Editorial
Trommeln für die Stadt
Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur
Wiesbaden steht für Tradition. Allein schon das Stadtbild mit seinen Gründerzeitvillen, mit Kurpark, Kasino und Theater geben der Landeshauptstadt eine gediegene, gepflegte Aura. Davon profitiert ein Teil der Hotellerie, der ebenso gediegen und elegant daherkommt wie etwa der Nassauer Hof mit seiner wilhelminischen Fassade. Sie erinnert an große Zeiten, als Wiesbaden zu internationalem Ruhm kam und illustre Gäste wie den russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewskij anzog.
Dieser Ruf ist noch spürbar und mischt sich mit dem einer modernen Gesundheits- und Dienstleistungsmetropole. Vom Gesundheitstourismus leben Häuser wie das Grandhotel Nassauer Hof oder andere Herbergen der gehobenen Kategorie wie das Radisson Blu Schwarzer Bock, das Dorint Sofitel oder das Crown Plaza.
Wobei der Nassauer Hof mit einer Durchschnittsrate von 240 Euro sich auf Preiskämpfe gar nicht erst einlässt und im Rhein-Main-Gebiet mit zwei, drei Mitbewerbern an der Spitze liegt.
Auch der Wettbewerb im mittleren und unteren SegmentNach dem Prozess der Aufteilung des relevanten Markts in Marktsegmente erhält man einzelne Segmente, die eine möglichst homogene Abnehmergruppe zusammenfassen.
weiter mit Mausklick... nimmt zu. Das neue MotelBeherbergungsbetrieb, der mit einem Hotel zu vergleichen ist, jedoch in der Regel über kein Restaurant verfügt.
weiter mit Mausklick... One greift gleich am Hauptbahnhof viele Gäste ab und ein B&B-Hotel wird in diesem Jahr wohl noch eröffnen.
Sorgen bereiten der Hotellerie die Rhein-Main-Hallen. Als Kongresszentrum sind sie in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Neubau oder Sanierung: Seit Jahren drückt sich die Stadt um eine Entscheidung und bringt das Kongressgeschäft der Hotels in Gefahr. Denn anderswo, etwa im umtriebigen Frankfurt, lässt sich’s vortrefflich tagen.
Das Kongressgeschäft ist eh anfällig, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Bleibt das Leisure-Geschäft. Hier ist aus Sicht mancher Hotellerie wiederum das Stadtmarketing gefordert, heftiger für das schöne Wiesbaden als Destination für Kurzreisen zu trommeln.
