Hessen
„Ich bin noch nicht am Ziel“
Inhaber Thomas Nähler arbeitet weiter an seinem Konzept „Zum steinernen Schweinchen“
von Silke Liebig-Braunholz
KASSEL. Veränderungen sind die Triebfeder des renommierten Hauses „Zum steinernen Schweinchen“. Zum wiederholten Mal wurde es unter die 220 besten Restaurants Deutschlands gewählt. Der Gault Millau vergab 15 Punkte, der Aral Schlemmer Atlas drei Bestecke und der Feinschmecker die Bewertung FFF für das Gourmetrestaurant sowie F für das Restaurant Santé.
Mit der Neugestaltung des seit zwölf Jahren etablierten mediterranen Restaurants Santé will Inhaber Thomas Nähler neue Zielgruppen ansprechen und den Gästen die Scheu nehmen. „Wir sind mit drei Restaurants im Haus breit aufgestellt. Aber die Gäste nehmen natürlich zuerst das Gourmetrestaurant ,Bei Jürgen Richter’ wahr und dann unser ,Kleines Schweinchen’, die gute alte Hausbrauerei, in der es zünftig und typisch nordhessisch zugeht“, erläutert Nähler.
Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass das mediterrane Restaurant in den letzten Jahren unter der starken Positionierung des rustikalen Restaurants neben dem Gourmetbereich gelitten hat und er sich für das Santé etwas einfallen lassen musste. Hinzu kam die Konkurrenz in Kassels Innenstadt, von der Nähler weit entfernt ist.
Außerdem spielte die bevorstehende Weltkunstausstellung documenta, zu der wieder viele internationale Gäste erwartet werden, eine Rolle. Den Besuchern will Thomas Nähler eine weltoffene Atmosphäre bieten. „Ich wünsche mir, dass meine Gäste in lockerer, aber stilvoller Atmosphäre genießen können. Das muss nicht immer ein 3-Gänge-Menü, sondern kann auch mal nur ein Glas Wein sein“, betont er. Ein neuer Restaurantleiter wurde engagiert, ein neues Lichtkonzept umgesetzt und der Stil im „Santé“ aufgelockert. Kleine Tischeinheiten und schlichte Tischdekorationen sowie große Aquarellbilder an den Wänden verbreiten eine lässige bis mondäne Atmosphäre, unterstützt durch die LiveLounge mit Pianomusik.
Außerdem hat Nähler seine Weinkarte überarbeitet, die im Feinschmecker-Guide bereits als bemerkenswert bezeichnet wurde. Vielleicht gerade wegen ihrer überaus eigenwilligen Gewächse und zahlreichen Geheimtipps. Mit mehr als 500 verschiedenen Weinen, die überwiegend aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich stammen, ist die Zielvorstellung des ambitionierten Gastronomen klar: „Wir wollen unseren Gästen das Thema Genuss näher bringen. Entgegen dem Trend sollen in meinem Haus die eigenen Sinne und der eigene Geschmack wieder belebt werden“, sagt Thomas Nähler. Dabei verweist er gern auf sein primäres Ziel, mit Küchenchef Jürgen Richter einen Stern zu erarbeiten. „Wir sind beide Perfektionisten und besessen. Deshalb werden wir den Traum auch nicht aufgeben.“ Silke Liebig-Braunholz
www.steinernes-schweinchen.de

