AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Buchungsportale

Editorial

Erinnerung an den Sündenfall

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/5 vom 28. Januar 2012
von  

Wann hat es zuletzt eine solche Protestwelle gegeben? Warum ist die Empörung der Hotellerie wegen der Provisionserhöhung des Hotelbuchungsportals so groß?

Schon die Art und Weise, wie HRS vorgegangen ist, hat viele auf die Palme gebracht. Sich ausgerechnet auf eine Umfrage der Hoteldirektorenvereinigung (HDV
weiter mit Mausklick...
) zu stützen, mutet wie blanker Hohn, wie ein Schlag ins Gesicht an. Diente doch die Untersuchung dazu, die Buchungsplattformen zu moderateren Kommissionen zu bewegen und die Partner einander näher zu bringen. Stattdessen beruft sich HRS auf den ermittelten Provisionsdurchschnitt von knapp 15 Prozent und erhöht entsprechend.

Allein aber die Erhöhung macht vielen Hoteliers zu schaffen, denn die Vertriebskosten steigen erneut. Gern wüssten sie auch, wie HRS denn kalkuliert. Sind die Margen angemessen?

Die vieler Hoteliers mag auch Ausdruck ihrer Ohnmacht gegenüber den Buchungsportalen sein. HRS steht für alle Portale und hat durch sein eiskaltes Vorgehen das Fass zum Überlaufen gebracht, sich dem Vorwurf ausgesetzt, seine Marktmacht missbraucht zu haben. Und die Hotellerie an ihren Sündenfall erinnert.

Denn diese hat die Preisgestaltung längst aus der Hand gegeben. Das Sagen haben die Vertriebspartner. Und wer eine höhere Auslastung durch Dumpingpreise erkauft und Zugeständnisse bei den Konditionen macht, stärkt abermals die Macht der Vertriebspartner – und verdirbt das Preisbewusstsein der Gäste. Dies zu ändern, wäre eine der Antworten auf die Demütigung durch HRS.

Eine andere könnte lauten: Den VertriebBetriebswirtschaftliche Funktion im Sinne von Absatz.
weiter mit Mausklick...
selbst in die Hand nehmen. Und: ein brancheneigenes Portal aufbauen. Das erfordert allerdings Solidarität. In den USA ist gerade eines auf den Weg gebracht worden. Oder – einfach auf Google warten.

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

Die verflixte Preisfrage

Welche Stadt hat die niedrigsten Zimmerpreise? - Ein Kommentar von Hendrik Markgraf, Chefredakteur der AHGZ. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Peter Löbel, St. Gallen
Peter Löbel, St. Gallen

29.01.2012 um 13:09

Betreff: Brancheneigenes Portal

Warum noch immer kein eigenes Buchungsportal der Hotels??? Vielleicht hat ja noch niemand genau nachgerechnet. (Ausgenommen Google) Nach einer, zugegebener Maßen sehr vereinfachten Rechnung, hat jedes Hotel in Deutschland 2011 fast 44 Tausend Euro Provisionen bezahlt. Und das allein an die Buchungsportale Das macht bei rund 18.000 Hotels um die 788 Millionen Euro. Rechnung: 240 Millionen Übernachtungen in Deutschland 2011 89 Euro pro Person und Nacht = 21360 Mio Euro 25% der Buchungen über Hotelbuchungsportale 59 Mio Buchungen = 5251 Mio Euro 15% Provision = 788 Mio Euro bei rund 18.000 Hotels in Deutschland = 43778 Euro Provision pro Hotel Quellen Statistisches Bundesamt Hotelverbandes Deutschland (IHA) Hoteldirektorenvereinigung (HDV) Hotel.com

Anzeige