieder auf, wir machen keinen Gewinn. Im Gegenteil: Das Minus am Jahresende trotz Umsatzplus ist ziemlich hoch.