Editorial
Gutbürgerlich ist Trumpf
Die Renaissance der deutschen Küche schlägt sich auch in der Wahl des Restaurants nieder: Gutbürgerliche Gaststuben stehen in der Gunst der Deutschen ganz oben. Das hat die jüngste Apollinaris Geschmacksstudie ergeben (Seite 5).
Und was essen die Restaurantbesucher am liebsten? Fleisch, also Lammbraten, Schnitzel und Roulade. Nudelgerichte, wer hätte das gedacht, rangieren weit hinten. Eher kommen noch Geflügel und Fisch auf den Teller. Gern regionaler Herkunft, wie andere Untersuchungen belegen. All dies ist Ausdruck der Sehnsucht nach Natürlichkeit, nach den Wurzeln.
Rund ein Drittel der Deutschen geht laut Apollinaris-Umfrage gern in Fast-food- und Schnellrestaurants. Das wundert nicht, denn in wirtschaftlich trüben Zeiten bevorzugen es die Verbraucher schnell und günstig.
Quick-Service-Restaurants sind auch die Gewinner der Gastronomiebilanz 2009, die jüngst die Marktforscher der npdgroup vorgelegt haben (AHGZ vom 17. Oktober). Die Fast-food-Anbieter konnten die Zahl der Besucher stabil halten. Auch beim Umsatz legt Quickservice am meisten zu, profitiert also von der Krise.
Kurzum: Die Systemgastronomie wächst, die Individualgastronomie fällt zurück. Nicht zuletzt aufgrund einiger Wettbewerbsverzerrungen, etwa der günstigeren Besteuerung beim Take-awayGeschäft. Daher gilt: Die (Individual-)Gastronomie braucht den reduzierten Mehrwertsteuersatz nötiger denn je.
Und wie gut schneiden die Sternerestaurants ab? Elf Prozent der Deutschen gehen regelmäßig in Sternelokale, sagt Apollinaris. Die leiden zwar auch unter der Krise, sind aber Spitze, wie der neue Michelin-Führer bestätigt (Seite 1).


Gankiewicz, Breisach
16.11.2009 um 09:34
Betreff: Gutbürgerlich ist Trumpf
Der Trend, dass Gäste gut-bürgerliche Küche bevorzugen, ist nicht ganz neu. Es ist auch verständlich, dass Gerichte aus "Omas Zeiten" so beliebt sind.
Meine Feststellung ist, dass es nicht nur der Wunsch nach der "mir bekannten,, regionalen Küche" ist, sondern auch einen praktischen Aspekt hat: Viele Gerichte die "Mama" für uns gekocht hat, sind sehr aufwändig und nehmen viel Zeit in Anspruch.
Wir überlassen die Arbeit also gern den Gastronomen und genießen.