Konzentration aufs Wichtigste
Gebratene Ente von Bäuerin X aus Y“, „Salzwiesenlamm von Bauer Z“, „Zander aus dem Gewässer Soundso“ – ich empfinde es als Fortschritt, wenn ich als Gast beim Studium der Speisekarte etwas über die Herkunft dessen erfahre, was auf meinem Teller landen wird. Jeder seriöse Gastronom scheint heutzutage gefordert, die Herkunftskette der Produkte, mit denen er arbeitet, möglichst bis zum Ursprung zurückzuverfolgen.
Von diesen Informationen dann einige an die Gäste weiterzugeben – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um banale Floskeln wie „Bauernente“ – bedeutet auch, Bewusstsein für diese Kette zu schaffen. Für das servierte Stück Fleisch, Fisch oder Gemüse haben bereits vor den Menschen in der Küche andere ihren Beitrag geleistet, unter den spezifischen Bedingungen einer Landschaft.
Ebenso gefällt es mir, wenn ich nach der Lektüre nicht nur weiß, wie ich nach Verlassen des Restaurants finanziell dastehe, sondern mir möglichst genau vorstellen kann, was mir serviert werden wird. Dabei liegt die Kunst darin, die kulinarischen Eckdaten eines Gerichts zu erfassen und zu kommunizieren, um dem Gast tatsächlich die Wahl zu überlassen. Gut, es gibt Anlässe und Köche, da geht es genau um das Gegenteil. Aber ansonsten habe ich vielleicht gerade keine Lust auf Knoblauch, dafür aber Sahniges. Dann ärgert es mich, wenn das Dressing eines Salats nicht präzisiert wird.
Doch auch hier ist das richtige Maß entscheidend. Übertriebene Mitteilungswut beim Menüverfassen kann ein Bumerang sein. Dann übermüdet mich die endlose Aufzählung verschiedener Zubereitungsarten. Solche Details machen nur Sinn, wenn sie bestimmend sind für den Gesamteindruck.
Fazit: Bitte keinen Roman auf der Speisekarte, sondern nur eine Inhaltsangabe. Nicht alle Darsteller, sondern nur die tragenden Rollen. Tiefere philosophische Exkurse zu Konsistenzen und Texturen mögen dem- oder derjenigen am Herd zwar wichtig sein, interessieren den Gast aber höchstens in einem autobiografischen Werk.
Die Autorin ist Sommelière und gelernte Köchin.
Weitere Artikel aus News vom 17.02.2009:
Umsatztrend: Gastgewerbe: 2,5 Prozent weniger Umsatz in 2008Szene: Gerd Käfer will Gäste im Weltall bewirten
Ausland: Antalya: 5-Sterne-Hotel hat den Dreh raus
Personalia: Holiday Inn Köln: Cornelius Nimmesgern ist neuer GM
Ausland: Marriott International: 4. Hotel in Costa Rica eröffnet
Auszeichnung: Otto Lindner erhält Rheingolf Award
Auszeichnung: Berliner Ritz-Carlton zum besten Business-Hotel Deutschlands gekürt
Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:
Diese Woche: Mit Bio gegen FettsuchtDiese Woche: Telex
Diese Woche: AHGZ.de
Diese Woche: Im Profil Gern mit Gästen im Gespräch
News aus den Regionen
Leider haben Sie keinen aktuellen Flash-Player installiert um die Deutschlandkarte mit unseren Regionalmeldungen zu sehen.
AHGZ.de Umfrage
Leser-Top5 des Tages

Stellenangebote
Europa Park Freizeit und Familienpark Mack KG in Rust
Enztalhotel in Enzklösterle
Gasthof Adler in Schramberg-Tennenbronn im Schwarzwald Weitere 3600 Stellenangebote
Buchtipp
Makler stellen sich vor
In der AHGZimmo-Maklersuche finden Sie Makler für Immobilien aus Hotellerie und Gastronomie.
Dienstleister stellen sich vor
Im AHGZ-Einkaufsführer finden Sie Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Hotellerie und Gastronomie.







