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Rheinland-Pfalz

60 Prozent Mehrumsatz mit Großbildschirm

Ideenreichtum abseits der WM-Stadt Kaiserslautern / Gastronomie muss flexibel sein

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/26 vom 1. Juli 2006
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HASSLOCH/KIRCHHEIM-BOLANDEN Der Einfallsreichtum der Gastronomen, Vereine und Institutionen kennt auch abseits der WM-Stadt Kaiserslautern keine Grenzen. Kaum ein Hotel, Restaurant oder Kneipe, die sich nicht für die WM gerüstet hat – abgesehen von jenen, sie sich bewusst als fußballfreie Zone verstehen. Und sogar im Hasslocher Holiday Park wurden alle WM-Partien, die vor 17 Uhr beginnen in „Hollys Fußballstudio“ auf Großbildleinwand übertragen.

„Da der Park während der WM nicht länger als bis 18 Uhr geöffnet ist, haben wir die Öffnungszeiten von Hollys Fußballstudio kurzerhand bis 19 Uhr in die Verlängerung geschickt“, erklärt Niels-Christian Pagels, Organisationsleiter des Freizeitparks. Damit die WM-Stimmung bei den Live-Übertragungen auf die Besucher überspringt, gibt es wie in den offiziellen WM-Stadien bequeme Sitzplätze mit passender Gastronomie.

An alle, die sich nur mal eben über die aktuellen Spielstände informieren möchten, wird ein spezieller Ergebnis-Service geboten. In zahlreichen Hotels, wie dem Kurpfalzhotel und dem Mercure Novotel in Bad Dürkheim sind Großbildschirme installiert. Viele Hotels in der Pfalz, wie die Krone in Hayna, der Deidesheimer Hof in Deidesheim oder das Strandhotel Darstein in Altrip, haben ebenso diverse Möglichkeiten zur Übertragung der Spiele auf Großbildschirm oder Leinwand eingerichtet.

Die Sympathien vor dem Großbildschirm auf dem alten Marktplatz in der 6000-Einwohner-Stadt Westerburg im Norden von Rheinland-Pfalz gehörten beim Spiel Tschechien – USA den Spielern der tschechischen Nationalmannschaft. Sie hatte im Lindner Hotel in Westerburg ihr WM-Quartier aufgeschlagen. Die Verpflegung auf dem Marktplatz im Public-Viewing-Bereich wird von der Gemeinde zusammen mit Gastronomen und dem Verein „Jugend für Christus“ organisiert.

Selbst die Kirche bewirtet Gäste –

mit Hilfe der Gastronomen

Auch der Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Maxdorf (Nordpfalz), Stefan Fröhlich, hat ein Faible für das runde Leder. Der 39-Jährige, selbst als Mittelstürmer beim Team der „Pälzer Parre“ aktiv, will beweisen, dass Kirche und Fußball viel gemeinsam haben. Im Gemeindehaus kann man auf Großbildleinwand bei Bratwurst, Saumagen oder Steaks die Spiele verfolgen.

Fußballfans und Sonnenanbeter treffen sich an Badeweihern oder Baggerseen und verfolgen an Beachbars – in der Regel gastronomisch professionell versorgt – bis Mitternacht bei Weizenbier oder Pfälzer Wein die WM-Spiele. In Kirchheim-Bolanden, im Donnersbergkreis, hat Emil Schmidt im Innenhof seiner Weinschänke ebenfalls eine Großbildleinwand für die Zeit der WM installiert. „Sie wurde von den Einwohnern bisher hervorragend angenommen“, freut sich Schmidt, „ohne sie hätte ich zwei Drittel weniger Umsatz in der ersten Woche eingefahren“. Die spannende Begegnung zwischen Deutschland und Polen wurde auch auf dem Spargelhof Fischer im südpfälzischen Hördt „grenzüberschreitend“ und mit Spannung verfolgt. Vor der Leinwand fieberten Pfälzer und polnische Erntehelfer mit ihren Mannschaften.

Die Lizenzen für die Übertragungen mussten übrigens von Günter Netzers Sportrechte-Agentur „Infront“ erworben werden. Bei jenen Veranstaltungen, bei denen kein Eintritt verlangt und zudem keine Sponsoren beteiligt sind, gibt’s die Rechte umsonst.

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