Messen
Tagungstrends: Kochlöffel, Kloster und Emotionen
von Regina Goldlücke
DÜSSELDORF. Dem Tagungsgast einen Kochlöffel in die Hand drücken? Warum nicht. Mit „Kochen für alle" hat beispielsweise Dirk Boll vom Landhotel Beverland Erfolg. Die mobile Küche seiner Mitarbeiter Maria Wiggenhorn und Werner Thole macht Tagungsgästen Riesenspaß. „Wir heben uns vom Markt ab und haben derzeit keine Probleme", sagt Boll. Dieses positive Bekenntnis eines Messeausstellers der stb Marketplace in Düsseldorf kann jedoch nicht über die angespannte Situation am Tagungsmarkt hinwegtäuschen.
Schwieriger Markt
„Natürlich ist ein Buchungsrückgang im Tagungsgeschäft da", gibt Sylvia Büttner zu. „Alles andere wäre gelogen. Man rechnet momentan mit einem Minus von 11 Prozent." Die Sprecherin der Mice AG in Berlin kennt die Zahlen und Befindlichkeiten der Veranstaltungsbranche. Und die Trendmesse stb Marketplace in Düsseldorf lieferte ein aktuelles Stimmungsbarometer. Bekanntlich beklagen Hoteliers und Gastronomen für das erste Halbjahr 2009 teilweise dramatische Umsatzverluste. Häuser in Großstädten und Flughafennähe spüren nach DEHOGA-Erhebungen die Krise am stärksten. Gerade hier sind viele Häuser abhängig vom Tagungsgeschäft.
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Emotionales Erlebnis
Punkten allerdings können Hoteliers, wenn sie auf das besondere Erlebnis ersetzt. Denn das Motto lautet in diesen Zeiten „Qualität statt Budget". Die meisten Firmen haben weniger Geld für Veranstaltungen, aber mindestens eins buchen sie dennoch. Und dies dann in besonderen Locations mit Flair wie Kirchen oder Klöster. „Und man wünscht sich Aktivitäten, bei denen jeder mitmachen kann", so Büttner.
Die müssen nicht kostspielig sein. Der Blick hinter Theater-Kulissen, der Abend im Kabarett, Nordic Walking oder Yoga in den Tagungspausen schaffen Gemeinschaftsgefühle. Am besten also, wenn Hoteliers den Kontakt zu entsprechenden Veranstaltern suchen und Pakete anbieten.
Am Hockenheimring versucht man am mit Rennatmosphäre Erlebnisse zu schaffen. „Das Geschäft ist schwieriger geworden", bestätigt Eric Stenge, „aber insgesamt sind wir zufrieden. Wir bieten den Leuten Emotionen." Ursula Wagner vom Treff-Hotel Panorama in Oberhof: „Mittlerweile versuchen viele Hotels ihr Glück im Tagungsgeschäft, nur wird der Kuchen nicht größer. Unsere Stammkunden halten uns die Treue." Werden mehr Anstrengungen unternommen, Gäste zu binden? „Nein. Mehr als wir ohnehin tun, geht nicht." Anders Katerina Christou vom Mercure Düsseldorf-Neuss: „Wir intensivieren unsere Kunden-Mailings und haken nach. Das hält die Buchungen stabil. In den Zimmern der Tagungsteilnehmer bieten wir mit dem Kommunikationssystem Wii eine noch bessere Technik."




