Kommentar
Auf den Zeitpunkt kommt es an
Vor einem Jahr kam die Meldung, dass André Witschi zu Steigenberger geht. Fast ein Jahr später, wieder zur Vorweihnachtszeit, ist erneut Bescherung. Steigenberger, genauer: Witschi, tut kurz vor Jahresschluss kund, wie die künftige Strategie der Gruppe aussieht.
Das sollte bereits im Sommer geschehen. Jetzt also kurz vor Jahresschluss. Und das mitten in der Finanz- und beginnenden Wirtschaftskrise. So kommen manche Botschaften nicht so positiv rüber, wie sie gedacht sind. Zum Beispiel die schon im Vorfeld beschworene Expansion ins Ausland. Grundsätzlich wäre der richtige Zeitpunkt vor drei, vier Jahren gewesen. Vielleicht ist er es in einem oder zwei Jahren. Aber jetzt? Es sei denn, man verhält sich antizyklisch, was sehr klug wäre. Aber was sagen die Herren Controller dazu?
Dass die Ertragslage der Hotels in der Vergangenheit nicht üppig ausfiel – und zu Verkaufsgerüchten führte – hat auch einen spezifischen Grund: Die Hotelgesellschaft überweist satte Pachten an die Picnic Gaststättengesellschaft GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... & Co, die der Steigenberger-Familie gehört.
Nun soll alles wirtschaftlich stärker werden. Um die Ertragslage zu verbessern, will sich das Unternehmen von sechs Häusern trennen. Zugleich soll expandiert und in bestehende Hotels investiert werden. Dass einige der edelsten Häuser künftig den Zusatznamen Grandhotel führen, ist eine kluge Entscheidung. Vor allem in Zeiten, in denen die Besinnung auf alte Werte wieder en vogue ist. Die Menschen wollen berührt und bewegt werden. Mit seiner „Welt der Sinne“ und der Idee der Entschleunigung ist Steigenberger auf dem richtigen Weg.
Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, frohe Festtage und ein gutes neues Jahr.