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Auf die Wanderer warteten heimische Produkte und Kräuter. Foto: Meid

Baden-Württemberg

30-Kilometer-Menü weckte die Neugier

Schmeck-den-Süden-Wirte setzten beim Genießertag 2005 auf Erzeugernähe / Regionale Gastronomie beteiligte sich rege

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/30 vom 30. Juli 2005

BAD URACH „Was ist ein 30-Kilometer-Menü?“ Das fragten die meisten Gäste neugierig, die den 23. Juni zum Genießertag machten. Mit einer 30 Kilometer langen Speisekarte hatte die Idee der Schmeck-den-Süden-Gastronomen allerdings nichts zu tun, sondern vielmehr mit der Nähe zwischen Erzeuger und Verbraucher. Mehr als 30 Hotels und Restaurants hatten sich mit einer Vielzahl von Partnerbetrieben daran beteiligt und ausgesprochen gute Resonanz erhalten.

Die Nähe zwischen Acker und Küche ist ein Gewinn für Frische und Geschmack. Das wissen die Gäste, die sich auf die Marke Schmeck-den-Süden einlassen schon längst. Sie schätzen das Hällische Landschwein, das Lamm von der Alb, die frischen Kräuter aus dem hauseigenen Garten und die aromatischen Obstsorten von der heimatlichen Streuobstwiese. Beim Genuss der Speisen jedoch ist manchem Feinschmecker die nahe Herkunft nicht immer bewusst. Der Genießertag machte es möglich, dass sich Familien, Freizeitclubs und Gaumenverwöhnte aus ganz Baden-Württemberg mit Rädern, per Bahn, zu Fuß oder auch mit dem Oldtimer auf die Spuren des 30-Kilometer-Menüs machten. Jeder Gastronom bot neben seinen regionalen Spezialitäten auch Sonderaktionen an. Kräuterfrauen gaben den Gästen Hinweise auf die Geschmacksvielfalt der einzelnen Kräuter. Schäfer waren nicht nur attraktiver Blickfang sondern erklärten den Sinn der regionalen Bezugs, Landwirte berichteten über ihren Beruf. Die Gäste konnten sich von der Qualität der heimischen Destillate überzeugen und mancher Gemüsebauer stand für Fragen auf dem Feld im Nachbardorf zur Verfügung. Ideengeber Hans-Ulrich Kauderer vom Lamm in Scharnhausen sieht darin die Chance, dauerhaft Synergieeffekte mit den Erzeugern zu erzielen, denn die Kundschaft des Direktvermarkters ist nicht immer auch seine und umgekehrt. Er beabsichtigt, das 30-Kilometer-Menü langfristig auf die Karte aufzunehmen, denn „eine Menüempfehlung mit den entsprechenden Getränken verleitet den Gast dazu, bewusster zu genießen“. Bei Gerd Baier im Historischen Hotel Gasthof Ochsen in Tamm bei Ludwigsburg boomte das Geschäft am Genießerwochenende: „Die Schmeck-den-Süden-Philosophie bedeutet für uns zwar Mehraufwand in jeder Hinsicht, aber wir führen damit nicht nur die Gäste sondern auch unsere Kochkunst wieder zurück zum Regionalbewusstsein.“ Vor allem schätzt er die kurzen Transportwege der Frische wegen. Im ständigen Dialog mit dem Erzeuger sieht er eine Chance sogar auf die Produktion Einfluss zu nehmen. Größtenteils überrascht waren die Gäste, die sich noch nicht so intensiv mit dem Label „Schmeck den Süden“ befasst hatten. Projektleiter Frank Rüschenbaum sieht den Erfolg des diesjährigen Genießertags unter zwei Aspekten: Einerseits freut er sich über die wachsende regionale Esskultur, andererseits sieht er solche Aktionen als Marketinginstrument für die Gastronomen, die diese Philosophie konsequent leben möchten.

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