AHGZ-Top 50-Ranking
Licht und Schatten über den Top 50
Im Jahr 2011 hat die Kettenhotellerie in Deutschland das zweite Jahr in Folge ein Plus eingefahren: Um 5,4 Prozent hat der UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
weiter mit Mausklick... aller Top-50-Hotelgesellschaften zugelegt. Zusammen beträgt ihr Nettoumsatz 7,08 Mrd. Euro (Seite 2). Damit fällt der Zuwachs allerdings kleiner aus als im Vorjahr, als der Nettoumsatz um 13,5 Prozent gestiegen ist. Mit dem aktuellen Wert liegen die umsatzstärksten Hotelgruppen im deutschen Markt auf Augenhöhe mit den Top-200-Einzelhotels. Die umsatzstärksten deutschen Privathotels haben ihren Nettoerlös 2011 um 5,7 Prozent gesteigert.
Von den Top 50 haben 84 Prozent im vergangenen Jahr ein Umsatzplus erwirtschaftet, 2010 waren es noch 97,4 Prozent. Weniger Umsatz als im Vorjahr melden 14 Prozent der Top 50. Ein Jahr zuvor war der Anteil der Umsatzverlierer mit 2,6 Prozent noch verschwindend gering. Der Durchschnittsumsatz pro Hotel schrumpfte 2011 um 1,2 Prozent auf 4,16 Mio. Euro. Ernüchternd wirkt der Blick auf die KennziffernKennzahlen.
weiter mit Mausklick... durchschnittliche Zimmerbelegung und durchschnittlicher Nettozimmerpreis: Beide liegen im Minus. So ist die ZimmerrateZimmerpreis.
weiter mit Mausklick... im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 1,5 Prozent gesunken, von 85,55 Euro auf 84,23 Euro. Die Auslastung ging im Schnitt um 0,6 Prozent zurück, von 63,7 Prozent auf 63,3 Prozent.
Skepsis im laufenden Jahr
Für das laufende Jahr sind die Hoteliers eher skeptisch (Seite 8). Die Unternehmen, die eine Umsatzprognose für 2012 abgegeben haben, erwarten im Durchschnitt ein Minus von 7,6 Prozent. Die Teilnehmer, die 2011 zusammen für 3,54 Mrd. Euro Umsatz stehen, rechnen mit einem Rückgang auf 3,27 Mrd. Euro.
Ihre Gewinnsituation beurteilen die Unternehmen auch im aktuellen Ranking überwiegend positiv (Seite 2). So bezeichnet knapp ein Viertel die Gewinnsituation als sehr gut (24,3% nach 27,8% im Vorjahr). Mit „gut“ bewertet mehr als die Hälfte der Hotelgruppen (59,5% nach 61,1% 2010) ihre Gewinnsituation. Als noch zufriedenstellend beschreiben 13,5 Prozent der Ketten die Lage (zuvor 8,3%). Nur 2,7 Prozent der Unternehmen sprechen von einer schwachen Gewinnsituation (zuvor 2,8%). Als schlecht stuft – wie im Vorjahr – kein einziges Hotelunternehmenmehrere miteinander in Verbindung stehende Hotels und deren wirtschaftliche sowie rechtliche Stellung.
weiter mit Mausklick... die eigene Gewinnsituation ein. Kaum verändert hat sich zum Vorjahr die durchschnittliche Verteilung der Erlöse: Der LogisÜbernachtung. Übernachtungspreis ohne Frühstück.
weiter mit Mausklick...-Anteil liegt bei 62,3 Prozent, F&B trägt zum Gesamtumsatz 30,9 Prozent bei.
Obwohl es einige erhebliche Verschiebungen bei den Umsätzen gab, hat sich auf den vorderen Plätzen die Reihenfolge der 50 umsatzstärksten Hotelgesellschaften nicht verändert (Seite 3). Spitzenreiter ist und bleibt die deutsche Gesellschaft des französischen Accor-Konzerns. Unter den verschiedenen Marken der Gruppe, von Formule 1 bis Novotel, laufen in Deutschland rund 330 Hotels. 819 Mio. Euro Umsatz haben Accors Eigen- und Pachtbetriebe im vergangenen Jahr zusammen erwirtschaftet. Da Accor generell einen höheren Franchise-Anteil ansteuert, der Umsatz der FranchisenehmerVertragspartner des Franchisegebers , der durch den Abschluss eines Franchise-Vertrags die Rechte zur Nutzung eines Geschäftskonzepts in einer festgelegten Region erwirbt.
weiter mit Mausklick... aber im Ranking nicht einfließt, steigt der berücksichtigte Umsatz mit plus 0,5 Prozent nur wenig. Gerade erst hat Accor Deutschland das Zertifikat des Deutschen Franchise-Verbands für sein Franchisesystem erhalten.
Deutschland-Chef Peter Verhoeven sagt: „Wir setzen auch weiterhin auf Wachstum in diesem Bereich. Eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie ist aber nur mit starken Partnern möglich.“ Bei den Hotelmarken konzentriert sich Accor gerade darauf, die angekündigte Stärkung von Ibis umzusetzen und die ehemaligen Etap- und All-Seasons-Häuser in Ibis Budget beziehungsweise Ibis Styles umzuflaggen.
Auf Platz zwei liegt Best Western Deutschland mit 189 Häusern und 632,2 Mio. Euro Nettoumsatz. Das entspricht einem Umsatzplus von 11,9 Prozent. Geschäftsführer Marcus Smola macht sich auch um die Zukunft keine Sorgen. „Die rasant wachsenden Anforderungen an ein Hotel fordern uns als Dienstleister immer wieder neu“, ist er überzeugt.
Die Entwicklung von Distributionsstrategien und von Alternativen zu steigenden Vertriebskosten sind für ihn Beispiele, welche Aufgaben für Hotelbetreiber wichtig sind. Zusätzlich müsse die Hotellerie noch Rezepte gegen einen drohenden Mitarbeitermangel austüfteln. Smolas Best-Western-Motto für die nächsten Jahre: „Ein modernes Serviceangebot an Vermarktungs- und Beratungsleistungen, das es dem Hotelier ermöglicht, sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren und damit wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“ Interconti will aufsteigen
Die Intercontinental Hotels Group (IHG), deren Deutschland-Umsatz um 4,7 Prozent gesunken ist, bleibt trotzdem mit einem Erlös von 511,5 Mio. Euro auf Platz drei. Allerdings meldet das Unternehmen eine konstante Zimmerrate von 91 Euro und eine leicht gestiegene Belegung von 68 Prozent (nach 67,4% im Vorjahr). Karl-Heinz Pawlizki, Vice President Global Operations, Planning&Performance, erklärt den Umsatzrückgang mit Betriebsunterbrechungen in zwei Hotels sowie dem Abgang des Hauses in Köln, das nun Dorint betreibt.
Der Rückgang in diesem Jahr ficht Pawlizki nicht an. „IHG will langfristig die Nummer eins in Deutschland werden“, unterstreicht er. Dabei setze er vor allem auf die Marken Holiday Inn und Holiday Inn Express. Allerdings will auch IHG, wie Marktführer Accor, hauptsächlich über Franchise wachsen. Umsätze dieser Betriebe zählen im Top-50-Ranking aber nicht mit. Auch die Marke Indigo, deren ersten zwei Häuser in Berlin in diesem Jahr bereits eröffnet wurden, soll zulegen. Arabella bei Starwood
Auf Platz vier folgt wieder Maritim, das mit 37 Hotels in Deutschland 373,8 Mio. Euro umgesetzt hat. Platz fünf belegt Starwood Hotels&Resorts mit einem Gesamtumsatz von 364 Mio. Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 4,3 Prozent. Die Hotels des ehemaligen Joint-Ventures ArabellaStarwood sind nach dessen Auflösung in die Umsätze von Starwood Hotels&Resorts eingeflossen und tauchen daher in diesem Ranking erstmals nicht mehr als eigene Position in der Tabelle auf.
Auf Platz sechs behauptet sich Steigenberger. Die Gruppe, hinter der seit einigen Jahren die ägyptische Unternehmensgruppe Travco steht, hat sich kürzlich wieder einmal von ihrem Vorstandschef getrennt. Bis ein Nachfolger für Arco Buijs gefunden ist, führt Finanz-VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick... Matthias Heck die Geschäfte. Nachdem 2011 Neueröffnungen in Leipzig und auf Usedom die Zahl der Häuser auf 66 erhöht hatten, gibt es 2012 drei Neueröffnungen. Das Intercity-Hotel in Bonn ist im April an den Start gegangen, im Oktober sollen ein Intercity-Hotel in Darmstadt und das Steigenberger Airport Hotel in Berlin die Pforten öffnen. Das Berliner Haus liegt am neuen Großflughafen, dessen für das Frühjahr 2012 geplante Eröffnung sich verschiebt.
Grand City legt kräftig zu
Platz sieben nimmt die Hospitality Alliance ein. Deren 69 Häuser in Deutschland haben 296,3 Mio. Euro eingenommen. CEO Alexander Fitz will die Zahl der Betriebe, die zuletzt um zwei auf 69 gesunken ist, wieder kräftig aufstocken. In den nächsten fünf Jahre solle die Marktposition in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter ausgebaut werden. Fitz: „Einerseits steht die Erschließung neuer Top-Standorte aller Hotelbrands auf der Agenda. Andererseits wird die Schärfung des Markenprofils der Hospitality Alliance AG)Abk. für Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick... Deutschland vorangetrieben.“ Auf Rang acht verharrt NH Hoteles Deutschland. Dabei haben die Spanier in Deutschlandumsatz im vergangenen Jahr unter der Regie von Maarten Markus um 6,8 Prozent auf 268 Mio. Euro gesteigert. Auf Platz neun folgt Marriott.
Einen Umsatzsprung von mehr als 20 Prozent hat Grand City hingelegt und sich damit um einen Platz vorwärts auf Rang 10 geschoben. Auch die Zahl der Betriebe in Deutschland stieg von 85 auf 103. Und Grand-City-Chef Christian Windfuhr behält ein rasantes Expansionstempo bei. Bis Ende 2013/14 sollen mindestens 50 Häuser – in Deutschland und anderen europäischen Ländern – dazukommen.
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Das starke Wachstum hat zu einigen organisatorischen Änderungen geführt, etwa ein eigenes Call Center und die Einführung regionaler Strukturen. Nach der Zahl der Betriebe ist Grand City nach Accor die zweitgrößte Hotelbetreibergesellschaft in Deutschland. Diese Marktdurchdringung habe es Grand City ermöglicht, die Zahl der unter eigenem Namen geführten Hotels auf 57 zu steigern. Wichtig für das stark wachsende Unternehmen sind genügend qualifizierte Mitarbeiter. Dafür hat Grand City seine interne Junior Sales Academy ausgebaut und ist eine Kooperation mit der London School of Business&Finance eingegangen.
Auf Platz elf folgt – mit 216,2 Mio. Euro Umsatz und damit deutlichem Abstand – Hilton. Der HotelkonzernRechtlich selbstständige Hotelunternehmungen unter einer Leitung .
weiter mit Mausklick... ist in Deutschland zurzeit auf spektakuläre Neueröffnungen abonniert. Ende 2011 ging in Frankfurt das Doppelhotel der Marken Hilton und Hilton Garden Inn an den Start. Beide sind in einer auffälligen Immobilie untergebracht: dem Squaire direkt am Flughafen der Mainmetropole. Und auch die nächste Eröffnung, das Luxushotel Waldorf Astoria in Berlin, wird in der Branche mit Spannung erwartet.
Rang zwölf geht an die EventInszenierte Veranstaltung in meist außergewöhnlicher Umgebung , die Gäste durch ihre emotionale Ansprache aktivieren soll.
weiter mit Mausklick...-Hotelgruppe mit 213 Mio. Euro Umsatz, das sind 4,5 Prozent mehr als 2010. Von Platz zehn im Vorjahr auf Platz 13 abgesackt ist die Neue Dorint. Deren Umsatz ist von 252,9 Mio. auf 198,7 Mio. Euro eingebrochen, das entspricht einem Minus von 21,4 Prozent. Auf Rang 14 folgt die Rezidor Hotel Group, deren Umsatz von 165,5 Mio. Euro auf 173,1 Prozent gestiegen ist.
Um einen Platz nach oben auf Rang 15 geschoben hat sich Kempinski. Die Hotelgruppe mit deutschen Wurzeln, deren Mehrheitseigner die thailändische Königsfamilie ist, wächst außerhalb Deutschlands kräftig. In Österreich öffnete vor Kurzem ein Kempinski-Haus in Tirol, in Wien steht eine Neueröffnung an. Sonst sind vor allem Asien, Afrika oder Südamerika im Fokus der Expansionsstrategie. Allein 2012 öffnen sechs Häuser in China. In Deutschland führt Kempinski zehn Betriebe. Zurzeit wird das Haus in Gravenbruch bei Frankfurt gründlich renoviert und aufgefrischt, dessen Eigentümer gewechselt hat. Leider meldet die Gruppe keinerlei absolute Zahlen. Der deutsche Markt habe sich jedoch mit einem Zimmerumsatzwachstum von rund 9 Prozent 2011 hervorragend erholt, so das Unternehmen. Präsident und CEO Reto Wittwer will die Gastronomie zu einem Schwerpunkt der Luxushotelkette entwickeln.
Einen gewaltigen Umsatzsprung von mehr als 42 Prozent hat MotelBeherbergungsbetrieb, der mit einem Hotel zu vergleichen ist, jedoch in der Regel über kein Restaurant verfügt.
weiter mit Mausklick... One vollbracht. Damit klettert die Budgetdesign-Kette im Ranking von Platz 21 auf Platz 16. Sprecherin Ursula Schelle-Müller nennt als größte Herausforderung der nächsten Jahre, „weiterhin Mitarbeiter für die Hotellerie und Motel One zu begeistern und weiterzuentwickeln“. Auch der „sehr kurze Renovierungszyklus“ der hochwertig ausgestatteten Häuser, die immer in einem Top-Zustand sein sollen, sei fordernd.
Lindner ist positiv gestimmt
Nach QGD HotelmanagementDas Führen oder die Leitung eines Beherbergungsunternehmens.
weiter mit Mausklick... auf Rang 17 folgt an 18. Stelle Lindner Hotels. Chef Otto Lindner hat seine Häuser mit einem Nachhaltigkeitssiegel zertifizieren lassen und meldet für 2011 eine höhere Belegung und eine höhere Zimmerrate.
Die Hotelgruppe zieht es nun nach Bayern. „Jetzt gilt es, den so wichtigen Standort München zu besetzen – die Chancen dafür stehen gut“, so Prokurist Dieter Tuxhorn. Wenn nicht Bettensteuern oder eine Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung die Ertragslage verschlechterten, blicke Lindner mit großer Hoffnung auf die nächsten Jahre.
Die Althoff-Gruppe, von Rang 26 auf 23 aufgerückt, will „deutschland- und europaweit in ausgewählte City- und Resortdestinationen expandieren“. HMG Hotel Management steigt von Platz 27 auf Platz 25 auf. Geschäftsführer Hartmut Schröder will das Longstay-ProduktBezeichnung für am Markt angebotene Wirtschaftsgüter .
weiter mit Mausklick... Livin Residence by Fleming’s verstärkt entwickeln. Aufgestiegen auf Platz 27 ist RIMC. Die Gesellschaft führt 21 Häuser in Deutschland, das sind vier mehr als 2010. Der Umsatz stieg um fast 30 Prozent auf 61,3 Mio. Euro.
Abgerutscht von Platz 24 auf 32 ist Starman, das die Le-Méridien-Häuser führt. Starman hat die Häuser in München und Nürnberg verloren und entsprechend Umsatz eingebüßt. Überholt wurde Starman von der schnell wachsenden B&B-Gruppe. Die Budgetkette hat die Zahl ihrer Hotels hierzulande von 37 auf 43 erhöht. Die von Mark Thompson geführte Gruppe behält die hohe Schlagzahl bei, wie der hohe Umsatzzuwachs und acht Neueröffnungen 2012 zeigen. Das soll laut Thompson auch so bleiben. Der B&B-Chef will nach eigener Aussage in den nächsten vier Jahren das Portfolio in Deutschland verdoppeln. „Der Fokus liegt weiterhin auf der Gästezufriedenheit sowie der Erweiterung der MarkenbekanntheitProzentsatz der Personen einer Zielgruppe, die eine Marke kennen, wobei drei Ausprägungen unterschieden werden: "Unaided Recall Die aktive Markenbekanntheit ermittelt ohne Zuhilfenahme von Gedächtnisstützen die ungestützte Erinnerung an bestimmte Marken.
weiter mit Mausklick...“, unterstreicht er. Da B&B sich als „führende Hotelmarke im Economy-Sektor“ etablieren wolle, nehme die zügige Entwicklung neuer Projekte eine wichtige Rolle ein. Thompson hält fest: „Wir folgen dabei konsequent unserem Standortkonzept: Günstige Innenstadtlagen mit guter Verkehrsanbindung sowie attraktive citynahe Lagen an Hauptverkehrsachsen. Die Nähe zu Restaurants, Flughäfen und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist ebenso entscheidend.“
Dormero steigt hoch oben ein
Zum ersten Mal hat GI Hotelmanagement beim Top-50-Ranking die Zahlen geliefert. Es hat sich gelohnt: Die Gruppe steigt direkt auf Platz 33 ein. Zurzeit führt sie sieben Dormero-Hotels in Deutschland, ein achtes Haus kommt bald in Berlin hinzu. Gerade erst wurde – nach einjährigem Umbau bei laufendem Betrieb – das Stuttgarter Haus im Unterhaltungskomplex SI Centrum wiedereröffnet. Wie die Häuser in Frankfurt und Hannover verkörpert das Stuttgarter Hotel den Flaggschiff-Look der Marke. Hinter der Gesellschaft stehen Marcus Maximilian Wöhrl, sein Vater Hans Rudolf Wöhrl undAleksej Leunov. Außer den Dormero-Hotels betreibt das Unternehmen noch fünf Hotels in Berlin und Dresden. Eine weitere Expansion ist geplant: Gold Inn will mit Dormero auf 20 Häuser wachsen.
Als Standorte sind unter anderem Hamburg, München, Düsseldorf und Wien vorgesehen. Die Marke Dormero soll vor allem im Norden und Süden Deutschlands wachsen. Ins aktuelle Ranking fließt der Umsatz von elf Hotels ein, die zusammen 45,1 Mio. Euro erwirtschaftet haben.
Weiter wachsen will Achat. Die Hotelgruppe, die sich um drei Ränge auf Platz 39 verbessert hat, betreibt in Deutschland 25 Häuser und hat ihren Umsatz 2011 um 11,9 Prozent gesteigert. Geschäftsführer Wilhelm Kotter plant sowohl die Übernahme bestehender Hotels als auch Neubauten. „Achat soll innerhalb Deutschlands zur bekanntesten Marke im mittleren Marktsegment^ Segment.
weiter mit Mausklick... avancieren“, bekräftigt er. Ordentlich beim Umsatz zugelegt hat Upstalsboom: plus 25,1 Prozent. Das lässt die Freizeithotelgruppe von Platz 50 auf Rang 44 vorpreschen. Geschäftsführer Bodo Janssen betont: „Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft in der Hotellerie liegt in der Attraktivität für die besten Mitarbeiter.“
Meininger setzt auf Themen
Neu im Ranking dabei ist die Meininger-Gruppe, die Hotels und Hostels betreibt und stark europaweit expandiert. Das Unternehmen steigt auf Platz 45 ein. Mit dem Partner Holidaybreak im Rücken will Geschäftsführer Sascha Gechter weiter expandieren. In Deutschland stehen zusätzliche Häuser an bereits von Meininger besetzten Standorten auf dem Plan. Gechter will durch den neuen Ansatz eines standortabhängigen Themas für jedes Hotel Individualität und Atmosphäre schaffen. Dritter Newcomer im Ranking ist Seetel. Chef Rolf Seelige-Steinhoff schmiedet für die nächsten Jahre bereits Pläne für Neubauten in Bansin und eine Erweiterung in Trassenheide.
Nicht mehr im Ranking vertreten ist Center Parcs. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben nur noch zwei Hotels in Deutschland, was eine seriöse Schätzung der Umsatzzahlen unmöglich macht. Millennium&Copthorn hat nur noch ein Hotel in Deutschland, seit das Stuttgarter Haus als Dormero an die Gold-Inn-Gruppe ging, und scheidet ebenfalls aus dem Ranking aus. Dafür steigt Gold Inn in die Top 50 ein.
Welche Hotelgruppen im deutschen Markt im laufenden Jahr besonders kräftig expandieren wollen, zeigt die Tabelle auf Seite 8, die die Zahl der Neueröffnungen beziehungsweise Übernahmen für 2012 auflistet. Am stärksten wächst demnach Best Western, das mit 15 neuen Hotels an den Start geht, darunter die Standorte Bautzen, Berlin, Bremerhaven, Ehingen, Fellbach, Mainz, Pirmasens und Stralsund. Weiterhin dynamisch zeigt sich auch Grand City: Die Gruppe plant 2012 hierzulande zehn neue Hotels, und zieht dabei von der Zahl neuer Zimmer sogar gleich mit den Eschbornern – beide bringen jeweils 1500 Zimmer neu in den Markt. 1150 neue Zimmer, verteilt auf fünf Hotels, eröffnet die Hospitality Alliance – jeweils eins in Dortmund, Duisburg und Hamburg sowie zwei Häuser in München. Hilton-Haus lässt auf sich warten
Eine starke Konzentration auf die Hauptstadt zeigt die Intercontinental Hotels Group: Gleich vier Häuser in Berlin sind neu im Portfolio. Darunter ist das im Mai gestartete Doppelhotel am Alexanderplatz, das außer einem Holiday Inn auch das zweite deutsche Haus der Marke Indigo beherbergt. Das erste, ebenfalls in der Hauptstadt, ging im Februar an der Hardenbergstraße an den Start.
Im September folgt noch ein Crowne Plaza. Zusammen mit einer Neueröffnung in Augsburg will Interconti so um 868 Zimmer zulegen.
Auch der deutsche Ableger der Budgetkette B&B gibt sich weiterhin expansiv. Acht neue Häuser mit 854 Zimmern kommen neu dazu. Standorte sind Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Kaiserslautern, Kiel, Mönchengladbach und Würzburg. Motel One meldet zwei neue Häuser in Essen und Köln. RIMC plant fünf neue Häuser in Bad Kissingen, Berlin, Frankfurt, München und Schwerin.
Die spektakulärste Neueröffnung, die offiziell noch für dieses Jahr angekündigt ist, ist aber das Waldorf Astoria der Hilton-Gruppe. Das neue Flaggschiff in Berlin soll nach mehreren Terminverschiebungen eigentlich vor dem Jahreswechsel seine Pforten öffnen. Allerdings wird in der Branche spekuliert, dass Hilton doch erst 2013 die ersten Gäste seiner Edelmarke in Deutschland empfangen wird.
Eine Aufschlüsselung der einzelnen Hotelgesellschaften nach ihrer Betriebstruktur, also wie viele Häuser im Eigenbesitz sind beziehungsweise über Pacht-, Management- oder Franchiseverträge geführt werden, liefert die Tabelle auf Seite 4. Unter welchen Marken die Hotelketten ihre Häuser führen, zeigt die Tabelle auf Seite 6. Mövenpick ist geschrumpft
Was die künftige Umsatzentwicklung betrifft, sind die Meinungen in der Kettenhotellerie geteilt. Das legen jedenfalls die Ergebnisse der Grafik auf Seite 8 nahe, in der die Einschätzungen von 32 Hotelgruppen dargestellt sind. Die teilnehmenden Ketten, die zusammen 2011 3,54 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet haben, erwarten für dieses Jahr nur noch 3,27 Mrd. Euro. Das entspricht Umsatzeinbußen von 7,6 Prozent. Allerdings enfällt das durchschnittlich erwartete Minus lediglich auf fünf Hotelgesellschaften, die sich darauf einstellen, in Deutschland kleinere Brötchen zu backen. Denn die 27 anderen teilnehmenden Gruppen erwarten einhellig ein Umsatzplus.
Tatsächlich ist vor allem Mövenpick, das drei Häuser in Deutschland abgegeben hat, für das erwartete Minus verantwortlich. Die Schweizer rechnen für 2012 mit 11 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Nur mit geringen Umsatzrückgängen von um die 2 Prozent kalkulieren RIMC, Welcome, Relexa und Günnewig. Im ersten Halbjahr sehen die Zahlen auch noch gut aus: Von den 32 Hotelgesellschaften, die sich geäußert haben, melden 28 ein Umsatzplus.
Die obere Grafik auf Seite 8 zeigt die Erwartungen der Top 50 an weitere KennzahlenDie fortlaufende numerische Erfassung der wichtigsten betriebsinternen Abläufe.
weiter mit Mausklick... für das laufende Jahr – nämlich wie sich Gewinn, Umsatz, Gästezahl und Durchschnittspreis im Vergleich zu 2011 entwickeln werden. Was den Gewinn betrifft, sind die Ketten zwar nicht mehr ganz so enthusiastisch wie vor einem Jahr.
Damals rechnete kein einziges Unternehmen mit einer Verschlechterung. Nach wie vor überwiegt aber der Optimismus.
Die absolute Mehrheit (54,3%) rechnet damit, dass die Gewinne 2012 „etwas besser“ ausfallen als im Vorjahr. Weitere 17,1 Prozent sehen viel bessere Gewinne, 20 Prozent erwarten stagnierende Profite. Nur 8,6 Prozent der Unternehmen befürchten eine etwas schlechtere Gewinnsituation, keines eine viel schlechtere.
Noch positiver fallen die Umsatzerwartungen aus: 16,2 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer viel besseren Umsatzentwicklung, 67,6 Prozent mit einer etwas besseren Entwicklung. 10,8 Prozent gehen von einer Stagnation aus, und nur 5,4 Prozent erwarten, dass sich die Erlöse etwas schlechter entwickeln. Auch bei den Gästezahlen sind die Hotelketten mehrheitlich auf Wachstum eingestellt. 71,4 Prozent rechnen mit einer etwas besseren, 8,6 Prozent sogar mit einer viel besseren Entwicklung. Dass die Gästezahlen gleich bleiben, erwarten 8,6 Prozent der Teilnehmer, und 11,4 Prozent halten eine etwas schlechtere Entwicklung für wahrscheinlich. Auch beim Durchschnittspreis sieht die Mehrheit der Hoteliers noch Luft nach oben. Viel bessere Preise als vor einem Jahr erwarten 17,1 Prozent, etwas bessere Raten versprechen sich sogar 54,3 Prozent. Knapp ein Viertel rechnet mit stagnierenden Preisen, 5,7 Prozent mit etwas schlechteren.
Welche Hotelketten 2011 die höchsten Preise für ihre Häuser durchsetzen konnten, zeigt die Tabelle der Top-Durchschnittspreise auf Seite 4. An der Spitze behauptet sich die DSR Hotel HoldingDachgesellschaft rechtlich selbstständiger Unternehmen, die nicht an deren operativem Geschäft beteiligt ist.
weiter mit Mausklick..., zu der die Häuser der Marke Arosa, das Neptun in Warnemünde sowie das Louis C. Jacob in Hamburg gehören. Mit durchschnittlich 164 Euro netto kostete in den Hotels der Gruppe das Zimmer mehr als bei jeder anderen Kette. Freilich liegt DSR damit immer noch deutlich hinter den Spitzenhäusern der Top-200-Einzelhotels.
An zweiter Stelle liegt Starman Hotels Deutschland, das drei Häuser der Marke Le Méridien führt, mit einem Durchschnittspreis von 142 Euro. Platz drei belegt die Althoff-Gruppe mit 130 Euro. Es folgen die Fraatz Bartels Unternehmensgruppe mit ihren zwei Hamburger Hotels (124 Euro), Travel Charme (122 Euro), Göbel Hotels (116 Euro), Neue Dorint (97 Euro), HMG (95 Euro), Maritim (94 Euro) und Intercontinental mit 91 Euro.
Welche Hotelgruppen in Deutschland gerade besonders stark wachsen, zeigt die Tabelle der Top-Plusmacher auf Seite 5. Dort ist das Umsatzplus im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgebildet. Spitzenreiter ist die Arcona Management GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick..., die Hotels unter den Labels Steigenberger oder dem eigenen Namen Arcona betreibt. Sie hat ihren Umsatz fast um ein Drittel gesteigert. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen dicht auf die Budget-Ketten Meininger (+30%), B&B (+28%), und Motel One (+27,9%). Ebenfalls kräftige Zuwächse verzeichnen Grand City, Upstalsboom, Arcadia, GI Hotelmanagement (Gold Inn), Achat Hotels und die Hospitality Alliance.
Mitarbeit Isabel Diez und Heike Kinkopf


