Gestorben

Gastronomievertreter ermordet und zerstückelt

Ermordet: Markus Schindlbeck

MÜNCHEN. Was wie ein Plot aus dem Tatort anmutet, ist wahr: Markus Schindlbeck (35),  Küchenmeister und Gastronomie-Einkaufsberater aus München-Sendling wurde Opfer eines grausamen Gewaltverbrechens. Am vergangenen Freitag fischte die Polizei zwei seiner abgetrennten Arme aus der Isar. Das Verschwinden des Mannes blieb einige Zeit unbemerkt, da er eigentlich nach Spanien reisen wollte.

Der Handelsvertreter Markus Schindlbeck war ein stattlicher 100-Kilo-Mann, der Medienberichten zufolge gern und gut aß, in Frieden mit den Nachbarn lebte und ganz in seinem Beruf aufging. Bereits mit 23 Jahren war er der jüngste Küchenmeister Bayerns - ein begabter Koch und Ausbilder, der Karriere machte und mehrere Jahre im Ausland verbrachte. Zuletzt arbeitete er als für den Raum München zuständiger Gastronomie-Einkaufsberater der HGK-Einkaufsgenossenschaft in Hannover. Darum fuhr er auch einen Firmenwagen mit Hannoveraner Kennzeichen. Dieser Wagen spiele eine zentrale Rolle in dem Verbrechen, das die Münchner Mordkommission zur Zeit noch vor viele Rätsel stellt, so die Münchner Tageszeitung (tz).

Am 22. Januar telefonierte Markus Schindlbeck wohl zum letzten Mal mit seinen Eltern, zu denen er ein sehr enges Verhältnis hatte. Danach konnten ihn die beiden nicht mehr erreichen. In größter Sorge erstatteten sie am Samstag, 31. Januar, Vermisstenanzeige. Zur selben Stunde gelang Münchner Rechtsmedizinern die Identifizierung zweier verstümmelter Männerarme, die am Freitagvormittag am Fuße einer Brücke in der seichten Isar bei Tattenkofen (Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen) gefunden worden waren. Alle Finger waren abgeschnitten worden. Da der Mann bereits einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, weil er offenbar verbotenerweise mit Arzneien gehandelt hatte, konnten seine Hände anhand von Handballenabdrücken identifiziert werden.


Beamten der Spurensicherung nehmen seit Sonntag Schindlbecks kleine Zwei-Zimmer-Wohnung unter die Lupe. Richard Thiess, derzeit Leiter der Mordkommission: „Wir fanden kleine Blutanhaftungen im Flur und im Bad. Und das Bettzeug fehlt."

Die Spuren verraten den Ermittlern, dass der 35-Jährige schon in seiner Wohnung ermordet wurde. Vieles spricht dafür, dass der Abtransport der Leiche nachts stattfand. Dazu wickelte der Mörder den schweren Körper ins Bettzeug, schleifte ihn in den Aufzug und fuhr hinunter in die Tiefgarage. Dort stand Schindlbecks silberner Opel Vectra (Kennzeichen H-GK 2010), in dem der Tote vermutlich weggebracht wurde. Der Wagen ist verschwunden und wird bundesweit gesucht - ebenso wie Bekannte, die mehr wissen über Schindlbecks Lebensgewohnheiten und Kontakte. Er war überwiegend im Raum München, aber auch in Hannover unterwegs. An welchem Ort der Tote zerstückelt wurde, ist nicht bekannt. Unter Telefon 089/2910-0 bittet die Mordkommission um Hinweise.

Onlineartikel erschienen am 03.02.2009 auf dem Newsportal der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung
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