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Im Alter von 80 Jahren verstorben: Günter Rachfahl. Foto: VHH/Petra Luipold

Gestorben

Günter Rachfahl ist tot

14. Januar 2009

EPPELHEIM. Der Gastro-Experte und Meinungsbildner Günter Rachfahl ist tot. Er starb vorvergangene Woche 80-jährig in Eppelheim. Unermüdlich kämpfte er mit Herz und Temperament um Qualität und Niveau der Weiterbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe. Während seiner 40-jährigen Lehrtätigkeit an der Hotelfachschule Heidelberg war er seiner Schule und seinen Schülern ein zukunftsweisender Ratgeber.

Seit 1965 initiierte er die Meisterlehrgänge in Heidelberg und war bis 2006 in den Prüfungsausschüssen „Meister im Gastgewerbe“ an den Industrie- und Handelskammern Rhein-Neckar, Heidelberg und Baden-Baden tätig. Für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt er die goldene Karl-Friedrich-Nebenius-Medaille.

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Leser-Kommentare zum Artikel (7)

Jaime A. Beck
Jaime A. Beck

12.02.2009 um 22:19

Betreff: Kleiner Nachruf für Günter Rachfahl

Freunde, Ihr ehemaligen Heidelberger! Echte Bestürzung erfasste mich heute Morgen: Auf Jobsuche und beim Aussortieren einiger älterer AHGZ-Ausgaben (24. Januar 09) fiel mein Auge auf die Todesanzeige für unseren wirklich sehr besonderen und von vielen geschätzten Günter Rachfahl (1928-2009). Sein sehr konzentriertes, lebhaftes Engagement im Unterricht, sein stets offenes Ohr als Ratgeber in beruflichen Fragen sowie viele andere Charakterzüge zeichneten ihn als eine echte Persönlichkeit aus und bleiben mir, und sicherlich vielen von Euch, über die Jahre hinweg in dankbarer Erinnerung; sagen zu können: ja, ich habe ihn gekannt, er war mein Lehrer! Seid alle lieb gegrüßt aus Berlin Jaime

Jens Weber, Nordheim
Jens Weber, Nordheim

18.01.2009 um 00:21

Betreff: Danke, Günter Rachfahl

Liebe Kolleginnen und Kollegen der nationalen und internationalen Hotellerie und Gastronomie, ich war sehr betroffen, als ich über den plötzlichen Tod von Günter Rachfahl informiert wurde. Noch im Dezember hatte ich (wie kann's auch anders sein ) ein interessantes Fachgespräch mit ihm. Er war so, wie ihn alle kannten: Auf den ersten Blick ein wenig knurrig, beim genaueren Hinsehen jedoch herzlich und voller fachlicher Kompetenz. Ich habe Günter Rachfahl sowohl als Dozent während meiner Meisterausbildung, als auch später als IHK - Prüferkollegen kennen - und schätzen gelernt. Wir verabschieden uns von einem Mann, dessen ganzes Leben der Gastronomie, aber insbesondere der Aus ? und Weiterbildung junger Menschen gewidmet war. Günter Rachfahl ,- er ist eine Institution in der deutschen Hotellerie & Gastronomie geworden. Sein Beruf war für ihn Berufung. Mit Günter Rachfahl, nehmen wir Abschied von einem Kollegen, der nie die menschliche Seite vernachlässigte, und auch als streng geltender Prüfer immer Fairness bewahrte. Vielen tausend ? heute international tätigen - Führungskräften und Meistern im Gastgewerbe hat er in fünf Jahrzehnten in Theorie und Praxis seine enormen Fachkenntnisse vermittelt. Seine zahlreichen Bücher, die er verfasste, darunter das Lexikon der Gastronomie, zählen heute zur Standardausstattung angehender Meister im Gastgewerbe im gesamten Bundesgebiet. Günter Rachfahl war für mich ein personifiziertes gastronomisches Lexikon! Sein über Jahrzehnte angeeignetes Fachwissen hat mich, wie viele andere ? sehr beeindruckt. Nun müssen wir Abschied nehmen, und ich bin stolz darauf einer seiner Schüler und später für einige Jahre sein Prüferkollege gewesen zu sein. Ich wünsche ihm den ewigen Frieden. Günter Rachfahl wird mir stets ein Vorbild bleiben, und mit mir werden viele dankbar an die gemeinsam erlebte Zeit zurückdenken, und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Jens Weber

Heiko Wichmann, Bad Zwischenahn
Heiko Wichmann, Bad Zwischenahn

17.01.2009 um 13:09

Betreff: Tod von Günter Rachfahl

Einer der fähigsten Gastronomie-Dozenten Deutschlands hat uns verlassen. Ich hatte das Glück, bei ihm einen seiner letzten Meisterkurse in Heidelberg Anfang 2007 zu besuchen und erfolgreich abzuschließen zu dürfen. Sein Wissen und sein Engagement wird aber in Hunderten seiner Schülern und Mitstreitern weiterleben und Früchte tragen. Sein Bemühen gerade um die Speisekarte / Menükunde (Sichwort "Carpaccio") wird mir immer in Erinnerung bleiben. Er hinterläßt aber dennoch eine große Lücke unter den Freunden der Koch- und Tischkultur. Heiko Wichmann Hotelmeister 2. Vorsitzender VSR Weser-Ems

Aina Keller, Hamburg
Aina Keller, Hamburg

16.01.2009 um 11:45

Betreff: Trauer um Günter Rachfahl: Ein Leben mit dem Stundenplan

Wer Studiendirektor Günter Rachfahl a. D. kannte und ihm im Unterricht begegnet war, erlebte ihn als einen Mann mit viel Temperament, der unermüdlich um Qualität und Niveau der Weiterbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe kämpfte. Während seiner fast 40-jährigen Lehrtätigkeit an der Hotelfachschule Heidelberg war er seiner Schule und seinen Schülern stets ein zukunftsweisender Ratgeber. Am 8. Januar 2009 ist Günter Rachfahl im Alter von 80 Jahren in Eppelheim plötzlich gestorben.

 

Günter Rachfahl gehörte zu jener Generation, die während des Gymnasiumsbesuchs mit 16 Jahren als Flakhelfer in Berlin zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach dem Krieg: Lehrzeit im Hotel- und Gaststättengewerbe, praktische Tätigkeit in verschiedenen Hotelbetrieben, Fachschulbesuch in Heidelberg, Beschäftigung in der Hotelverwaltung, am Hotelempfang, in der Betriebskontrolle und als Geschäftsführer. Prägend für seinen weiteren Berufsweg war die Begegnung mit dem damaligen Direktor der Heidelberger Hotelfachschule, Dr. Helmut Büchler, der ihn für die Lehrtätigkeit gewinnen konnte.

 

Günter Rachfahl studierte am Staatlichen Berufspädagogischen Institut in Stuttgart, legte seine Lehramtsprüfungen ab und erhielt schon während seines Studiums einen Teil-Lehrauftrag an der Hotelfachschule. Sein besonderer Einsatz galt immer der Lehrstoffentwicklung und dem Ziel, das Weiterbildungsprogramm der Schule mit den Anforderungen des Hotelgewerbes zu koordinieren. Im engsten Kontakt mit dem Hotelgewerbe kämpfte er stets um den unerlässlichen Praxisbezug an den Hotelfachschulen und war maßgeblich an der Gründung der einjährigen Fachschule für Gastronomie beteiligt. Nicht nur durch Vorträge, Veröffentlichungen in der Fachpresse und Teilnahme an internationalen Fachausstellungen, bei denen er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, machte er sich einen Namen. Auch die Leitung von Seminaren an Akademien für Lehrerfortbildung und Mitarbeiterschulung in Hotels ist eng mit ihm verbunden.

 

Im Auftrag der Bundesregierung übernahm Günter Rachfahl eine gutachterliche Tätigkeit im Rahmen der Entwicklungshilfe in Indien. Die Gastronomische Akademie Deutschlands, der er seit 1963 angehörte, berief ihn als Ratsmitglied und verlieh ihm 1993 deren höchste Auszeichnung, den Carl-Friedrich-von-Rumohr-Ring. 1965 initiierte Rachfahl die Meisterlehrgänge in Heidelberg und war bis 2006 in den Prüfungsausschüssen ?Meister im Gastgewerbe? an den Industrie- und Handelskammern Rhein-Neckar, Heidelberg und Baden-Baden tätig. Für seinen langjährigen, ehrenamtlichen Einsatz erhielt er die Karl-Friedrich-Nebenius-Medaille.

 

Auch als Autor zahlreicher Fachbücher, die ihm Rahmen literarischer Wettbewerbe mit Preisen ausgezeichnet wurden und bundesweit im Unterricht benutzt werden, machte sich Günter Rachfahl einen Namen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung in Berlin berief ihn zur Erarbeitung der Rechtsverordnungen für die Meisterausbildung im Auftrag des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zum Sachverständigen. Für das Oberschulamt Karlsruhe war er mehrere Jahre für die pädagogische Ausbildung technischer Lehrer zuständig.

 

Für seine 25-jährige Tätigkeit als Schatzmeister der Vereinigung der Hotelfachschüler zu Heidelberg (VHH) wurde er an historischer Stelle, im Reichstag zu Berlin, zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Nicht zuletzt erhielt er vom Verband der Köche Deutschlands die Goldene Verdienstnadel für die Förderung des Berufsstandes. Gefragt, was ihn über die Jahrzehnte als Lehrer motiviert habe, antwortete Günter Rachfahl einmal: "Zu erleben, wie meine ehemaligen Schüler das vermittelte Rüstzeug umsetzen und anwenden, in Führungspositionen des Hotel- und Gaststättengewerbes aufzusteigen, ihre berufliche Befriedigung finden und sich gern an ihre Heidelberger Zeit erinnern."

 

Seine Freunde, Kollegen und mehr als eine Generation von Fachschülern, denen er gleichermaßen väterlicher Begleiter war, verlieren mit Günter Rachfahl einen herausragenden Fachmann, einen der prägendsten Lehrerpersönlichkeiten unserer Branche und geschätzten Ratgeber. Die Hotelfachschule Heidelberg, die Vereinigung der Hotelfachschüler zu Heidelberg und der Fritz-Gabler-Schulverein werden Günter Rachfahl ein ehrendes Andenken bewahren.

Jean-Georges Ploner, Frankfurt
Jean-Georges Ploner, Frankfurt

15.01.2009 um 16:23

Betreff: Günther Rachfahl

Auch ich war ein Schüler von Günther Rachfahl und erinnere mich gerne an seinen fundierten Unterricht. Ich habe viel und gerne bei ihm gelernt. Dafür hier noch mal ein großes Dankeschön, lieber Herr Rachfahl, mögen Sie in Frieden ruhen.

thomas hinz, heilbronn
thomas hinz, heilbronn

15.01.2009 um 16:14

Betreff: Herr Rachfahl

Seine Lehrmethoden waren streng aber gerecht. Ich hab in meinem Restaurant Meisterkurs 1986 so viel gelernt, das ich z.B. die "Menükunde" heute noch zum Unterricht benutze. Leider fehlt es heutzutage immer mehr an Menschen wie Herr Rachfahl. In meinem Herzen lebt er weiter. Thomas Hinz

Gabrielle Baneth, Solingen
Gabrielle Baneth, Solingen

14.01.2009 um 18:47

Betreff: Zur Erinnerung an Herrn Günter Rachfahl

Liebe Redaktion,

als Absolventin der Hotelfachschule, Heidelberg möchte ich gerne Ihren Artikel zum Tod meinem Dozenten Herrn Günter Rachfahl ergänzen, wie folgt: Der Studiendirektor Günter Rachfahl (Jahrgang 1828), gelernter Koch mit zahlreichen Auszeichnungen bei internationalen Kochkunstaus-stellungen, Absolvent der Hotelfachschule Heidelberg, danach in verschiedenen Abteilungsleiter-Funktionen der Hotellerie, Studium am Staatlichen Berufspädagogischen Institut in Stuttgart, war vierzig Jahre als Dozent an der Fachschule für das Hotel- und Gaststtätten-gewerbe in Heidelberg tätig.

Günter Rachfachl war Ratsmitglied der Gastronomischen Akademie Deutschlands und Träger des Carl-Friedrich-von Ruhmor-Rings. Er war Referent in den Küchen-, Restaurant- und Hotelmeister-lehrgänge in Heidelberg und Baden-Baden, außerdem seit 1965 Mitglied in den Prüfungsausschüssen der Industrie und Handelskammern Rhein Neckar und Baden-Baden.

Als Dozent hat sich Herr Rachfahl insbesondere mit den Gebieten "Küchentechnoligie", Hotelorganisation" und Personalwesen" gleichzeitich führte er Fortbildungs-Seminare und Mitarbeiterschulungen durch. Koch Harlad Wohlfahrt, wie viele andere Stars, wie Dieter Müller, Lothar Eiermann, Vincent Klink u.a. so dass - ohne zu übertreiben, sagen kann: "die besten Köche und nicht nur, waren seine Schüler" Zur Erinnerung an Herrn Günter Rachfahl Mit besten Grüßen Alma G. Baneth