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Studie

Rezession bremst Wachstumstrend am Frankfurter Hotelmarkt

1. Oktober 2009

. Die weltweite Wirtschaftsflaute hinterlässt ihre Spuren auch auf den deutschen Hotelmärkten. Die Finanzmetropole Frankfurt muss dabei im ersten Halbjahr 2009 laut Hotelmarktbericht der Dr. Lübke GmbH einen Buchungsrückgang von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Die geringere Zahl ausländischer Gäste und das zurückgegangene Tagungsgeschäft betrifft die 4- bis 5-Sterne-Häuser überproportional.

Trotz stabilem Inlandstourismus kann Frankfurt als Businessstandort mit 70 Prozent Übernachtungen durch Geschäftsreisende dieses Minus aus dem Ausland nicht kompensieren. Das wachsende Hotelangebot wird den Wettbewerb der Marken untereinander weiter verstärken, so das Urteil der Autoren. So sind derzeit elf Projekte mit mehr als 1900 Zimmern bereits in der Realisierung und werden voraussichtlich bis Ende 2010 auf den Markt kommen.

Der Frankfurter kannte in den vergangenen fünf Jahren nur einen Trend - und der ging nach oben. Die Übernachtungsnachfrage hatte dabei mit dem Wachstum des Bettenangebotes jeweils Schritt halten können. Als zweitwichtigster Tagungsstandort in Deutschland mit nur 30 Prozent Freizeitreisenden sieht sich Frankfurt mit den Folgen der Krise stärker konfrontiert. Was den Rückgang der Zimmerauslastung um 9 Prozent betrifft, wird die Mainmetropole noch von Nürnberg, Stuttgart und Düsseldorf übertroffen.

„Der Standort Frankfurt ist für Betreiber und Investoren dennoch auch mittelfristig spannend", so Alexander Trobitz, Leiter Hotel der Dr. Lübke GmbH. „Hier lässt sich seit Jahren bundesweit der höchste Zimmerpreis und damit ein guter Rev-PAR erzielen." Frankfurt liegt mit durchschnittlich 106 Euro pro Zimmer und Nacht 24 Euro über dem Bundesdurchschnitt der Top-10-Hotelstandorte.

Messe- und Tagungsgeschäft bleibt Auslastungsmotor


Im Boomjahr 2008 haben rund 1,58 Millionen Besucher 36 Messen und Ausstellungen frequentiert. Die in vielen Bereichen weltweit führenden Frankfurter Messen verzeichnen seit 2001 jedoch einen nachhaltigen Rückgang an internationalem Publikum. So kamen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr nochmals 12,2 Prozent weniger Gäste, krisen- und währungsbedingt vor allem Amerikaner und Briten.

München hat demzufolge Frankfurt jetzt erstmalig auf den zweiten Platz verdrängt. Knapp ein Viertel der Übernachtungsnachfrage wird durch Tagungen sowie Kongresse generiert und bescherte im vergan-genen Jahr noch ein zusätzliches Rekordergebnis von 4,05 Millionen Besuchern. Die Verschlechterung von Konjunkturklima und Konsum-möglichkeit haben 2009 die Buchungszahlen eindeutig geschwächt. So kamen allein zu der vor Kurzem beendeten IAA rund 16 Prozent weniger Besucher. Dennoch könnte das Übernachtungsaufkommen in 2009 die 5-Millionen-Marke knapp überschreiten.

Firmen preissensibel

Der adäquate Umgang mit der Preissensibilität vieler Gäste wird dabei auch im Hinblick auf die mittelfristige Auslastungsquote ein zunehmend wichtiger Faktor, wird in der Studie betont. Hohe Hotelzimmerpreise während der Messezeiten hatten bereits die Buchmesse veranlasst, Alternativen zu prüfen. Die kompensatorische Ausschöpfung des Potenzials an Freizeit-Touristen bleibt zudem wich-tigste Marketingaufgabe von Stadt und Hotelbetreibern. Trobitz resümiert, dass „durch die Erweiterung des Flughafens sowie die zu erwartende Verbesserung der weltweiten Wirtschaftslage mittelfristig der Anteil internationaler Gäste und Handelsreisender wieder ansteigen wird". Eine Prognose der Fraport AG rechnet bis 2020 mit einer Zunahme des jährlichen Passagieraufkommens von mehr als 60 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2009 hat sich die Nachfrage im Vergleich zum Bettenangebot erstmalig seit sieben Jahren rückläufig entwickelt. Aktuell sind 13 neue Hotels in Bau bzw. Planung und werden bis 2011 das Bettenangebot um 2528 Zimmer erweitern. Fast die Hälfte der Zimmer entstehen auf Basis prozyklischer Planungen der vergangenen Boomjahre im 4- oder 5-Sterne-Segment. Der Wettbewerbsdruck wird sich auch in Frankfurt zwangsläufig erhöhen. Die wenigen Hoteltransaktionen konzentrierten sich ebenfalls auf 4-Sterne-Häuser - die Käufer waren allesamt Fonds. red

www.dr-luebke.com

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