Hotellerie
Accor verkauft 48 Hotels
von Ralf Klingsieck
PARIS. Accor wird 48 Hotelimmobilien in Frankreich, Belgien und Deutschland verkaufen. Das teilte das Unternehmen in Paris mit. Die Transaktion, die bis Jahresende abgeschlossen sein soll, bringt Accor nach eigenen Angaben 367 Mio. Euro ein.
Sieben Hotels in Deutschland werden verkauft
Betroffen sind 31 Hotels in Frankreich, 10 in Belgien und 7 in Deutschland mit insgesamt 6300 Zimmern. Neben einem Suite Novotel-Hotel gehören sechs zur Kette Novotel, 13 zur Kette Ibis und 28 zur Kette Etap. Von all diesen Hotels wurden sechs erst 2009 oder 2010 eröffnet, darunter das Novotel München Airport und das Ibis Stuttgart Airport. Käufer sind zu 80 Prozent der Anlagefonds Predica, eine Tochtergesellschaft der Versicherung Crédit Agricole Assurance, und zu 20 Prozent der Immobilienfonds Foncière des Murs, der seit 2005 die Gruppe Accor bei derartigen Operationen begleitet.
Ungeachtet der neuen Eigentumsverhältnisse an den Immobilien werden die Hotels weiter unter dem bisherigen Namen von Accor betrieben. Dafür werden Mietverträge für 12 Jahre geschlossen, die – wenn Accor das wünscht – bis zu sechs Mal erneuert werden können und damit der Gruppe 84 Jahre Bestandsgarantie sichern.
Feste Miete vereinbart
Dafür wird eine variable Miete von durchschnittlich 19 Prozent des Jahresumsatzes fällig, wobei kein Minimum garantiert wird. Allerdings wurde für die ersten zwei Jahre (2011 und 2012) für alle veräußerten Häuser zusammen eine feste Miete von jeweils nur 23 Mio. Euro vereinbart, um den neueröffneten Hotels den Anlauf zu erleichtern. Bei den Verkaufsverhandlungen wurde auch ein Renovierungsprogramm im Umfang von 47,6 Mio. Euro vereinbart, von denen die neuen Eigentümer 33 Mio. Euro tragen werden. Zu ihren Lasten gehen auch alle künftigen Substanzrenovierungen sowie die Versicherungskosten und die Grundsteuern.
Accor senkt Schulden
Durch die Immobilienoperation kann die Gruppe Accor nach eigenen Angaben ihre Verschuldung noch im laufenden Jahr um 282 Mio. Euro senken und außerdem wird ihr Gewinn vor Steuern in den nächsten Jahren jeweils um 3 Mio. Euro höher ausfallen als bisher. Die Asset Right-Stratgie der Gruppe Accor, die auf die Konzentration auf das Kernmetier zielt, sieht für den Zeitraum 2010 bis 2013 vor, Hotelimmobilen im Wert von insgesamt 2 Mrd Euro zu verkaufen und zurückzumieten.


