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Gestandener Koch: Markus Wittenberg Foto: Daniela Haussmann

Gastronomie

Baden-Württemberg: Die Mühle klappert wieder

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/1 vom 5. Januar 2008
von

FRICKENHAUSEN. „Älles, bloss koi Standard“, kommt Markus Wittenberg in seinem Restaurant, dem Landgasthaus Zum Mühlstein in Frickenhausen, auf den Tisch. Und alles andere als Standard ist auch das rund 500 Jahre alte Gebäude in dem der Küchenmeister und seine Frau Manuela Wittenberg seit der Eröffnung am 1. Januar 2009 ihr gastronomisches umsetzen.

Dunkle Holzbalken stützen das Mühlendach, Getreidetrichter und Obstkörbe hängen als Lampenschirme von der Decke, alte Dachschindeln zieren den Thekenhimmel, historische Lesepfeifen, Sicheln und Sensen hängen an den Wänden. Raumgestaltung und Innenarchitektur verweisen so auf die jahrhundertelange Tradition des Kornmahlens und dem seit 700 Jahren mit dem Landstrich verwachsenen Obst- und Weinbau aber auch die Agrarwirtschaft, die für ganze Generationen der einzige Broterwerb war.

Rund 30.000 Euro hat Markus Wittenberg in seinen Traum vom eigenen Restaurant investiert. Mit einem smarten Businessplan holte er die Brauerei Baisinger sowie lokale Getränke- und Gemüselieferanten als Kapitalgeber ins Boot. Denn was der Maestro bietet, ist eine Küche, die von lokalen Produkten und ihrer hochwertigen Verarbeitung lebt.

Schwäbische Gerichte, wie sie die Großmutter noch kannte, laden zu einer kulinarischen Reise durch die Region am Fuß der Schwäbischen Alb ein. Hausgemachte Tafelsülze mit Bauernbrot oder Bratkartoffeln, kalter Schweinebraten mit Meerrettich und sauer eingelegtem Gemüse oder falsche Mozartkugeln bereitet der Chef de Cuisine mit zeitgemäßen Garverfahren zu. „Essen ist ein Stück Vertrauen“, weiß der Gastronom. „Der Gast soll wissen, was und woher er es bekommt.“ Nicht zuletzt deshalb sind auf der Speisekarte auch Kaloriengehalt, Broteinheiten und glutenfreie Gerichte für die Gäste aller Altersgruppen kenntlich gemacht. Marketing kann sich der 31-Jährige sparen. Das traditionsreiche Gebäude mit historischem Ambiente wirbt für sich allein.

Lange vor der Eröffnung hatte sich im gesamten Neuffener Tal und bis in die sechs Kilometer entfernte Kreisstadt Nürtingen herumgesprochen, was der Wittenberg‘sche Betrieb zu bieten hat. So gingen bereits Wochen vor der Eröffnung die ersten Reservierungen ein.

„Die alte Mühle an sich ist ein Alleinstellungsmerkmal. Und das ergänze ich durch meine traditionell geprägte Küche“, so Markus Wittenberg. „Von Vorteil war aber auch, dass schon meine gastronomischen Vorgänger das Restaurant bekannt machten.“ Daran will der der 31-Jährige, der erst vor kurzem seinen Meister machte, jetzt anknüpfen.

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