Konjunktur
Wege aus der Krise
von Gabriele Tank
BAYREUTH. Wie der weltweiten Wirtschaftskrise trotzen und den Investitionsstau im Gastgewerbe beseitigen? Lösungen dieser Fragen für Hoteliers und Gastronomen bot eine Informationsveranstaltung des Bayerische Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern in Bayreuth.
Notwendiges Fremdkapital dank Darlehen, Risikoentlastung etwa durch Bürgschaften und Beratung sind für Joachim Feldmann, Mitglied des Vorstands der LfA Förderbank Bayern, besonders für das Gastgewerbe geeignete LfA-Instrumente. So unterstützen zinsverbilligte und -günstige Programmkredite und fördert der „Regionalkredit Sonderprogramm Tourismus" Maßnahmen zur qualitativen Verbesserung des touristischen Angebots durch Investitionszuschuss oder Zinsverbilligung.
Bei aktuellen Rentabilitäts- und Liquiditätsproblemen unterstützt ein „Akutkredit". Maximal 1,6 Mio. Euro stellt er für Umstrukturierungsvorhaben gesunder Unternehmen bereit. Sei es für die Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten, als zusätzliche Liquidität zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit oder zur Finanzierung von Investitionen, die für die Umstrukturierung benötigt werden.
Regionale Förderprogramme
Drohen durch Umsatzverluste, Liquiditätslücken, Bonitätsverschlechterungen oder zu wenige bankmäßige Sicherheiten Probleme, kann der „Bayerische Mittelstandsschirm" abfedern. Er sichert die Kreditversorgung über Haftungsfreistellungen und LfA-Bürgschaften. Ein „schlankes" Verfahren sichert schnelle Hilfe innerhalb von normalerweise zwei Wochen bei einer Zusagequote der Bürgschaftsanträge von 81 Prozent. Besonders kleine Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten profitieren. Im Jahr 2009 erhielten 78 Prozent von ihnen und 17 Prozent der mittelgroßen Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten Zusagen des Bayerischen Mittelstandsschirms, der eine halbe Milliarde Firmenkredite ermöglichte.
Auch bayerische regionale Förderprogramme stehen bereit. Thomas Fischer von der Regierung von Oberfranken: „Die ‚Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' (GRW) mit Fördergebieten im Norden und Nordosten Bayerns und ‚Bayerische regionale Förderungsprogramme Handel, Handwerk, Industrie und Fremdenverkehr' (BRF) fördern vorrangig Maßnahmen, die die Qualität des bayerischen Tourismusangebotes verbessern." Dazu gehören Vorhaben zur Modernisierung von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben ebenso wie zur Verbesserung bzw. Erweiterung der Angebotspalette. Allerdings muss zum Beispiel bei der Schaffung zusätzlicher Betten der Bedarf nachgewiesen werden.
Außerdem werden Investitionen für Fahrzeuge und Güter, die außerhalb der Betriebsstätte benutzt werden, nicht gefördert. Die Förderung wird auf Antrag gewährt und kann als Investitions- oder als Zinszuschuss zur Verbilligung eines von der LfA gewährten Darlehens eingesetzt werden, das zur Mitfinanzierung verwendet wird.
Beratungen durch die HOGA
Die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit durch Optimierung des Betriebsergebnisses und Verbesserung der Kapitalausstattung steigern, sieht die HOGA Hotel- und Gaststätten-Beratungsgesellschaft als vorrangige Ziele gastronomischer Betriebe.
Daher bietet sie Beratungen, die gefördert werden aus Mitteln des Freistaates Bayern, des Bundesministeriums für Wirtschaft und des Europäischen Sozialfonds. Dabei können Unternehmer den eigenen Betrieb unter die Lupe nehmen, Vermögens- wie Ertragslage objektiv beurteilen, das interne Kontroll- und Berichtssysteme optimieren, und die komplette Betriebskonzeption durchleuchten. Anschließend können sie daraus einen realistischen Investitionsbedarf ermitteln und detaillierte Planungsrechnungen erstellen.