Finanzen
Grand Hotel Heiligendamm: Gesellschafteranteile entwertet
von Heike Kinkopf
HEILIGENDAMM. Das Grand Hotel Heiligendamm steht finanziell auf der Kippe. Sollten die knapp 2000 Eigentümer des stolzen Strandhotels an der Ostsee nicht auf einen Großteil ihres eingezahlten Kapitals verzichten und gleichzeitig sogar noch Geld nachschießen, droht der Verkauf der Immobilie oder gar die Insolvenz. Das schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer aktuellen Ausgabe.
Für Branchenkenner kommt die Nachricht nicht überraschend. Das 5-Sterne-Haus hatte in jüngster Vergangenheit wiederholt mit Negativschlagzeilen zu kämpfen. In der Kritik steht insbesondere der Immobilienunternehmer Anno August Jagstfeld und seine Fundus-Gruppe (AHGZ vom 8. März 2010). Zu Fundus gehört nicht nur das Grand Hotel Heiligendamm, sondern auch das Hotel Adlon in Berlin.
Hoffen auf Trendwende
Mit dem Immobilienfonds Fundus 34 haben die Anleger den Wiederaufbau des Grandhotels an der Ostsee finanziert, das 2003 eröffnet worden ist. Das ursprünglich von den Anlegern eingezahlte Kapital von weit über 100 Mio Euro soll auf 12,7 Mio. Euro herabgesetzt werden, so die FAZ nach einer Pressemitteilung. Weiter sehe ein Restrukturierungskonzept von Pricewaterhouse Coopers vor, dass die Anleger 32,5 Mio. Euro frisches Geld nachschießen sollen. Mit diesem Schritt verknüpft ist die Hoffnung auf die Trendwende.
Heiligendamm steht auf schwachen Füßen. Im Jahr 2008 lag der Netto-Umsatz bei 15,6 Mio. Euro. Es folgte das Krisenjahr 2009, das der deutschen Hotellerie im Durchschnitt einen Umsatzeinbruch von 7,5 Prozent bescherte (AHGZ Top 200 vom 29. Mai 2010). Laut FAZ belief sich der Verlust 2009 auf 1,4 Mio. Euro. Vergangenes Jahr dann schaffte Heiligendamm den Turnaround im operativen Hotelgeschäft und erwirtschaftete einen Gewinn von 400.000 Euro. 2009 hatte sich die Eigentümergesellschaft vom Betreiber Kempinski getrennt und den Hotelbetrieb selbst übernommen.
