Editorial
Ab in die Zukunft
Kritische Geister halten von der Gilde der Trend- und Zukunftsgurus rein gar nichts. Zu viel Spekulation und zu wenig Nachprüfbarkeit. Auch haben sich Prognosen oft nicht bewahrheitet, etwa die berühmt-berüchtigte Vorhersage einer Bildungskatastrophe, die einen Mangel an Hochschulabsolventen prophezeite. Auf der anderen Seite ist der Blick in die Zukunft seit der Antike ein begehrter Blick, das Orakel war einst eine höhere Instanz, die Orientierung gab. Mittlerweile sind an seine Stelle säkularisierte Instanzen getreten, Trend- und Zukunftsforschung, letztere mit wissenschaftlichem Anspruch. Im Grunde ist der Blick in die Zukunft zugleich ein Blick in die Gegenwart, denn dort sind die Anzeichen für die künftige Entwicklung schon vorhanden.
Wer also wissen will, wohin die Reise geht, wird sich mit der Gegenwart beschäftigen müssen, nach Trends und Tendenzen Ausschau halten. Daraus könnte dann allerdings ein sogenannter Trend-Opportunismus werden, wie Trendforscher Matthias Horx kürzlich beim AHGZ-Hotelkongress warnte. Wenn alle das Gleiche täten, weil es im Trend liege, gäbe es keine neuen Entwicklungen mehr.
Mit den wichtigsten Trendfeldern der Hotellerie beschäftigt sich auch das Buch seiner Kollegen Harry Gatterer und Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut Kelkheim. Es heißt „Hotel der Zukunft“ und ist der erste Titel der neuen Reihe „Edition AHGZ“, die im Matthaes Verlag erscheint. In der neuen Reihe verbinden sich die Kompetenz der Fachzeitung und die des Buchverlags. Der zweite Titel der Reihe heißt „Erfolgreich in der Privathotellerie“, verfasst von Burkhard von Freyberg, Axel Gruner und Marina Lang.
Dem erwähnten Zukunftsbuch geht ein direkter Blick auf die Gegenwart voraus, und zwar in dem vom Autor dieser Zeilen verfassten Kapitel „Hotel der Gegenwart“. Ein erster Einstieg, um in die Ferne zu blicken.

