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Steuern & Abgaben

Bitte zahlen: Verluste durch die Reduzierung der Mehrwertsteuer wollen zwei Städte nun kompensieren Foto: Archiv

Branchenpolitik

Nach Köln fordern auch Bremen, Osnabrück, Lüneburg und Mannheim die Bettensteuer

18. Januar 2010
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BREMEN. Durch die Reduzierung der fehlt den Kommunen Geld. Das wollen sie sich durch die Hintertür zurückholen. In Köln sollen Hoteliers künftig 5 Prozent des Übernachtungspreises an die Stadtkasse abführen. Den Entwurf für eine entsprechende Satzung hatte der Hauptausschuss der Stadt Köln kürzlich mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. Die Steuer soll der Stadt Mehreinnahmen von rund 20 Mio. Euro bringen, das Geld für kulturelle Zwecke genutzt werden.

Nun wollen Bremen, Osnabrück, Lüneburg und Mannheim nachziehen. Laut radiobremen begrüßt die SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft den Vorschlag der Grünen, eine "Kultur- und Förderabgabe" für Hoteliers einzuführen. So suche die rot-grüne Landesregierung nach einem Weg, das durch die Reduzierung der Mehrwertsteuer entstandene Defizit in der Haushaltskasse auszugleichen. Nach Plänen der Grünen soll das Hotelgewerbe 6 Prozent der Nettoeinnahmen für Übernachtungen abführen.

Die Grünen in Osnabrück fordern, die Hoteliers sollen ihr Steuergeschenk an die Stadt weiterreichen, die es allerdings nicht zur Haushaltssanierung verwenden, sondern in die Kulturförderung stecken wolle. Das berichtet die neue OZ online. Auch ein Festbetrag von 2,50 Euro pro Übernachtung steht zur Diskussion.

Ähnliche Pläne in Lüneburg und Mannheim

Auch die Lüneburger Stadtratsfraktion der Grünen will die Bettensteuer in Lüneburg auf Anfrage der Grünen prüfen, wie das Hamburger Abendblatt meldet. Und zuguterletzt wollen nun auch die Sozialdemokraten in Mannheim den Stadtetat über eine Übernachtungssteuer aufbessern. Wie die Stuttgarter Zeitung meldet, hat sich Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) nicht dazu geäußert.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Nordrhein lehnte die Hotelsteuer bereits konsquent ab. www.ahgz.de/news/Koeln-will-Hotels-besteuern,200012171662.html

Ebenso der DEHOGA Bundesverband, der gleichzeitig eine Rückkehr zu den Fakten sowie eine sachliche Debatte zur Steuerreform fordert: www.ahgz.de/news/pages/protected/show.php?id=200012171604&nofrag=1
www.ahgz.de/news/DEHOGA-Zurueck-zu-den-Fakten,200012171716.html

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Leser-Kommentare zum Artikel (3)

Thomas Pecha   Köln
Thomas Pecha Köln

21.01.2010 um 17:09

Betreff: Kölner Unfug-Steuer

Oh je... was ist mit Köln-immerhin meine Heimatstadt-bloß geworden? Es scheint mir als sollen jetzt die Hotels den Unfug und den Wahnsinn ausbaden, die die Stadtverwaltung Köln und die Stadtsparkasse Köln durch die verschleuderten Millionen an die Nutznießer des Oppenheim-Esch-Fonds aus dem aberwitzigen Köln Messehallen Geschäft verloren haben.

Frank Metzing, Peine
Frank Metzing, Peine

19.01.2010 um 09:32

Betreff: Steuer

Eines sei hier auch mal gesagt: Nicht jeder Wirt und nicht jeder Hotelier sympatisiert mit der FDP!

Winter, Berlin
Winter, Berlin

19.01.2010 um 06:39

Betreff: Kölner Steuerunfug

Was passiert da eigentlich in Köln? Ich erinnere mich an meinen Geschichtsunterricht: deutsche Kleinstaaterei, hunderte Zölle, Steuern, Währungen in einem Land. Was treibt die Kölner SPD um? Sind die Hoteliers der Stadt tatsächlich ihr Feindbild? Will man die Linke noch links überholen, indem man eine ganze Unternehmerschaft anprangert und finanziell angeht? Wie wäre es dann auch mit den Bäckern, Fleischer, Supermärkten und Zoofachhandlungen? Die verkaufen auch 7%ige Waren. Was wollte denn der Gesetzgeber mit der Steuerreduktion bewirken? Er wollte ein Gleichgewicht zu den reduzierten Sätzen in der Hotellerie der Nachbarstaaten herstellen. Er wollte den Tourismus stärken, indem Investitionen in oder aus der Hotellerie heraus getätigt werden. Hat Köln das alles nicht nötig? Wir betreiben ein Haus in Köln, und wir werden keinen Cent bezahlen. Da warten wir in aller Ruhe den ersten Bescheid ab und lassen uns auf Zahlung verklagen. Das sollten alle Hotelliers machen! Die Kommune hat nicht gegen den Bund zu agieren und jeder Politiker sollte seine Unternehmer schützen und fördern: Geben und Nehmen. Der Kölner SPD würde ich für die Idee allein ein paar Jahre Karnevalfrei verordnen, um zur Besinnung zu kommen, der langfristige Schaden, der hier angerichtet wird, scheint nicht überblickt zu werden.