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Hotellerie

Wien: Euro 2008 bringt nicht mehr Hotelgäste

24. Juni 2008
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WIEN. Europameister im Bettenvermieten - davon sind die Wiener Hoteliers weit entfernt. Während noch im Vorfeld der Fußball-EM Jubelstimmung und hohe Gewinn-Erwartungen vorherrschten, ist man jetzt etwas ernüchterter. Statt Jubel zu verbreiten, sind zahlreiche Hoteliers auf Nachfragen der Wiener Zeitung nur noch um Schadensbegrenzung bemüht.

"Es hat keine gravierend negativen Überraschungen gegeben. Positiv war die sehr kurzfristige Nachfrage nach Zimmern an Spieltagen", sagt Claudia Thaler vom 5-Sterne Hotel Le Meridien. Weniger erwähnenswert ist für die Hoteliers die Auslastung an den spielfreien Tagen. "Viele Betten waren zwischen den Spielen trotz Hochsaison unbelegt. Viele Fußball-Touristen blieben nicht länger als zwei Tage in Wien", fügt Ulrike Lehmann vom Luxus-Hotel Sacher hinzu.

Manche Hoteliers haben zudem auf die Stammgäste oder saisonüblichen Kongress-Touristen zu Gunsten der Fußballgäste verzichtet. Außerdem seien wegen der die klassischen Wien-Touristen ausgeblieben, heißt es in Hotelier-Kreisen. Besonders die zahlungskräftigen Reisegruppen aus China und Japan gingen den Hoteliers im Juni ab.

"Der Grund für die mäßige Bettenauslastung in den Vorrunden-Spielen war die Gruppenauslosung", spekuliert Hannes Lechner, Regionalleiter der drei Wiener Ibis Hotels. Die Fußball-Anhänger aus Polen, der Türkei und Kroatien gelten nicht als typische Hotel-Nächtiger. Es fehle ihnen auch an Kaufkraft.

"Viele Kroaten und Polen sind mit dem Auto- oder Zug angereist und haben in der Nacht die Rückfahrt in die nahe gelegene Heimat angetreten", weiß Lechner. Die türkischen Fans hätten wiederum verstärkt bei österreichischen Verwandten Herberge bezogen, und das natürlich kostenlos.

Trotzdem ist der Großteil mit den Einnahmen der Juni-Nächtigungen zufrieden - nur den "Run" auf die Betten hat es nicht gegeben. "Die heurige Saison entspricht auch der im Vorjahr", lautet der einheitliche Tenor in der Branche.

Erfolgsverwöhnter geben sich die Camping-Platz-Vermieter in Wien. 90 Prozent der Gäste an den Camping-Standorten Wien-Hütteldorf oder Wien-Donaustadt waren Fußball-Fans, vor allem aus Deutschland und Holland. "Trotz Preiserhöhung wegen verstärkter Sicherheitsmaßnahmen waren wir immer noch billiger als das Fancamp am Wiener Messegelände", sagt Sonja Hejc vom Eigentümer Verkehrsbüro.


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