Auszeichnung

Roland Zadra ist Hotelier des Jahres (Seite 1 von 3)

Svenja Alberti
Autor
Svenja Alberti
Verantwortliche Redakteurin
Hotelier des Jahres: Roland Zadra

BERLIN. Sie haben die "Hotelier des Jahres"-Jury mit ihrer herausragenden, unternehmerischen Leistung überzeugt: Roland Zadra und Dieter Müller sind Montag Abend auf der großen Jubiläums-Gala im InterContinental Berlin zum Hotelier des Jahres gekürt worden.

Mehr als 1000 Gäste waren der Einladung der AHGZ Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung gefolgt, um beim beliebten Branchenevent in der Hauptstadt dabei zu sein. Die Veranstaltung „Hotelier des Jahres“ feiert bereits ihr 20-jähriges Bestehen. Roland Zadra, Inhaber der Zadra-Gruppe in Zweibrücken und Präsident der Kooperation Romantik Hotels & Restaurants International, freute sich über die besondere Ehrung.

AHGZ-Redakteurin Svenja Alberti hat ihn porträtiert:


Der Grandseigneur

Von Svenja Alberti

Der Dame küsst er die Hand, hält ihr die Tür auf, geleitet sie zum Stuhl – stets mit einer kleinen Verbeugung und einem Lächeln im gebräunten Gesicht. Nicht ohne Grund nennen die Zweibrückener Roland Zadra den „Schlossherr der Fasanerie“. Da ist aber noch mehr. Seine aus Südtirol stammende Familie lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Und sein Auftreten: kräftige Schultern, grau-melierte längere Haare, gepflegtes Äußeres, braune Rehaugen, den Wappenring der Familie am kleinen Finger, dunkler Anzug, Krawatte.

Der 50-Jährige ist ein Mann der alten Schule, ein Kavalier – und begeisterter Gastgeber. Beim gemeinsamen Essen im Gourmetrestaurants Tschifflik seines Romantik Hotels Landschloss Fasanerie springt er plötzlich vom Tisch auf – nicht ohne sich freundlich zu entschuldigen –, läuft zum Restauranteingang und begrüßt ein bekanntes Paar. Setzt sich für ein paar Minuten mit an dessen Tisch. Plaudert und lässt die beiden kurz danach wieder in ihrer Privatsphäre allein.

Den Respekt der Bürger in dem kleinen rheinland-pfälzischen Städtchen Zweibrücken musste sich der Hotelier schwer erarbeiten. Als er hier 1993 gemeinsam mit seiner Frau Astrid das Romantik Hotel Landschloss Fasanerie und das Hotel Am Rosengarten von Friedwolf Liebold übernahm, traten ihm die meisten Bewohner skeptisch gegenüber. Das hat sich geändert. Als Hotelier ist er aktiv an der Entwicklung der Stadt und der Region beteiligt – auch als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Wirtschaftsclubs Saar-Pfalz-Moselle.


Der Ehrgeizige


Sukzessive hat er sein Unternehmen erweitert, erst um die Zett-Gastronomiebetriebe in den Designer-Outlets Zweibrücken und jüngst um die frisch renovierte Festhalle Zweibrücken, die Zadra seit November als Pächter betreibt. Insgesamt erwirtschaftete er mit der Zadra-Gruppe, zu der auch eine Verwaltungs-Gesellschaft sowie eine Wäscherei und ein Hausmeisterservice gehören, 2008 einen Gesamtumsatz von knapp 10 Mio. Euro. Mit 268 Mitarbeitern ist Zadra einer der größten Arbeitgeber der Stadt, trägt zu deren Wachstum und nicht zuletzt zu ihrem Ansehen bei.

Er selbst sieht sich nicht als Vorbild, als Grandseigneur. Aber er wünscht sich, wenn er mal alt ist, für das, was er geleistet hat, geachtet zu werden.
Der Drang nach Anerkennung hat mit seinem Verhältnis zu seinem Vater zu tun. Zadra ist der jüngste Sohn eines Südtirolers, der sich intensiv für die Unabhängigkeit Südtirols eingesetzt hat und deshalb Ende der 50er Jahre seine Heimat verlassen musste und sich mit seiner Familie in Bayern niederließ.

In Deutschland musste der Vater bei Null anfangen und hat es verstanden, sich eine Spitzenposition in einem Hydraulikunternehmen zu erarbeiten. Die Ausbildung zum „Kellner“ entsprach nicht dem angemessenen Berufsweg eines Sohnes aus gutem – konservativem – Hause. Man wurde bedient und bediente nicht.

Vielleicht spornte Roland Zadra die Rolle als schwarzes Schaf der Familie erst recht an. Er ging seinen Weg. Durchsetzungsvermögen, Ehrgeiz und Mut zeichnen sein Tun damals wie heute aus. Nach der Fachhochschulreife absolvierte er die Hotelberufsfachschule Bad Reichenhall, ließ sich im Waldhotel Krautkrämer in Münster zum Restaurantfachmann ausbilden. Nach etwas mehr als einem Jahr schloss er als Landesbester ab. Er ging in die Schweiz, nach Frankreich und Amerika, machte an der Hotelfachschule Heidelberg seinen Betriebswirt – ganz ohne finanzielle Unterstützung seines Vaters.

Der Leidenschaftliche


Bereits 1985 erreichte er sein Ziel: die Selbstständigkeit. Mit den wachsenden Unternehmen des Sohnes stieg auch die Anerkennung des Familienoberhauptes. Als älterer Herr war Zadras Vater stolz darauf, in der Fasanerie ein- und auszugehen; diesem Refugium für Politiker, Unternehmer, Künstler, Prominente, Gourmets und Familien, über das sein Sohn „herrschte“.

Bereut hat Roland Zadra seine Entscheidung nie. Er liebt seinen Beruf, der sich für ihn durch Werte wie Herzlichkeit, Wärme, Menschlichkeit und Individualität auszeichnet. Der Respekt vor Menschen ist ihm wichtig und der Umgang mit anderen. Dazu gehört auch, ganz Gastgeber zu sein. Beispielsweise Weihnachten feiern mit den Gästen – wie in einer großen Familie. „Alles andere wäre nicht authentisch“, sagt Zadra. Glaubhaft sein, stolz auf das, was man geschafft und geschaffen hat – besonders als Privathotelier, lautet seine Maxime.
Liebe, Leidenschaft, Herz, Wärme, Menschlichkeit – das sind nur einige Lieblingswörter des Roland Zadra. Das war nicht immer so. Früher stand das Geschäft im Vordergrund. Wachstum, Erfolg, Ansehen. Ein schwerer Schicksalsschlag vor fünf Jahren, ein Rückenmark-infarkt, verwies ihn in die Schranken. „Man denkt ja immer, man ist unkaputtbar. Doch wäre ich zwei Stunden später ins Krankenhaus eingeliefert worden, wäre ich jetzt ab Brusthöhe nach unten hin gelähmt“, berichtet der Hotelier.

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Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Auszeichnung: Dieter Müller: Motel One-Chef ist Hotelier des Jahres (26.01.2009)
Auszeichnung: Dieter Müller und Roland Zadra zu Hoteliers des Jahres gekürt (27.01.2009)
In eigener Sache: Deutscher Hotelkongress 2009 und Hotelier des Jahres (23.01.2009)

Onlineartikel erschienen am 26.01.2009 auf dem Newsportal der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung
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