Hotel Mercure Potsdam
Hasso Plattner will das Hotel nun doch nicht abreißen lassen
von Hans-Dieter Schaaf
POTSDAM. Der Software-Milliardär Hasso Plattner will die Kunsthalle, die er Potsdam in Aussicht gestellt hat, nun doch nicht am heutigen Standort des Hotels Mercure im Stadtzentrum errichten. Für den Bau sollte das frühere Interhotel am Lustgarten abgerissen werden. Das 4-Sterne-Hotel gehört heute zur Accor-Gruppe und verfügt über 210 Zimmer und Suiten.
Plattner begründete seinen Rückzug mit Konflikten, die es zum Standort in Potsdams Mitte und zum Abriss des Hotels gegeben habe. Zwar habe es viel Zuspruch, aber auch ablehnende Stimmen gegeben. So hatte die Tourismus- und Hotelbranche angesichts vieler Touristen in der Stadt den Verlust zahlreicher Gästebetten und Arbeitsplätze beklagt. Zudem hatten insbesondere alteingesessene Potsdamer den Abriss des Hotels als „Verlust an DDR-Geschichte“ empfunden. Und auch mit der Weißen Flotte, die am Lustgarten ihre Schiffsanlegestellen hat, ließ sich kein Kompromiss über eine gemeinsame Existenz finden. Er wolle nicht persönliche Ziele gegen den Willen einer Minderheit durchsetzen, äußerte Plattner in einer Stellungnahme.
Der Unternehmer will nun die Kunsthalle auf eigenem Firmengelände am Jungfernsee am nördlichen Stadtrand bauen lassen. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs wie auch weitere Vertreter der Stadt zeigten sich enttäuscht, hegen jedoch die Hoffnung, den Mäzen doch noch umstimmen zu können. Jakobs nannte die Entscheidung Plattners bedauerlich, denn der Standort am Lustgarten gegenüber dem zurzeit neu entstehenden Landtagsschloss wäre einmalig und eine weitere Touristenattraktion der Stadt. Einzig der Umstand, dass Plattner weiterhin am Bau der Kunsthalle in Potsdam festhalte, sei tröstlich. Laut Jakobs soll, wenn der Unternehmer seine jetzige Entscheidung nicht mehr ändere, das 17-geschossige Mercure-Hotel mindestens weitere 20 Jahre betrieben werden.
Hasso Plattner, der in Potsdam bereits ein eigenes Institut gegründet und mehr als 20 Mio. Euro für die historische Fassade und das Kupferdach des Landtagsschlosses gespendet hat, will der Stadt die Kunsthalle schenken und sowohl den Bau als auch den Betrieb bezahlen. Er will dort ostdeutsche Kunst der vergangenen 60 Jahre, wechselnde Ausstellungen und später auch Teile seiner Privatsammlung zeigen.


