DEHOGA
Verband startet Unterschriftenaktion
von Holger Zwink
BERLIN. Eine Branche macht Druck: Am 17. April 2009 startete der DEHOGA Bundesverband eine bundesweite Unterschriftenaktion auf dem neuen Informationsportal zum reduzierten Mehrwertsteuersatz im Gastgewerbe www.ProSiebenProzent.de. Der EU-Finanzministerrat hat am 10. März 2009 beschlossen, dass überall in Europa eine reduzierte Mehrwertsteuer für Restaurants und Hotels eingeführt werden darf. Allerdings weigert sich die Bundesregierung, die massiven Wettbewerbsnachteile für die gastgewerblichen Betriebe in Deutschland zu beenden.
DEHOGA-Präsident Ernst Fischer mahnt deshalb an: "Es kann nicht sein, dass das berechtigte Anliegen einer ganzen Branche von der Politik ignoriert wird. Wir brauchen die reduzierte Mehrwertsteuer zur Ankurbelung der Nachfrage, für Investitionen, für die Mitarbeiter sowie für neue Arbeitsplätze. Und wir brauchen sie jetzt!" Wegen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise seien im Gastgewerbe 100.000 Arbeitsplätze akut in Gefahr.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Hotellerie und Gastronomie haben in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres nominal 5,1 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum, das berichtet das Statistische Bundesamt. Preisbereinigt schlug sogar ein Minus von 7,3 Prozent zu Buche. Hauptbetroffene sind das Geschäftsreisesegment und der Kongresstourismus. Die Firmen sparen massiv. So verzeichnet die Hotellerie ein nominales Minus von 6,8 Prozent (real -9,0 Prozent). Aber auch in die Gastronomie kommen weniger Gäste. Dort rutschten die nominalen Umsätze um 4,1 Prozent (real -6,3 Prozent) in den Keller.
Mit der Unterschriftenaktion will der Verband jeder einzelnen Stimme Gehör verschaffen. Denn die meist mittelständischen Betriebe des Gastgewerbes bekommen nicht die gleiche mediale Aufmerksamkeit wie etwa die Automobilindustrie, die zurzeit staatlich gefördert wird. "Durch die Bündelung unserer Stimmen werden wir erreichen, dass die Branche als Einheit wahrgenommen wird. Der Zeitpunkt ist gekommen, die Benachteiligung des deutschen Gastgewerbes endlich zu beenden", sagt Fischer. 7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer seien das beste Konjunkturprogramm für das Gastgewerbe.
Um sein Ziel zu erreichen, hofft der Verband nun auf eine rege Beteiligung von Hoteliers, Gastronomen, Freunden und Partnern der Branche. Aber auch die Gäste sind aufgefordert, mitzumachen. Denn: "7 Prozent Mehrwertsteuer bedeuten mehr Flexibilität an der Preisfront und Spielräume bei Investitionen sowie bei der Qualifizierung und Entlohnung der Mitarbeiter. Mehr Nachfrage und mehr Beschäftigung sind die Konsequenz. Und davon hätten alle etwas", betont Fischer.
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