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Editorial

Unverzichtbares Gastgewerbe

Von Hendrik Markgraf, Chefredakteur

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/9 vom 25. Februar 2012
 Hendrik Markgraf

Gute Nachrichten vom Statistischen Bundesamt für das Gastgewerbe: Gastronomen und zusammen steigerten den UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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im vergangenen Jahr wie selten zuvor. Um 3,8 Prozent, inflationsbereinigt (real) um 2,4 Prozent. Gemeinsam kommen sie auf Erlöse in Höhe von 60 Millionen Euro netto und erreichen wieder das Vorkrisenniveau. Zahlen über die liegen allerdings nicht vor.

Getrennt betrachtet, verzeichnen die Restaurants, Kantinen und CatererUnternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Institutionen oder Personen mit Speisen und Getränken an Orten zu versorgen, an denen normalerweise keine gastronomische Leistung möglich oder üblich ist .
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laut DEHOGA
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den höchsten prozentualen Zuwachs seit der Wiedervereinigung. Das ist umso erfreulicher, als die Gastronomie oft vom wirtschaftlichen nicht so stark erfasst wurde. Diese Entwicklung deutete sich aber schon 2010 an.

Die Hoteliers legten 2010 nominal um 7 Prozent zu, ein Jahr später um 3,7 Prozent. Sie profitieren von der Senkung des Mehrwertsteuersatzes und investieren kräftig. Ja, manchen Unternehmen, auch großen, hat die Steuererleichterung das Überleben gesichert. Umso wichtiger ist es, dass die Reduzierung erhalten bleibt.

All diese Zahlen stimmen die Branche froh. Düster stimmt allerdings die Praxis der Kreditvergabe durch die Banken. Die verschlechtert sich für Gastronomen und Hoteliers nämlich weiter deutlich, wenn wahr wird, was Basel III künftig vorschreibt: mehr EigenkapitalDas von den Eigentümern eines Unternehmens zur Verfügung gestellte Kapital.
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. Auch drohen unvorteilhafte Bewertungen und so fort. Da helfen nur alternative Geldquellen, die Beteiligung Dritter, etwa stille Teilhaber, Genussscheine und vieles mehr (Seite 3).

Vor allem kann gar nicht oft genug darauf hingewiesen werden, welche Bedeutung Hotellerie und Gastronomie als Standortfaktor haben. Das sollten Banken und Politiker nicht vergessen. Ein Restaurant, ein Hotel kann einen Ort, eine ganze Region aufwerten. Es kurbelt den Tourismus an, das Kongressgeschäft; es sorgt für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur.


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Leser-Kommentare zum Artikel (4)

Adelheid Andruschkewitsch, Vellberg
Adelheid Andruschkewitsch, Vellberg

29.02.2012 um 22:15

Betreff: Unverzichtbares Gastgewerbe

Ich kann A JK nur zustimmen. Es kann auf dem Lande nur noch überleben wer Einsatz rund um die Uhr bringt, einen Sponsor hat oder einen Standort neben einer Touristenattraktion. Steht ein Generationswechselan und muß dabei noch kräftig investiert werden, weil manches aufgelaufen ist oder dei Jungen ihr eigenes Gesicht ins Geschäft bringen wollen, ist eine betriebsaufgabe beinahe unausweichlich. All Diejenigen, die dies vorantreiben vergessen gänslich, dass nicht nur ein kleiner Betrieb verloren geht sondern auch ein Kulturgut.

A JK, Horschau
A JK, Horschau

29.02.2012 um 00:57

Betreff: Unverzichtbare Gastgewerbe

Fals es wirklich noch Kolegen geben sollte die glauben, daß das Gastgewerbe NICHT aussterben wird, der verschließt sich der Realität, oder ist in der Stadt tätig.

Auf den Lande wird es zwangsläufig zu einem Gastgewerbe sterben kommen.

Ja bei den Rahmenbedingungen sogar kommen müssen.

Gastronomen auf dem Land konkurieren mit Metzgereien um den Mittagsgast. Im Sommer mit den Vereinsfesten. Und Familienfeiern finden nur noch Zuhause oder im Garten statt.

Negativist? Nein!
Realist!!!
MwSt, Rauchverbot, 0,5% Pormiillegrenze, Vereinsmeierrei, Personalsorgen, Mitbewerber ohne Ausbildung und Eignung, Preisentwiklung: von wegen 2,5% Inflation WEK

Energieaufwand für Pächter tödlich. Irgendwann ist das Mass voll. Es wird nicht mehr lange dauern, und die Quittung bekommen. Einer muss am Ende Zahlen und wenn es nicht die Gäste sind die den Preis für diese Diensleistung zahlen wollen wird sich die Gastronomie nicht mehr rechnen und sterben.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die Banker haben das schon lange erkannt.

Axel Deitermann, Düsseldorf
Axel Deitermann, Düsseldorf

27.02.2012 um 17:31

Betreff: Unverzichbares Gastgewerbe

Hinter die Überschrift des Editorial gehört in dieser Woche für mich ein Ausrufezeichen: Unverzichtbares Gastgewerbe! Dr. Markgraf hat hier ineinem kurzen Editorial alle wesentlichen Probleme der Branche aufgezeigt: Umsatzvolumen Mitarbeiteranzahl Bedeutung für die Region Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Kreditproblem usw. usw. Und wenn wir ehrlich sind, die Öffentlichkeit nimmt es entweder nicht wahr, oder sie hängt solchen marktschreierischen Aussagen der Plitiker zum Thema Mehrwertsteuersenkung an den Lippen. Schade, aber vielleicht mangelt es ja an einer wirksamen und gut gesteuerten Öffentlichkeitsarbeit der Branche. Gutes zu erzählen gibt es mehr als genung, man/wir müssen es nur tun. Gerade die Bedeutung einer guten Gastronomie und eines alle gästenachfragenden Hotelangebotes ist ein wichtiger Faktor für eine gute Standortqualität, sei sie touristisch oder geschäftsreisend geprägt. Beim Thema Eigenkapital hilft natürlich auch der alte Spruch "spare in der Zeit, so hast Du in der Not", will in diesem Fall heißen: Rücklagen bilden und diese fest und zwingend in Höhe von mind. 3% des Umsatzes für anstehende Investitionen.

Steven A.J. Beltjes, Hamburg
Steven A.J. Beltjes, Hamburg

27.02.2012 um 15:53

Betreff: Basel III

Wie ich auch schon in der aktuelle Cost & Logis erwähnt habe; für den Mittelständische Hotelier wird es sehr schwierig an "Vernünftiges" Geld zu kommen.Herr Ripp hat ein tollen Beispiel gegeben, jedoch werden Genussscheine für größere Beträge schwieriger, dafür würde dann eher Venture Capital (Wagniskapital)im Frage kommen. Trotz allem sollte weiterhin erst mit der Hausbank gesprochen werden.

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