AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Die Geschäfte sollen wieder laufen: Das Hotel Seegarten in Grünheide Foto: Hotel

Unternehmen

Wie es im Hotel Seegarten nach NPD-Treffen weitergeht

19. Juni 2012
von  

GRÜNHEIDE. Das war dem Direktor des Seehotels Grünheide, , dann wohl doch zu viel des Schlechten. Ausgerechnet die warf sich für ihn in die Bresche und verfasste vor rund drei Wochen ein Pamphlet, das sie allen Bürgern der Gemeinde Grünheide in den Briefkasten steckte. Grundtenor: Es könne so nicht weitergehen, dass die Gemeinde den Hotelier mit drastischen Sanktionen belege, nur, weil der sich als guter erweisen wollte.

Weil er 180 Nazis zu ihrem alljährlichen Neujahrstreffen, das in diesem Jahr in Kampschultes Hotel stattgefunden hatte, empfing, hätte „nach dem Empfang (ein) Spießrutenlauf für den Hotelier und seine Angestellten“ begonnen (ahgz.de berichtete). Die „Gemeindeobrigkeit“ hätte umgehend ein „Hotelpogrom“ verkündet, wodurch den Hotelier jetzt vor dem Ruin stünde. „Wir Nationaldemokraten wünschen dem Hotelier in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten viel Durchhaltevermögen", beenden die ihr Schreiben. Detlef Kampschulte, der seit Monaten versucht, von dem Ruf, er hätte an Neonazis vermietet, freigesprochen zu werden, will nun nicht auch noch in den Dunstkreis geraten, mit den Neonazis gemeinsame Sache zu machen.

Am 11. Juni hat er nun endlich das lange ausgesprochene Angebot von Bürgermeister Arne Christiani angenommen, sich gemeinsam mit der Gemeinde gegen die Nazis zu erklären. Am gleichen Tag gaben der Hotelier und der Bürgermeister eine gemeinsame Erklärung heraus, in der man sich sowohl gegen das Pamphlet der Neonazis deutlich artikuliert, als auch erklärt, dass alle Behauptungen, es hätte durch die Gemeinde Sanktionen gegeben, nicht den Tatsachen entspreche. Gemeinsam wolle man alles tun, um sowohl von der Gemeinde als auch von dem Hotel abzuwenden.

ThemenalarmKommentierenDrucken
Auch interessant

Nach NPD-Treffen droht die Pleite

Rechtsextreme Gäste nicht abgewiesen - mit fatalen Folgen. Der Geschäftsführer des Hotels Seegarten fühlt sich als Täuschungsopfer. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Sophie Counil, Höchst
Sophie Counil, Höchst

19.06.2012 um 16:21

Betreff: Politisch, Unpolitisch, oder Musterdemokrat?

Es stellt sich die Frage aus welcher Motivation bestimmte Parteien "draußen bleiben" sollen... Wo fängt es an und wo hört es auf. Als vorbildliche Demokraten in unserem Staate sollte der Zugang zu Hotels und Gaststätten entweder allen erlaubten und demokratischen Parteien gewährt werden, oder gar keinen. Ich habe noch nie gehört dass es bei einem Besuch der LINKEN in einer Gaststätte schon einmal zu einem solchen Eklat gekommen wäre.

Was ist der nächste Schritt? Sollen z.B. in Baden-Württemberg zukünftig die Gaststätten und Hotels nur noch von Bürgern mit Parteibuch der GRÜNEN aufgesucht werden dürfen?

Der Hotelier hat sich wissentlich oder unwissentlich, nach meinem rechtsstaatlichen Verständnis völlig richtig verhalten! Man könnte in Gemeinden mit überwiegend "roter" Wählerschaft genauso in die Schusslinie geraten wenn man nur die CDU beherbergt oder umgekehrt.

In unserem Hotel & Restaurant haben wir das so gelöst: Parteiveranstaltungen - gleich welcher couleur - werden überhaupt erst nicht angenommen. So gibt es keine Probleme

Anzeige