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Gute Lösung: Hotelier Gerd Ripp hat vor zehn Jahren schon seine Rheinfels-Aktien ausgegeben und damit Unabhängigkeit gewonnen Foto: Thomas Frey

Finanzierung

Basel III überlisten

Gastronomen und Hoteliers fürchten eine Kreditklemme im Zuge von Basel III / Neue Finanzierungstöpfe anzapfen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/9 vom 25. Februar 2012
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Stuttgart. Das Schreckgespenst namens zieht seine Kreise in der Branche. Die Kreditvergabe an Hotellerie und Gastronomie verschlechtert sich zusehends. Da grübelt so mancher Unternehmer über Alternativen zum klassischen Bankkredit.

Hotelier Gerd Ripp vom Hotel Romantik Schlosshotel Rheinfels in St.Goar etwa hat und FinanzierungBeschaffung von monetären Mitteln für unternehmerische Aktivitäten.
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kombiniert. Er legte bereits 2002 Genussscheine auf, die sogenannten Rheinfels-Aktien, und finanzierte damit anstehende Investitionen über Privatleute. Mit der Rheinfels-AktieWertpapier, in welchem das Anteilsrecht an einer Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien verbrieft ist.
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hat er Genussscheine für seine Stammgäste ausgegeben. Diese sind damit stille Teilhaber des Hotelbetriebs. Die Diamond Card, mit der sie sich ausweisen können, bringt ihnen außer den vereinbarten Zinsen auch Vergünstigungen beim Hotelaufenthalt wie Champagner (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Champagner") und Rosen auf dem Zimmer oder ein Upgrade
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Schlechtere Konditionen

Sabine Reischitz, Inhaberin des Restaurants Casa Nova in Wiesbaden, sieht vor allem in Gefahr durch zaudernde Banken. Die erfahrene Wirtin arbeitet selbst schon seit Jahren gut mit der Nassauischen Sparkasse zusammen, mit der sie stets schrittweise in ihre jeweiligen Betriebe investierte. Doch sie weiß: „Viele Wirte können heute nur überleben, weil sie stille Teilhaber haben.“ Vor allem in jüngerer Zeit hätten sowohl Banken als auch Zulieferer ihre massiv verschärft. Mit der für 2013 vorgesehenen Einführung von Basel III werde sich die Situation weiter zuspitzen.

Davon ist auch Stefanie Vogel-Zarges von der UnternehmensberatungDienstleistungsunternehmen, das in einem interaktiven Prozess mit dem Klienten ein individuelles Lösungskonzept für eine komplexe betriebswirtschaftliche Problemstellung erarbeitet und auf Wunsch auch dessen Umsetzung begleitet.
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Zarges-von-Freyberg aus München überzeugt. Für Hoteliers bedeute dies, dass Eigenkapitalanteil, Verschuldungsgrad und Cash Flow ab 2013 noch strenger beobachtet werden als bisher. „Im Zweifelsfall bewirkt eine unvorteilhafte Bewertung einen höheren Zinssatz und damit gestiegene Finanzierungsaufwendungen“, erläutert sie. Allerdings warnt sie davor, im laufenden Jahr vorzeitig aufzunehmen, um schärfere Prüfungsmaßnahmen zu umgehen. „Das bietet sich nur dann an, wenn die Investitionen aufgrund der betrieblichen Situation des Hotels ohnehin notwendig und vor allem auch rentabel sind.“

Über einen kleinen Hoffnungsschimmer zu Basel III freute sich in diesen Tagen die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand: Der von EU-Parlamentsberichterstatter Othmar Karas veröffentlichte Bericht zur Umsetzung von Basel III in europäisches Recht enthält bereits wichtige Elemente, um die des Mittelstandes trotz verschärfter Regulierung sicherzustellen. Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, der auch der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
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Bundesverband angehört, begrüßt dies und hofft, dass auch die im EU-Parlament vorgeschlagene Absenkung der Risikogewichte für Kredite an kleine und mittelgroße (KMU-Kredite) umgesetzt wird.

Unterschiede berücksichtigen

Das soll die höhere Kapitalbelastung für Mittelstandskredite neutralisieren und würde nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft das Risikomaß von Basel III und das tatsächliche Ausfallrisiko von Mittelstandskrediten in ein besseres Verhältnis zueinander bringen. Die Konditionen für mittelständische Betriebe würden sich damit zumindest nicht allein aufgrund steigender Eigenkapitalunterlegung verschlechtern.

„Wir gehen davon aus, dass sich Ausschuss und Plenum für die Einführung des um 30 Prozent reduzierten Ausgleichfaktors für KMU-Kredite aussprechen werden. Es kann ja auch schlechterdings nicht angehen, dass eine Sparkasse oder Volksbank für einen Kredit an ein mittelständisches Hotel 75 Prozent EigenkapitalDas von den Eigentümern eines Unternehmens zur Verfügung gestellte Kapital.
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hinterlegen müssen, für den Erwerb etwa griechischer Staatsanleihen hingegen null Prozent“, unterstreicht Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland. Da bei Basel III bisher jedoch sowohl Geschäftsmodell und Risikoneigung der Banken als auch die Belange der Wirtschaft zu wenig berücksichtigt seien, warnt die Arbeitsgemeinschaft dennoch vor einer weitgehenden Übernahme von Basel III in europäisches Recht.

Ein Dorn im Auge der Mittelständler sind auch die bisher vorgesehenen kurzen Übergangsfristen für Basel III, nach denen die europäischen Kreditinstitute bereits zum geplanten Start 2013 die neuen Eigenkapital-Mindeststandards erfüllen müssten. Der jetzige Fahrplan des Europäischen Parlamentes für die Verhandlungen der Basel-III-Umsetzung in europäisches Recht sieht vor, dass Änderungsvorschläge von den Abgeordneten noch bis zum 5. März eingebracht werden können. Die Abstimmung im Ausschuss für Wirtschaft und Währung ist für den 25. April 2012 und die Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlamentes ist für den 12. Juni 2012 vorgesehen.

Alternative Geldquellen

Angesichts der großen Unsicherheit auf dem Kreditmarkt sollten sich Hoteliers und Gastronomen auch ernsthaft mit alternativen Finanzierungsmethoden auseinandersetzen. Dazu zählen finanzielle Beteiligungen Dritter am Unternehmen (stille Teilhaber), die Ausgabe von Genussscheinen, zum Beispiel an Stammgäste, und auch die Kooperation mit der Zulieferindustrie. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass deren Bedingungen, insbesondere was damit verbundene Mindestwarenabnahmen betrifft, auch wirtschaftlich vertretbar sind.

Dass die Beteiligung von Dritten eine elegante Lösung sein kann, beweist nicht nur Gerd Ripp mit seinen Rheinfels-Aktien. In Oberstdorf legte Hotelier Jürnjakob Reisigl vor dem Bau des 2005 eröffneten Hotel Oberstdorf einen eigenen Fonds auf. Auch Immobilien-Verbriefungen (Sale und Lease back) sowie LeasingRechtsform, die das Vermieten von Gegenständen als betriebliches Anlagevermögen bezeichnet.
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von Investitionsgütern anstelle des Kaufs sowie FactoringForm der Finanzierung, bei der ein Unternehmen seine Forderungen an ein anderes verkauft, welches dann die ausstehenden Rechnungen bei Fälligkeit auf eigene Rechnung eintreibt.
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(die Weitergabe von Forderungen) können die Liquidität erhöhen. Weitere Möglichkeiten sind Familiendarlehen oder – dies aber eher für größere Unternehmen – Unternehmensanleihen. Susanne Stauß

Editorial, Seite 8




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