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Gastronomie

Spanischer Koch gibt Michelin-Stern zurück

24. September 2008

MADRID. Weil ihm der Leistungsdruck zu viel wurde, will ein spanischer Sternekoch seinen Michelin-Stern wieder loswerden. Die Auszeichnung des französischen Gourmet-Führers führe zu einer "völligen Versklavung, die mit einem enormen Stress verbunden ist", sagte Joan Borras der katalanischen Zeitung "El Periódico".

Die Köche müssten permanent nach dem Besonderen suchen. Borras erklärte, er wolle lieber das Leben genießen als sich diesem Druck zu unterwerfen und ständig auf Sterneniveau zu kochen. Der Koch hatte in letzter Zeit mit einem Gehirntumor zu kämpfen.

2006 hatte Borras mit seinem Restaurant Hostal Sant Salvador in der Stadt Vall de Bianya im Nordosten Spaniens einen Stern vom Michelin erhalten. Jetzt will er sich nicht weiter anstrengen, ihn zu halten.

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Leser-Kommentare zum Artikel (2)

Hotel zur Mühle
Hotel zur Mühle

24.10.2008 um 17:46

Betreff: Gut gemacht

Meinen Mann wollte ich auch dazu verleiten einen Stern zu erkochen. Der hat dankend abgelehnt und er hat recht, mal von den Gästen abgesehen, die finanzielen Schwierigkeiten die auf einen lauern, ist das Problem, diesen Stern zu halten. Und es haben sich schon einige sehr gute Köche das Leben genommen, weil Ihnen ein Stern weggenommen worden ist. Ich finde es mutig und wünsche dem spanischen Kollegen gute Besserung.

gastronaut
gastronaut

26.09.2008 um 09:23

Betreff: Sterne verglühen

Bravo! Und wieder einer mehr, dem es aufgegangen ist, daß man sich durch die "Auszeichnung" eines Michelin-Sterns nur selbst schadet. Dabei ist der Streß, die Qualität halten zu müssen, noch der geringste. Der wirklich üble Streß ist der, daß man sich Gourmand-Touristen ins Haus holt, die kein Mensch braucht: selbsternannte Restaurantkritiker, keinen blassen Dunst von der Materie, und nach dem Motto "Was, der hat 'nen Stern?-Dann woll'n wa doch mal sehn, ob er sich den verdient hat!" an allem herummäkeln. Der finanzielle Streß ist dann nur noch ein Nebenkriegsschauplatz, denn ein neues Sternerestaurant ohne Sponsor im Hintergrund ist heute schon fast nicht mehr möglich. Kapitalbindung, Wareneinsatz, und nicht zuletzt der Personalaufwand ist einfach zu hoch und macht es unmöglich, das Ganze auf eigenen Füßen wirtschaftlich sinnvoll darzustellen, auch wenn die Betroffenen das vehement leugnen werden.