Buch und Media
Spitzenkoch mit Schreibtalent
STUTTGART. Wie schafft man es, ein Spitzenkoch zu werden? Ist dieser Beruf so glamourös, wie die Medien ihn darstellen? Und wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen deutscher Gourmetrestaurants aus?
Diese und andere Fragen beantwortet Vincent Klink in seinem neuen Buch „Sitting Küchenbull – Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs“ ebenso wortgewandt wie humorvoll. Erschienen im Rowohlt Verlag, gewähren Klinks Memoiren Einblicke in seinen Werdegang und berichten von Lehrjahren bei tyrannischen Küchenchefs, blasierten Kellnern, „saufenden“ Köchen und schwierigen Gästen. Ganz nebenbei entführt das Buch den Leser auf eine Reise in die Geschichte der deutschen Esskultur, die bei der Nachkriegszeit beginnt und bei den Kochmoden der heutigen Zeit endet.
Klink beschreibt in seinem Buch die Suche nach der Authentizität beim Kochen und thematisiert das immer noch vergleichsweise geringe Ansehen dieses bodenständigen Handwerks. Dabei betont er, dass das Einfache oft schwieriger zu perfektionieren ist als Anspruchvolles: „Perfekten Spätzle-Teig herzustellen,... ist hohe Kunst, ein Jakobsmuscheltatar zubereiten kann jeder Sechsjährige in einem Kochkurs!“, sinniert Klink im „Michelin-Kapitel“.
Auch das „irre München“ und das exklusive Restaurant Humpelmayr, eine Station seines Karrierewegs, werden auf humorvolle Weise aufs Korn genommen. Als prall gefülltes Erinnerungsbuch setzt sich Klink kritisch mit der deutschen Küche auseinander und beweist, dass er nicht nur ein Virtuose am Herd ist, sondern auch ein „Meister der Feder“.
Wer den Koch einmal live erleben möchte, kann eine seiner Lesungen in Ludwigsburg, Obersbergen, Heilbronn und Stuttgart besuchen (weitere Informationen unter www.rowohlt.de ). red
Buchinformation:
Sitting Küchenbull - Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs
Rowohlt, 224 S., 19,90 EURO

