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Ansturm auf Privathotels

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/44 vom 1. November 2008

STUTTGART. Schnäppchenjäger haben die mittelständische Hotellerie entdeckt. Die Nachfrage nach Hotelimmobilien in diesem SegmentNach dem Prozess der Aufteilung des relevanten Markts in Marktsegmente erhält man einzelne Segmente, die eine möglichst homogene Abnehmergruppe zusammenfassen.
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liegt bei Christie + Co bis Mitte Oktober 2008 um etwa ein Viertel höher als im Vergleichszeitraum 2007. Die Zahl der Gebote von Kauf- oder Pachtwilligen stieg laut Geschäftsführer Markus Beike um etwa zwei Drittel gegenüber 2007 (AHGZ vom 25. Oktober).

Stagniert habe jedoch die Zahl der Verkaufs- und Verpachtungswilligen. Denn die mache die Preisgestaltung schwierig. „Wir kommen gerade von einer Hausse und stochern in puncto Preisfindung ein bisschen im Nebel“, so Beike. „Das Angebot ist derzeit eher gering, da es noch wenige Notverkäufe gibt“, unterstreicht Chris Day, International Director von Christie + Co. aus London.

Weshalb aber steigt das Interesse an Großhotels nicht? „Ein mittelständisches Hotel zu erwerben ist für eigenkapitalstarke Investoren einfacher als ein Großhotel“, sagt Beike und begründet dies mit dem dem aktuellen Rückzieher der Hypothekenbanken bei großvolumigen Kreditanfragen. Viele Neubeauftragungen für Verkäufe und Verpachtungen stammten von den Abteilungen der Banken, die sich mit notleidenden oder leistungsgestörten Krediten beschäftigen. Zu den typischen Investoren für mittelständische Hotels zählten zurzeit lokale und regionale Fachleute, in die die finanzierenden Banken – zumeist Volksbanken und Sparkassen – Vertrauen hätten.

Alexander Trobitz, Geschäftsführer der Horeal GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
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aus Berlin, rät Privathoteliers von übereilten Verkäufen ab: „Wir stellen eine sehr selektive Nachfrage fest. Es sind Schnäppchenjäger unterwegs, deren Fremdkapitalzuflüsse begrenzt sind. Wenn der Privathotelier den Verkauf noch einmal verschieben kann, sollte er das tun, bis die Unsicherheit vom Markt ist.“

Während der vergangenen Jahre wurden mittelständische Einzelimmobilien in Deutschland begeistert von ausländischen Investoren, etwa aus dem Mittleren Osten oder aus Russland, gekauft. Diese haben ihr Expansionstempo beim Immobilienerwerb jetzt etwas gedrosselt. „Sie finanzieren mit EigenkapitalDas von den Eigentümern eines Unternehmens zur Verfügung gestellte Kapital.
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voraus und müssen im vierten Quartal noch einige Deals abschließen, die sie bereits angestoßen haben“, erläutert Beike.

Einer von ihnen ist Ron Ben-Haim (43). Seit 2006 kaufte er acht Hotels mit 714 Zimmern in Deutschland. Davon firmieren sieben heute unter der Eigenmarke Precise, eines trägt als Franchise-Nehmer den Namen Steigenberger. Wie andere neue Investoren – Grand City Hotels, Azimut oder Fattal mit der Marke Leonardo Hotels – verfolgt Ben-Haim zwei Ziele: Die Hotelgruppe wirtschaftlich erfolgreich zu managen und dabei den Wert der zu steigern. Dafür muss der Unternehmer nun noch etwas Geduld aufbringen. „Die Immobilienblase in den USA ist geplatzt, und dies hat leider auch Einfluss auf die schon vor der Krise niedrig angesetzten Immobilienwerte in Deutschland“, sagt Ben-Haim.

Dennoch will er in Deutschland durch Immobilienkäufe und die Übernahme von Hotels weiter expandieren. Laut Sprecher Stephan Reichmann laufen Übernahme-Gespräche für Hotels in München, drei weiteren A-Destinationen und einem Resort-Standort. Auch Grand City möchte weiter in Deutschland expandieren, bestätigt Sprecherin Melanie Schacker.

Rainer Nittka von der GBI GmbH ist überzeugt, dass Hotelimmobilien in Deutschland begehrt bleiben. Sie sollten allerdings folgende Kriterien erfüllen: Eine gute Lage mit guter Sichtbarkeit, mindestens 80 Zimmer, Konferenz- und Restaurantfläche, Parkplätze, ein veränderbares Gebäude und Entwicklungspotenzial. Und wer es als Privathotelier noch irgendwie finanziert bekommt, solle „seine Braut“ vor einem angestrebten Verkauf schön machen.

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