Ausland
Erdbeben in Italien: Hotels an der Adria beherbergen Opfer
AQUILA. Große Solidarität und spontane Hilfsbereitschaft für die Erdbebenopfer in Italien, auch von seiten der Hoteliers. Schon in der ersten Nacht nach der verheerenden Naturkratastrophe in den Abruzzen haben zahlreiche Obdachlose die unbürokratische Hilfe von Hotels an der Adriaküste angenommen und dort die Nacht verbracht.
Von Rimini bis Pescara, San Benedetto del Tronto und entlang der „Riviera delle Palme” reicht die Kette der Solidarität. Die italienische Regierung hatte noch am Montag Kontakt mit der Hoteliersvereinigung Federalberghi aufgenommen und die Zusage für 6500 Betten erhalten. Mit Sonderbussen wurden die durch das Erdbeben obachlos gewordenen Personen beziehungsweise Familien von Aquila und den umliegenden Bergdörfern der Abruzzen an die Adriaküste gebracht.
Obwohl tagsüber die Sonne scheint und die Temperaturen schon sommerliche Werte annehmen, wird es nachts am Fuße des Gran Sasso noch empfindlich kalt. Dennoch haben zunächst offensichtlich nur 2000 Personen von dem Angebot, im Hotel zu übernachten, Gebrauch gemacht. Viele wollen – aus psychologischen Gründen und aus Angst vor Plünderungen - den Ort des Geschehens nicht verlassen. Sie haben die Nacht in den errichteten Zeltlagern und in ihren Autos verbracht.
