Kommentar
Bierernst und gute Botschaft
Zwei Worte: ein Bier. Dieser Werbeslogan der Brauwirtschaft ist kurz und knackig. Aber er stammt aus einer Zeit, als es den Brauereien nocht glänzend ging und ihr Verhältnis zur Gastronomie noch ungetrübt war.
Bier ist in der Gastronomie längst kein Selbstläufer mehr. Und auch der Bierdurst im Privaten lässt seit Jahrzehnten spürbar nach. Das lässt die Brauer dünnhäutig werden. Die Preisschlacht der Discounter tut ein Übriges. Und Gastronomen beschleicht das Gefühl, dass sie diese Entwicklung über steigende Fassbierpreise mitfinanzieren. Und wenn schon nicht direkt über den Fassbierpreis, dann doch über die Immobilie.
Rund 80 Prozent der Wirte, so ein durchaus glaubhafter Schätzwert eines Experten, sind nicht nur als Kunden, sondern auch als Pächter und Darlehensnehmer mit ihrer Brauerei verbunden. Klingt nach einer Zwangsehe. Das mag durchaus sein, aber die notwendige Aussteuer holen sich eben viele gastronomische Existenzgründer bei ihrer Brauerei. So wird das Brauhaus zum Bankhaus.
Bier braucht Heimat! Noch ein Slogan der deutschen Brauwirtschaft. Und der ist durchaus brandaktuell. Kleine Regionalbrauereien kommen immer besser ins gastronomische Spiel. Mit echten Spezialitäten, mit fairen Preisen und echter Partnerschaft.
Post vom Bundesfinanzminister hat jetzt der DEHOGA Bundesverband erhalten. Der Inhalt ist eine gute Botschaft für das Beherbergungsgewerbe. Demnach muss das Hotelfrühstück zwar weiterhin mit 19 Prozent versteuert und getrennt von der Beherbergungsleistung ausgewiesen werden. Aber das Frühstück darf jetzt mit anderen Nebenleistungen des Hotels zusammengefasst werden. Da kommt doch so richtig Freude auf: Müsli und Mails, Schinken, Sauna und Shuttle-Service, Würstchen und WLAN-Zugang – eben die ganze Welt der Gastlichkeit.


