Branchenpolitik
"Wir bauen Mauern durch Steuern"
von Karin Gabler
MÜNCHEN. Conrad Mayer, Vorsitzender der Kreisstelle des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in München, spricht im Interview mit AHGZ-Mitarbeiterin Karin Gabler über den Kampf um niedrigere Mehrwertsteuern in Deutschland.
Sie glauben nach wie vor an 7 Prozent für die Branche. Aber der Staat ist hochverschuldet!
Mayer: Ein Staat funktioniert letztlich nicht anders als ein Unternehmen, also nach Angebot und Nachfrage. Wenn ich meine Kosten so hochschraube, dass keiner mehr zu mir kommt, dann kann ich doch deshalb nicht mein Unternehmen schliessen. Ich muss ein Land attraktiv machen - in einem offenen Markt. Wir dagegen bauen Mauern durch Steuern und machen damit alles kaputt. Die Politik greift seit langem schon in unsere Marktwirtschaft ein!
Was aber, wenn die Politik nicht umdenkt?
Mayer: Dann wird es schwierig, dann werden wir härter vorgehen müssen. Ich denke an Großdemonstrationen bis hin zu Leistungsverweigerung.
Welche Segemente sind zur Zeit am schlimmsten betroffen?
Mayer: Es begann in der Konzernhotellerie und dort im 5 Sterne-Bereich. Im guten Mittelklassehotels zeigen sich noch keine Rückgänge. Generell trifft es die Hotellerie zuerst, weil dort die ausländischen Gäste mehr zu Buche schlagen. In der Gastronomie kommt es erfahrungsgemäß versetzt, etwas später an.
Ein persönlicher Tipp für betroffene Hoteliers?
Mayer: Preisreduktion macht keinen Sinn. Ich rate vor allem zu mehr und intensiver Mitarbeiterschulung zur Kundenbindung, aber auch mehr Werbung und Aktivverkauf.


