Verbände
Busunternehmen kritisieren Umweltzonen
WOLFSBURG. Reinfahren verboten - so könnte es schon bald für viele Bustouristik-Unternehmen heißen. Auf ihrer Tagung in der Autostadt Wolfsburg kritisierten die Betroffenen die folgenschweren Auflagen, die durch die Ausweisung innerstädtischer Umweltzonen entstünden. Bereits zum dritten Mal kamen rund 200 Teilnehmer auf Einladung des Internationalen Bustourismus-Verbandes RDA zum Tag der Bustouristik zusammen.
Die Regelung in den Umweltzonen könnten auch Hoteliers und Gastronomen in den nächsten Jahren zum Verhängnis werden, wenn ihre "Ladung Gäste" ausbleibt, weil der Reisebus nicht in die Stadt einfahren darf.
RDA-Präsident Richard Eberhardt bezeichnete die Reglungen zum Feinstaub als administrative Monster, die Geld kosten und wenig Nutzen bringen: "Die Hälfte des Feinstaubs kommt aus Quellen, die nicht zu beeinflussen sind", sagte Eberhardt, "Nur ein Sechstel des Gesamtausstoßes ist laut anerkannten Studien dem Verkehr zuzuordnen". Mit 120 Mio. Fahrgästen pro Jahr sei aber der Bus das umweltfreundlichste Transportmittel überhaupt.
Im faktischen Einreiseverbot sieht Eberhardt aber nicht nur einen Bremsklotz für mittelständische Busunternehmen, sondern befürchtet auch negative Auswirkungen auf Hotels, Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen, die von Kurzreiseverkehr per Bustransport leben. Jetzt fordert der Verband Übergangsfristen, die Reisebussen mit der Euro-II-Norm bis 2015 freie Fahrt ermöglicht.
