Gastronomie
Wiesbaden: Juan Amador schließt das Tasca
von Barbara Goerlich
FRANKFURT/WIESBADEN. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Juan Amador seinen Wiesbadener Ableger, das Restaurant Tasca Anfang März geschlossen. Der Grund: Das Lokal habe sich trotz Michelin-Stern am Standort Wiesbaden nicht durchsetzen können. Der wirtschaftliche Erfolg sei ausgeblieben.
Die Kurstadt gilt in Branchenkreisen „als schwieriges Pflaster“, sei für auswärtige Gastronomen ohne lokale Hausmacht nicht einfach zu bespielen. Das Tasca-Konzept, Amador-Klassiker zu servieren, die im Langener Stammhaus neuen Gerichten Platz machen mussten, hat nicht funktioniert, räumt der 3-Sterne-Koch im Gespräch mit der AHGZ selbstkritisch ein: „Wir haben uns dort selbst kopiert.“
Dieses Kapitel ist für Amador ebenso beendet wie der kurze Flirt mit einer Restaurant-Dépendance in Moskau im letzten Jahr. „In Russland gelten im Geschäftsleben völlig andere Gesetze“, hat der Schwabe erfahren und sich aus dem Projekt zurückgezogen.
Expandiert wird trotzdem. Stattdessen hat er einen 10-Jahres-Vertrag für fünf Restaurants mit der Rotana-Hotelgruppe abgeschlossen. Rotana mit Sitz in Abu Dhabi betreibt knapp 70 Hotels im Nahen und Mittleren Osten. Das erste Amador geht im Frühsommer 2010 mit der Neueröffnung des Park Rotana Hotels in Abu Dhabi an den Start, weitere Standorte wie die jordanische Hauptstadt Amman und Doha in Qatar folgen.
Zwei weitere Amador-Projekte mit anderen Partnern - in einem Mannheimer Museum und auf Mallorca - werden noch 2009 eröffnet. Ob er damit endgültig in die Geschichte der deutschen Gastronomie eingehen wird?
Und noch etwas macht in Branchenkreisen die Runde: Juan Amador hat mit seinem aktuellen Menüpreis eine Schallmauer durchbrochen. Seit einigen Wochen verlangt – und bekommt – der 3-Sterne-Koch 209 Euro pro Person und Menü, 20 Euro mehr als vorher.
„Der Gegenwert ist da“, versichert der Schwabe mit den spanischen Wurzeln. Das Menü sei jetzt einen Gang länger, zudem habe er die Qualität des Fleisches von Wagyu auf Kobe-Beef erhöht. „Allein dadurch kostet mich das Menü zwölf Euro mehr“, sagt Amador. Er geht davon aus, dass andere hoch dekorierte Kochkollegen demnächst seinem Vorpreschen in Sachen Menüpreis folgen werden.

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