Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Finanzen

2010 sorgt für EC- und Kreditkarten-Panne

8. Januar 2010

STUTTGART. Der Alptraum eines jeden Gastes: Nach einem opulenten Essen in einem Restaurant möchte man bargeldlos bezahlen, aber die EC- oder Kreditkarte funktioniert nicht. Eine peinliche Situation, insbesondere wenn der Gast nicht zusätzlich Bargeld dabei hat.

So oder so ähnlich mag es zur Zeit vielen Restaurantbesuchern gehen, wenn sie ihre Scheckkarte zücken. Laut Spiegel sind derzeit mehr als 26 Mio. EC- und nur eingeschränkt nutzbar. Der Grund: Wegen eines Software-Fehlers auf dem Speicherchip der Karte können Geldautomaten und Bezahlterminals die Jahreszahl 2010 nicht verarbeiten. Mit Ausnahme der Maschinen, die noch den Magnetstreifen auf den Karten auslesen können, gibt es keine Probleme. Dies führe aber enorme Sicherheitsprobleme mit sich.

Die betroffenen Karten einfach auszutauschen sei zu schwierig, so der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Christian Achilles. Denn allein bei den Sparkassen und Landesbanken sind rund 20 Mio. EC-Karten und 3,5 Mio. Kreditkarten betroffen. Laut Achilles würde sich der Austauschprozess mehrere Monate in Anspruch nehmen. Daher wird zur Zeit intensiv nach einer Lösung gesucht, die Software der Karten zu aktualisieren und die "2010"-Zahlenpanne zu beseitigen.

Um das Problem zu umgehen, überlisten Einzelhändler fehlerhafte Scheckkarten, indem sie den Chip per Hand mit Klebeband überkleben. Dadurch greifen manche Bezahlterminals automatisch auf den Magnetstreifen zurück, bei dem keine Probleme auftreten.

Gastronome und Hoteliers, die auf den Klebefilm-Trick ausweichen, sollten bei diesem Verfahren aber laut Verbraucherschützer Vorsicht walten lassen. "Der Magnetstreifen ist erheblich unsicherer als der Chip", so Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen beim Verbraucherzentrale Bundesverband. EC- und Kreditkartenbetrüger können den Magnetstreifen dadurch einfacher kopieren und die Karte mißbrauchen.

Der Einzelhandel ist verärgert über die Situation, obgleich ein enormer Umsatzausfall mit den fehlerhaften Karten einhergeht. Ingesamt sei jeder fünfte der 1 Mio. EC-Karten-Bezahlterminals in Geschäften betroffen. Haben Kunden dann nicht alternativ ausreichend Bargeld dabei, kaufen sie in dem Geschäft nicht ein. In Restaurants sei anzunehmen, dass Gäste auf einen Besuch verzichten, wenn sie nicht sicher sein können, dass ihre Scheckkarte auch wirklich funktionieren.

Momentan bleibt den Verbrauchern nichts anderes übrig, als abzuwarten und genügend Bargeld mit sich zu führen. Laut Commerzbank, bei der EC-, aber keine Kreditkarten betroffen sind, wolle man den Software-Fehler "so schnell wie möglich" beheben. Natascha Ziltz

Themenalarm Kommentieren Drucken
Auch interessant

Mit Krediten tun sich Wirte schwer

Wegen der mit Basel III verbundenen Eigenkapitalbestimmungen wird es für kleinere und mittlere Betriebe immer schwieriger, Kredite von der Bank zu erhalten. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Finanzierung: Mit Krediten tun sich Wirte schwer (04.03.2012)

Weitere Artikel zu den Themen:

, , ,

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel