Anzeige

AHGZ - Das Fachportal für Hotellerie und Gastronomie

Anzeige

Sieht seine Zukunft in Abu Dhabi: Juan Amador. Foto: Barbara Goerlich

Gastronomie

Wiesbaden: Juan Amador schließt das Tasca

20. März 2009
von  

FRANKFURT/WIESBADEN. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Juan Amador seinen Wiesbadener Ableger, das Restaurant Tasca Anfang März geschlossen. Der Grund: Das Lokal habe sich trotz Michelin-Stern am Standort Wiesbaden nicht durchsetzen können. Der wirtschaftliche Erfolg sei ausgeblieben.
 
Die Kurstadt gilt in Branchenkreisen „als schwieriges Pflaster“, sei für auswärtige Gastronomen ohne lokale Hausmacht nicht einfach zu bespielen. Das Tasca-Konzept, Amador-Klassiker zu servieren, die im Langener Stammhaus neuen Gerichten Platz machen mussten, hat nicht funktioniert, räumt der 3-Sterne-Koch im Gespräch mit der AHGZ selbstkritisch ein: „Wir haben uns dort selbst kopiert.“
 

Böse Stimmen hatten über die Tasca gar als „Amador für Arme“ gesprochen. Auch sei die geographische Nähe zum „Original“ in Langen nicht optimal gewesen. 2006 hatte Amador die Tasca eröffnet, bereits ein Jahr später wurde sie einem Relaunch unterzogen. Seither kamen die in Langen ausrangierten Klassiker auf den Tisch, wofür der Michelin sogar einen Stern vergab.
 
Dieses Kapitel ist für Amador ebenso beendet wie der kurze Flirt mit einer Restaurant-Dépendance in Moskau im letzten Jahr. „In Russland gelten im Geschäftsleben völlig andere Gesetze“, hat der Schwabe erfahren und sich aus dem Projekt zurückgezogen.
Expandiert wird trotzdem. Stattdessen hat er einen 10-Jahres-Vertrag für fünf Restaurants mit der Rotana-Hotelgruppe abgeschlossen. Rotana mit Sitz in Abu Dhabi betreibt knapp 70 Hotels im Nahen und Mittleren Osten. Das erste Amador geht im Frühsommer 2010 mit der Neueröffnung des Park Rotana Hotels in Abu Dhabi an den Start, weitere Standorte wie die jordanische Hauptstadt Amman und Doha in Qatar folgen.



Zwei weitere Amador-Projekte mit anderen Partnern - in einem Mannheimer Museum und auf Mallorca - werden noch 2009 eröffnet. Ob er damit endgültig in die Geschichte der deutschen Gastronomie eingehen wird?
 
 
Und noch etwas macht in Branchenkreisen die Runde: Juan Amador hat mit seinem aktuellen Menüpreis eine Schallmauer durchbrochen. Seit einigen Wochen verlangt – und bekommt – der 3-Sterne-Koch 209 Euro pro Person und Menü, 20 Euro mehr als vorher.
 
 
„Der Gegenwert ist da“, versichert der Schwabe mit den spanischen Wurzeln. Das Menü sei jetzt einen Gang länger, zudem habe er die Qualität des Fleisches von Wagyu auf Kobe-Beef erhöht. „Allein dadurch kostet mich das Menü zwölf Euro mehr“, sagt Amador. Er geht davon aus, dass andere hoch dekorierte Kochkollegen demnächst seinem Vorpreschen in Sachen Menüpreis folgen werden.
 

Kommentieren Drucken
Auch interessant

Aktuelle Stunde im Bundestag: Merkel senkt Mehrwertsteuer nicht

Nach der CSU verstärkt nun auch die FDP-Fraktion den Druck auf die Regierung. FDP-Tourismusexperte Ernst Burgbacher: "Die Koalition setzt Arbeitsplätze aufs Spiel." mehr...

Weitere Artikel aus News vom 20.03.2009 :

Branchenpolitik: Aktuelle Stunde im Bundestag: Merkel senkt Mehrwertsteuer nicht (20.03.2009)
Branchenpolitik: "Schickt Obama in die Wüste" (20.03.2009)
Hotellerie: Best Western veröffentlicht erstmals einen Sommerkatalog (20.03.2009)
Lieferanten: Sieger fliegen nach Mallorca (20.03.2009)
Messe: ProWein-Start am 29. März (20.03.2009)
Branchenpolitik: Reduzierte Mehrwertsteuer: Stimmen aus Politik und Branche (20.03.2009)

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel