Editorial
Brandl bläst zum Angriff
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Der Schein trügt: Zwar ruht im veröffentlichten Nachrichtenstrom das Thema Mehrwertsteuer), ^ Umsatzsteuer.
weiter mit Mausklick..., doch hinter den Kulissen sieht es anders aus. Vor allem eine Sorge treibt Hoteliers um: Dass der volkswirtschaftliche Nutzen des reduzierten Mehrwertsteuersatzes nicht (an-)erkannt und als „Subvention für die Reichen“ diffamiert wird. Mit der drohenden Konsequenz, dass es ihn spätestens nach der Bundestagswahl 2013 nicht mehr gibt. Damit wäre die Hoffnung auf eine Steuererleichterung für die Gastronomie auch zu Grabe getragen.
Doch wie kann die Hotellerie die öffentliche und politische Meinung auf die berechtigten Interessen des Gastgewerbes aufmerksam machen, gar für sich gewinnen? Wie sich dagegen wehren, als Buhmann der Nation dazustehen, gegenüber anderen Branchen geringgeschätzt zu werden?
Soll sie sich für ihre Sache lautstark öffentlich zu Wort melden, mit dem Risiko, schlafende Hunde zu wecken, erneut eine Neiddebatte anzuheizen?
Oder soll sie hinter den Kulissen agieren, mit Anschreiben und persönlichen Gesprächen mit Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern aller Parteien? Auch mit Journalisten der Tagespresse, die beim Thema Mehrwertsteuersenkung gern ein verzerrtes Bild der Hotellerie malen? Oder beides?
Bayerns DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Präsident Ulrich Brandl hat sich für die Attacke entschieden. Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier las er in einem offenen Brief tüchtig die Leviten. Denn der Politiker hatte beim Tourismusgipfel die staatlichen Hilfen für die Automobilindustrie (Abwrackprämie) sowie steuerliche Erleichterungen für das Handwerk gepriesen, aber kein Wort über die „mindestens ebenso notwendige Herstellung von Wettbewerbsgleichheit“ auf Beherbergungsdienstleistungen durch den reduziertem Mehrwertsteuersatz verloren.
Wieso, fragt Brandl zu Recht, sollen die hohen Investitionen der Hotellerie, die für „volle Auftragsbücher des heimischen Handwerks“ sorgen, schlechter sein als die „Direkthilfen für das Handwerk und die Hilfen für die Automobilindustrie“?
Auch rückt Brandl die Mär vom Hotelier als Millionär zurecht, indem er vorrechnet, dass beispielsweise von den bayerischen Beherbergungsbetrieben mal gerade 1,8 Promille 5-Sterne-Hotels sind, in denen man nachweisbar günstiger wohnt als in vergleichbaren Häusern im Ausland. Auf Steinmeiers Antwort darf man gespannt sein. Wehe, er kneift. (Siehe Seite 1 und www.ahgz.de/s/mehrwertsteuer )

