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Editorial

Lukrativer Budgetmarkt

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/3 vom 16. Januar 2010

Deutschland könnte sich hin zu einer Drittel-Gesellschaft entwickeln: Ein Drittel hat Arbeit und verdient gut. Das zweite Drittel ist ohne Arbeit. Dazwischen liegt das Drittel aus Patchworkern, aus sogenannten atypisch Beschäftigen, das halbwegs über die Runden kommt.

Bezogen auf die künftige Altenrepublik Deutschland ergibt sich ein ähnliches Bild: Ein Drittel der Rentner wird ausgesorgt haben. Das zweite Drittel kommt passabel durch. Das letzte Drittel aber lebt in bescheidenen Verhältnissen. Es bleibt ausgegrenzt.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich auch der Markt der Hotellerie. Die Pole heißen Limited Service, wenig Dienstleistung, und Full Service, viel Dienstleistung. Das sind zwei Geschäftsmodelle mit Zukunft.

In Zeiten des Downgrading und Downshifting ist der Budgethotelmarkt besonders interessant. Die verfügbaren Einkommen schrumpfen, die Zahl der Vollbeschäftigten geht zurück, die Altersvorsorge engt die Budgets ebenfalls ein. Und die Wirtschaftskrise verschärft dies noch.

Gerade mal 8 Prozent der Markenhotels gehören in Deutschland zum Budget-Segment. Wobei der Begriff Budget etwas unscharf ist. Das Spektrum reicht von Low Budget über Budget-Design und Economy bis Midscale. Die Übergänge sind fließend.

So dringen die Großen in den Markt der Kleineren, privat geführten Häuser ein. Es entsteht ein Wettstreit um das F&B-Angebot, um die Wertigkeit der Ausstattung, die Größe der Zimmer, den Service und so fort. Für große Betreiber ein profitabler Markt. Auch für Investoren: Dank der sogenannten Prefab-Systembauweise sind Bauzeit und Baukosten sehr günstig. Mehr darüber auf Seite 1. Viel Vergnügen bei der Lektüre.

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