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Das „Mehr“ sind die Gastgeber selbst: Helga und Gernot Schnellmann Foto: Wedler

Niedersachsen

„Ein Designer-Hotel wollten wir nicht“

Helga und Gernot Schnellmann haben ihr Hotel garni dort positioniert, wo der Erfolg Früchte trägt: Ganz dicht am Gast

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006
von Uwe Wedler

GOSLAR-HAHNENKLEE Helga und Gernot Schnellmann haben ihr Hotel „Haus am Hochwald“ seinerzeit ganz bewusst ausgesucht – sie wollten eine „Oase der Ruhe“ und bieten dafür optimale Voraussetzungen: In Goslars höchst gelegenem Stadtteil Hahnenklee gibt es keinen Durchgangsverkehr, und das Hotel liegt zudem noch am Rand des Luftkurortes.

Die Lage aber ist nicht allein der Grund dafür, dass Schnellmanns Hotel garni seit Jahren immer wieder unter den Top 100 der „Beliebtesten Hotels in Deutschland“ auftaucht; zuletzt im vergangenen Jahr. Erstmals platzierte sich das Haus 1997 auf Platz 51 (von über 1300 Hotels). „Und da waren wir schon ziemlich stolz“, sagt das Ehepaar heute. Im Jahr 2003 kletterte das Haus immerhin unter die Top Ten der beliebtesten Hotels (3. Platz), und auch mit dem 6. Platz im vergangenen Jahr sind die Eigentümer durchaus zufrieden.

Entgegen dem Trend zu eher verkürzten Aufenthalten, verzeichneten die Schnellmanns eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung, die ihnen derzeit einen Auslastungsgrad von fast 80 Prozent beschert.

1994 sind der ehemalige Diplomingenieur und die Ex-Bankkauffrau ins Gastgebergeschäft eingestiegen – „ganz bewusst und wohlüberlegt“, wie sie heute sagen. Dafür sind sie sogar aus Bayern ins Niedersächsische „ausgewandert“.

Nach gründlicher Renovierung, die behutsam geschah und mit Verständnis fürs regionale Ambiente („Ein Designer-Hotel wollten wir nicht“), widmen sich die Schnellmanns nur ihrer insgeheimen Leidenschaft: der Gastgeberei. In ihren früheren Jobs waren sie selbst oft genug Gastgeber und Gäste, wissen also, worauf es ankommt, wissen vor allem, was sie früher als Gäste vermisst hatten: „Und das eben versuchen wir hier, möglichst zu vermeiden“. Schnellmanns Gäste werden geradezu extrem individuell angesprochen: Schon lange vor der Anreise werden sie nach persönlichen Wünschen und Vorstellungen befragt. Der Wanderer erhält ausgearbeitete Wanderrouten, dem Kulturtouristen wird das Weltkulturerbe Goslar ans Herz gelegt, jeden Morgen gibt es einen Veranstaltungskalender für den Ort selbst und für die Umgebung, und weil das Hotel als Garni-Betrieb keine eigene Küche vorhält, gibt es detaillierte Empfehlungen für Restaurants im Ort und in der näheren Umgebung.

Für eine eventuelle abendliche Selbstverpflegung hält das „Haus am Hochwald“ das dafür erforderliche Equipment bereit einschließlich kalter und warmer Getränke. „Da haben sich am Abend schon interessante soziale Kontakte unter den Gästen ergeben“ sagen die Schnellmanns.

Die Zeitschrift der IHK Braunschweig bescheinigte dem Betrieb einst etwas geheimnisvoll, er biete „eben jenes Mehr, das den Aufenthalt so angenehm macht“. Und bei der DEHOGA-Klassifizierung überschritt man mühelos bei den „fakultativen Merkmalen“ die erforderliche Punktzahl um die Hälfte, was das Prädikat „Komfort“ brachte. Das „Mehr“ sind offenbar die Gastgeber selbst.

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