Tourismus

Reisebarometer 2009: Sparen, Luxus und wenig dazwischen (Seite 1 von 2)

Die östliche Ostsee bleibt die begehrteste Ferienregion Foto: Marlis Heinz

LEIPZIG. Rund 927 Euro haben ostdeutsche Touristen im Durchschnitt für ihre Urlaubsreise im Jahr 2009 ausgegeben. Damit bezahlten sie im Durchschnitt 26 Euro weniger als im Rekordjahr 2008. Für den Haupturlaub 2010 haben sie 1053 Euro im Budget. Dieser Betrag liegt 57 Euro über den Absichtserklärung von 2008 für 2009 und übersteigt um 126 Euro die tatsächlichen durchschnittlichen Ausgaben in 2009.
Die Aussagen trifft das „Reisebarometer 2009/10". Die Präsentation dieser Umfrage gehört seit 1991 zum Rahmenprogramm der Leipziger Messe Touristik & Caravaning, die in diesem Jahr vom 18. bis 22. November zum 20. Male stattfand. Beauftragt von der TMS Messen-Kongresse-Ausstellungen GmbH machte sich das Leipziger Institut für empirische Forschung (LEIF) als Erster in der Umfrage-Branche an die Arbeit, um das zurücklichende und das bevorstehende Reisejahr zu analysieren. Im Oktober wurden 500 Fragen umfassende Interviews mit 1200 Personen im Reisequellmarkt Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin (ab 16 Jahre) geführt. Die ableitbaren aktuellsten Trends, so LEIF-Chef Harald Schmidt, widerspiegeln die Situation jedoch nicht nur für Ostdeutschland, sondern für Deutschland insgesamt.

Das wichtigste Ergebnis: Fast drei Viertel der Befragten wollen sich ihre Urlaubsreise nicht nehmen lassen. „Wer kann, der reist", erklärt Schmidt. „Aber die Krise - weniger die Finanzkrise, sondern die seit Jahren existierende sozioökonomische Krise - wirkt. Die Reiselust ist groß, jedoch fehlt mitunter das Geld. So mussten 200.000 Ostdeutsche in diesem Jahr hauptsächlich wegen Geldmangel auf eine Urlaubsreise verzichten. 32 Prozent der Befragten sind nicht gereist."
„Reisen bleibt jedoch ein selbstverständliches Konsumgut.", hebt Schmidt hervor. „Die Zahl der Reisenden wird künftig nur geringfügig sinken, wohl aber wird es weiterhin starke Veränderungen im Reiseverhalten geben. Das kann die Häufigkeit und die Dauer der Reisen, das Bevorzugen von bestimmten Angeboten, Verkehrsmitteln und Reisezielen betreffen. So wollen 35 Prozent der Ostdeutschen - wenn sie sparen müssen - sich beim Essen im Urlaub einschränken - z. B. preisgünstiger essen gehen. 32 Prozent der Befragten würden weniger häufig reisen, 29 Prozent bei Ausflügen und 23 Prozent bei der Kultur sparen. 17 Prozent würden eine preiswertere Unterkunft wählen.
Große Unterschiede waren wieder an den Wohnort der (Nicht-)Reisenden gekoppelt: Während 75 Prozent der Sachsen (2008: 72) mindestens eine Ferienreise unternommen haben, taten dies nur 55 Prozent der Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern (2008: 59). Aber auch das Alter spielt eine Rolle. Die 50- bis 59jährigen sind die Reiseaktivsten und damit eine wichtige Zielgruppe der Tourismuswirtschaft. Mindestens eine Ferienreise haben 72 Prozent der unter 50jährigen, 63 Prozent der 60-bis 65jährigen und immerhin noch 54 Prozent der Jahrgänge 66plus unternommen. Allerdings, so gibt Dr. Schmidt zu bedenken: „Es ‚wachsen' Senioren heran, deren Renten nicht mehr so hoch sind wie noch vor fünf oder gar zehn Jahren."

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Onlineartikel erschienen am 30.11.2009 auf dem Newsportal der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung
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