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Stolz: Wahabi Nouri hat die Gault-Millau-Tester überzeugt  Foto: Archiv

Auszeichnung

Gault Millau: Wahabi Nouri ist „Koch des Jahres“

17. November 2009
von  

MÜNCHEN. Aromenkunst, Experimentierfreude und „Erlebnisse, die weit über das rein Sinnliche hinausgehen“ waren für die 25 Tester der Gault-Millau-Deutschland-Ausgabe 2010 die Hauptkriterien bei den großen kulinarischen Entdeckungen. Während mit je 19,5 Punkten wieder Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube Baiersbronn, Helmut Thieltges im Waldhotel Sonnora, Dreis, und Joachim Wissler im Vendôme in Bergisch-Gladbach die höchste Stelle des Koch-Olymps erklommen haben, lobte die Gourmetbibel gerade auch die junge Garde kreativer Köche.

So wurde mit 18 Punkten der in Casablanca geborene Wahabi Nouri zum „Koch des Jahres“ bestimmt. Der 39-Jährige betreibt n Hamburg das Restaurant Piment und „schüttelt gute Ideen mit Leichtigkeit aus dem Ärmel“. Zu den weiteren herausragenden Köchen zählen laut Christian Jürgens im gerade im Umbau befindlichen Gourmetrestaurant Überfahrt am Tegernsee sowie Christian Lohse vom Fischers Fritz in Berlin, die beide erstmals 19 Punkte bekamen. Ihre 19 Punkte verteidigen konnten Klaus Erfort, Gästehaus Erfort, Saarbrücken, Thomas Bühner, La Vie Osnabrück, Hans-Stefan Steinheuer, Restaurant zur alten Post in Bad Neuenahr, Christian Bau, Schloss Berg in Perl-Nennig, Sven Elverfeld, Aqua Wolfsburg, und Heinz Winkler, Residenz Aschau.

Eine Überraschung gab es in München: Als „einfühlsamen Aromen-Dirigenten“ bezeichnen die Tester den 38-jährigen Jakob Stüttgen in der Terrine. Er wurde mit 17 Punkten gekürt und ist für Gault Millau der „Aufsteiger des Jahres“. Zusätzliche Ehrungen gingen bei der Gault-Millau-Präsentation im Münchner Hotel Königshof heuer an Daniel Achilles, Reinstoff Berlin, als „Entdeckung des Jahres“, Manfred Friedel vom Königshof München wurde „Oberkellner des Jahres“ und Melanie Wagner, Schwarzer Adler in Oberbergen, darf sich „Sommelier des Jahres“ nennen. „Restaurateur des Jahres“ wurde Erhard Schäfer vom „Maître im Kuckuck“ in Köln, Ronny Bolz erhielt die Auszeichnung als Pâtissier der Villa Rothschild in Königstein und Henry-Oskar Fried von der Köhlerstube in Baiersbronn beeindruckte durch das „Menü des Jahres“, bei dem er die Aromen Afrikas kulinarisch erschloss.

Auf 18 Punkte steigern sich Patrick Bittner, 38, vom Gourmetrestaurant Français in Frankfurt/Main, Holger Bodendorf, 42, vom Bodendorf’s auf Sylt, Oliver Heilmeyer, 45, vom 17fuffzig in Burg (Spreewald), Karl-Emil Kuntz, 51, von der Krone in Herxheim, Frank Rosin, 43, vom Rosin in Dorsten und Dirk Schröer, 33, vom Caroussel in Dresden. Auf 18 Punkte abgewertet wird „der sonst so ehrenwerte“ Nils Henkel vom Gourmetrestaurant Lerbach - Nils Henkel in Bergisch Gladbach. Er verliert wie auch alle anderen Köche, die Heringskaviar verwenden, einen Punkt. Der Guide empfindet dieses von französischen Behörden als Heringsmüll bezeichnete Kunstprodukt aus geräucherten Heringsabfällen, Wasser, Salz, Maisstärke, Zitronensaft und Zitronensäure und Tinte vom Kalamar sowie Xanthan als Sittenverfall.

Weil er seine Küche „als einfühlsamer Aromen-Dirigent mit ständig reifender Experimentierlust und farbenfroher Gestaltungsfreude zum kulinarischen Hotspot entwickelte“, wird Jakob Stüttgen, 38, von der Terrine in München erstmals mit 17 Punkten bewertet. Und weil er wie Nouri zu den jungen Talenten zählt, die mit einer schöpferischen Küche überzeugen, kürten ihn die Tester auch zum „Aufsteiger des Jahres“.

Ebenfalls erstmals 17 Punkte, die für „höchste Kreativität und bestmögliche Zubereitung” stehen, erkochen sich Alexander Dressel, 38, vom Friedrich Wilhelm in Potsdam, Benedikt Faust, 33, vom L’étable Bad Hersfeld, Hans Horbert, 39, vom La Vision in Köln, Marco Müller, 39, von der Rutz-Wein-Bar in Berlin, Markus Philippi, 30, vom Casala in Meersburg, Christoph Rainer, 35, von der Villa Rothschild in Königstein/Taunus, Alexander Schütz, 28, vom St. Bénoit in Oberammergau, Ronny Siewert, 31, vom Friedrich Franz in Bad Doberan-Heiligendamm und Patrick Spies, 30, von der Villa Hammerschmiede in Pfinztal - allesamt aus der vom Gault Millau seit jeher besonders geförderten jungen Garde einer kreativen und spannenden Küche. Von den mit 17 bis 19,5 Punkten ausgezeichneten 110 Köchen stehen 20 in Baden-Württemberg, 18 in NRW, 17 in Bayern und 11 in Berlin am Herd.

Insgesamt bewertet der Gault Millau in seiner neuen Ausgabe 1060 Restaurants. Die 25 Tester, verleihen 857 Luxuslokalen und Landgasthöfen, Bistros und Hotelrestaurants die Kochmützen. Dazu müssen die Köche mindestens 13 von 20 Punkten erreichen, was einem Michelin-Stern nahekommt. Auch 108 Küchenchefs in den neuen Bundesländern erkochen diese Auszeichnung.

Der Gault Millau hat im Vergleich zur Vorjahrsausgabe 168 Restaurants "abserviert" und nimmt 80 inspirierte Küchen neu auf. 134 Köche werden höher als im letzten Guide bewertet, 138 niedriger. 46 Küchenchefs verlieren die Kochmütze.
Hart ins Gericht geht der Gault Millau mit TV-KochJohann Lafer. Sein Gourmetrestaurant auf der Stromburg wird von von 17 auf 15 Punkte abgewertet.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Feinschmecker
Feinschmecker

18.11.2009 um 17:31

Betreff: Gault Millau

Generell gesagt, muß man die "Restauranttester" von zwei Seiten betrachten. Haben die Herrschaften vielleicht schlecht geschlafen, schreiben Sie eine negative Kritik. Erhalten diese vielleicht eine kleine Aufmerksameit, fällt die Kritik positiver aus!