Ausland
Türkei will Steuern auf Alkohol senken
von Marina Behre
Ankara. Die türkische Hoteliersföderation TÜROFED sieht einen positiven Schritt der türkischen Regierung im Zusammenhang mit dem Ausschank von giftigem schwarzgebrannten Alkohol in der Türkei. Wie der TÜROFED-Vorsitzende Ahmet Barut der AHGZ exklusiv mitteilte, hat die Regierung heute (Dienstag, 14. April) beschlossen, die Spezialsteuer auf alkohlische Getränke zu senken.
Damit werde eine schon lange diskutierte Forderung der Hoteliers erfüllt. Für die Steuersenkung war in den vergangenen Monaten ursprünglich mit dem Argument der globalen Wirtschaftskrise getrommelt worden. Aber nach dem Bekanntwerden des Problems mit gepanschtem Alkohol war als Grund für dessen Ausschank auch immer wieder angegeben worden, dass schwarze Schafe - auch unter Gastronomen oder Hoteliers - die hohe Spezialsteuer durch diese illegalen Spirituosen umgehen wollten. Mit der Senkung fällt dieser Anreiz nun zumindest geringer aus. Für Bier und Wein soll die Steuer "fast gar nichts mehr" betragen, jedenfalls nicht mehr ins Gewicht fallen, so Ahmet Barut. Für Spirituosen mit mehr als 40 Prozent Alkohol sei sie dann noch etwas höher, aber der neue Satz solle deutlich unter dem früher fälligen Betrag liegen.
Die Hoteliersvereinigung fordere nun das für Kontrollen im Lebensmittelbereich zuständige Landwirtschaftsministerium auf, noch vor der Hauptsaison so viele Hotels wie nur möglich zu überprüfen und die Ergebnisse in einem Zertifikat festzuhalten. "Um unsere Mitglieder mache ich mir dabei wirklich keine Sorgen. Denn wir Hoteliers werden schon streng kontrolliert, dass ist bloß nicht genügend bekannt", betont Barut. Er sei für eine Ausweitung der Zertifizierung, damit überprüfte Häuser ihr Qualitätsbewusstsein nachweisen könnten.
Des weiteren plädiert Barut für die strikte Verfolgung und Bestrafung der Produzenten von schwarzgebranntem Alkohol. Die seriösen Hoteliers und Gastronomen hätten daran schließlich am meisten Interesse. "Ein solcher Fall schadet doch der ganzen Branche", unterstreicht der Verbandschef. Marina Behre
