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Will Regionen verbinden: Claudius Marx ist seit März Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee Foto: Herr

Baden-Württemberg

„Für Frittenbuden zu schade“

Claudius Marx über neue Ideen für den Tourismus am Bodensee und im Schwarzwald

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/15 vom 15. April 2006

Seit Jahren legt die IHK Hochrhein-Bodensee großen Wert auf die Förderung des Tourismus. Wird der qualitativ hochwertige Tourismus auch unter Ihrer Geschäftsführung weiter gefördert und wie könnte das aussehen?

Marx: Die Region, in der wir leben, ist für den Tagestourismus und die Frittenbude zu schade. Sie ist ihrerseits zu hochwertig, als dass man nicht auch einen qualitativ hochwertigen Tourismus entwickeln und fördern müsste. Wir werden diese Arbeit selbstverständlich unterstützten und zu einem Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit machen. In diesem Zusammenhang liegt uns am Herzen, dass die Regionen Bodensee und Schwarzwald nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern dass wir den Tourismus in den beiden Regionen miteinander verknüpfen. Dass also der Urlauber aus dem Schwarzwald an den Bodensee kommt und umgekehrt.

Überall am See ertönt der Hilfeschrei nach neuen Hotels oder gar in Konstanz nach einem Konzert- und Kongresshaus mit einem Hotel auf der Schweizer Seite am Rande der Stadt Kreuzlingen. Aber keiner will so richtig investieren. Was kann man unternehmen, damit sich die Investoren auch am Bodensee wohl fühlen?

Marx: Konstanz und die Nachbarstadt Kreuzlingen haben im Grunde genommen einen Standortvorteil, nach dem sich die meisten Städte dieser Welt sehnen würden: Ihre Lage am Bodensee und insbesondere der mögliche Standort für ein Konzert- und Kongresshaus sind dermaßen exzellent, dass man sich zunächst einmal wundern muss, dass die Investoren nicht Schlange stehen. Wer auf der Expo-Real, der Messe für Gewerbeimmobilien in München, war, wird bestätigen können, dass wenige Standorte mit einer solchen Lage und mit einem solchen Umfeld aufwarten können. Wenn noch keine Investoren da sind, dann sind das sicherlich auch ein Darstellungs- und ein Kommunikationsproblem. Der erste Schritt, mit dem dieses Problem überwunden werden kann, ist der, dass sich Konstanz und Kreuzlingen nicht mehr als entscheidungsunfähige oder gar zerstrittene Städte präsentieren, sondern gemeinsam und tatendurstig auftreten.

Was können die für den Tourismus Verantwortlichen in der Region tun, damit die Destination Bodensee-Schwarzwald im weltweiten Wettbewerb bestehen kann?

Marx: In einem europa-, ja weltweiten Wettbewerb reicht es nicht, dass einzelne Akteure jeweils einzeln auftreten. Dass also jede Gemeinde ihren Standort separat vermarktet. Um weltweit wahrgenommen zu werden, muss sich die Region als Ganzes präsentieren. Und sie muss sich widerspruchsfrei präsentieren. Das heißt, mit gemeinsamen Aussagen, unter einer gemeinsamen Marke die wesentlichen Vorteile heraus stellen. Die Fragen stellte Gerhard Herr

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