Baden-Württemberg
„Mundartweg“ auf dem Höchsten eröffnet
Initiator der sowohl mundartlichen als auch touristischen Neuheit ist Gastronom Hans-Peter Kleemann
DEGGENHAUSERTAL (sar). „Ma sodd ed glauba, was in oin naigood, wenn’s nix koschd“. Über diese und noch viele andere original schwäbisch-alemannische Redewendungen kann sich der interessierte Besucher ab jetzt informieren – oder schmunzeln, je nachdem. Auf dem Höchsten im Bodenseehinterland nämlich wurde jetzt der erste Mundartweg Deutschlands eröffnet. Initiator dieser sowohl mundartlichen als auch touristischen Neuheit ist Gastronom Hans-Peter Kleemann vom Berggasthof-Hotel Höchsten. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ist die Einrichtung des Mundartwegs auch eine außergewöhnliche gastronomische Einzelaktion.
Gleich hinter dem Berggasthof beginnt der Rundweg. Von dort aus führt er über einen Kilometer an zehn Stationen mit schmiedeeisernen Schautafeln vorbei, an denen sich Gäste, Touristen und Einheimische über die schäbisch-alemannische Sprache und Kultur informieren können. Dabei spielt auch die Gastronomie eine Rolle: „Meine Absicht war, unser Kulturgut zu sichern, und dazu gehört auch die Küche“, sagt Hans-Peter Kleemann. Eine ganze Tafel ist ausschließlich dem Thema „Essen und Trinken“ gewidmet. Natürlich gab es für den Höchsten-Wirt neben den kulturellen auch wirtschaftliche Gründe, das Projekt Mundartweg auf die Beine zu stellen. So ist der Weg „ein zusätzlicher touristischer Erlebnisfaktor“, von dem sich Kleemann „zusätzliche Impulse für das im Vorjahr rückläufige Busgeschäft“ verspricht. Die Finanzierung der Aktion bestritt er über Eigenmittel und mit Hilfe von Sponsoren. Letztere übrigens wurden, sofern sie dies wollten, vom ausführenden Künstler Peter Klink als schmiedeeiserne Stützen der Infotafeln verewigt. Bei der jetzt stattgefundenen Eröffnung des Mundartwegs war auch Ministerpräsident Erwin Teufel mit von der Partie. Gemeinsam mit Hans-Peter Kleemann, dem Mundart-Dichter Manfred Hepperle und Wilhelm König vom Mundart-Archiv Bad Schussenried durchschnitt er das gelbe Band. Der Ministerpräsident, der gerade seinen Urlaub im nahen Überlingen verbrachte, dankte Hans-Peter Kleemann für „diese originelle und liebenswerte Idee“ und wünschte ihm „dass recht viele Mundartweg-Besucher einkehren“.
Die hochdeutsche Übersetzung zu eingangs zitierter Redewendung übrigens lautet: „Man sollte es nicht glauben, was man essen kann, wenn es nichts kostet.“
