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Aktion

Eine Woche ohne Alkohol

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/24 vom 13. Juni 2009
von

STUTTGART. „Dieses Thema geht uns alle an“, betont Lutz Frank. Der Gastronom und Vorsitzende der Fachabteilung Junger DEHOGA in Schleswig-Holstein macht mit bei der „langen Nacht der alkoholfreien Getränke“. Mit der Aktion wollen Gastronomen und Hoteliers in ganz Deutschland auf die Gefahren des Alkoholmissbrauchs aufmerksam machen.

Die lange Nacht der alkoholfreien Getränke ist Teil der bundesweiten Aktionswoche „Alkohol – Kenn dein Limit“, die vom 13. bis 21. Juni stattfindet. Von Samstag bis Freitag wollen die Wirte an bestimmten Abenden nur alkoholfreie Getränke anbieten. Außerdem stellen sie ihren Gästen einen Selbsttest und Informationen über Alkohol bereit.

Hinter der Aktionswoche stehen die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bundesministerium für Gesundheit. Die Schirmherrschaft trägt Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Mit der Aktion will die Regierung die Öffentlichkeit vor allem auf die Gefahren des Alkoholkonsums bei Jugendlichen aufmerksam machen. Gastronomen und Hoteliers für dieses gesellschaftliche Problem sensibilisieren will auch Lutz Frank vom DEHOGA Schleswig-Holstein. Mit selbst entworfenen Plakaten und Aufrufen an seine 2600 Mitglieder macht sich sein Verband stark gegen das Komasaufen unter Jugendlichen.
 
Jeder Gastronom des DEHOGA Schleswig-Holstein habe ein Plakat erhalten und soll seinen Gästen in der Aktionswoche zur Begrüßung einen alkoholfreien Cocktail servieren. Lutz Frank appelliert an Gastwirte, sich bei der Aktion zu engagieren. Für Frank tragen auch Gastronomen und Hoteliers eine gesellschaftliche Verantwortung. Frank ist selbst Wirt und betreibt den Gasthof Turmschänke in Seedorf. Seine Mitarbeiter hat er in Teambesprechungen für den Umgang mit jugendlichen Gästen trainiert. „Wenn wir uns nicht sicher sind, wie alt ein Gast ist, fragen wir immer nach dem Ausweis.“ Bei Veranstaltungen lassen sich die Mitarbeiter der Turmschänke sogar von jedem Jugendlichen einen Ausweis zeigen.

Auch der DEHOGA Bundesverband in Berlin will Gastronomen und Hoteliers über den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen aufmerksam machen. Dafür hat der Verband Schulungen und Seminare über Abgabenbestimmungen und Gesetze ins Leben gerufen. Außerdem unterstützt der Verband die Kampagnen des Deutschen Verbands der Spirituosenindustrie, zum Beispiel die Aktion „Jugendschutz. Wir halten uns daran!“ oder die „Schulungsinitiative Jugendschutz“. „Wir setzen auf Information und Aufklärung“, betont Pressesprecherin Heckel. „Aber wir wollen den Alkohol nicht verteufeln oder verbieten.“

Sensibilisierung und Aufklärung halte der Verband für wirkungsvoller als jugendliche Testkäufer. Der DEHOGA spricht sich damit gegen den Vorschlag der Bundesregierung aus, minderjährige Testkäufer als Lockvögel in Geschäften einzusetzen. Mit den jugendlichen Testkäufern will die Bundesregierung den Alkoholmissbrauch bekämpfen. Nachlässige Händler sollen abgeschreckt werden. So aufgedeckte Verstöße könnten in Zukunft bis zu 50.000 Euro kosten.

An der bundesweiten Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch vom 13. bis 21. Juni beteiligen sich außer dem Gastgewerbe auch Sportvereine, Ärzte, Beratungsstellen, Kirchen, Einkaufszentren und Betriebe.

Gegen jugendliche Testkäufer

Mit der Aufklärungskampagne und den geplanten Gesetzen folgen die Politiker in Berlin den Empfehlungen der EU-Kommission zu den Gefahren von Alkohol. Laut dem Drogen- und Suchtbericht des Bundesministeriums für Gesundheit konsumieren in Deutschland mehr als 9,5 Mio. Menschen Alkohol in gesundheitlich bedenklichen Mengen. 1,3 Mio. Bürger gelten als alkoholabhängig. Besonders erschreckend: 20 Prozent der Jugendlichen ab 12 Jahren greifen regelmäßig zur Flasche. Fast jeder zehnte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren trinke Alkohol in so großen Mengen, dass die Gesundheit in Gefahr sei.
 
www.aktionswoche-alkohol.de

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