Interview: Klaus Pittack, Vorsitzender DEHOGA-Kreisverband Schaumburg
„Runter geht’s schneller als rauf“
Herr Pittack, laut DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick...-Präsident Ernst Fischer erreicht der Aufschwung 2012 die Gastronomie – hat Fischer Recht?
Pittack: Wenn es in den großen Städten brummt, heißt das noch lange nicht, dass das in einer ländlich geprägten Gegend wie Schaumburg auch so sein muss! Gerade nach einer wirtschaftlich schwierigen Phase erleben wir immer wieder, dass es zwar sehr schnell runter geht, rauf dagegen nur langsam.
Warum ist das so?
Pittack: Auf dem Land geht es eben etwas behäbiger zu als in der Stadt. Das gilt für die Gäste- ebenso wie für die Gastgeberseite. Da steht man Neuem immer erst einmal etwas skeptisch gegen oder lehnt es ganz ab – weswegen eben mehr Zeit als in Berlin, Hamburg oder München vergeht, ehe gastronomische Trends umgesetzt werden, die die Gäste anlocken.
Das klingt ja nicht so gut.
Pittack: Ich will nur verdeutlichen, dass auf dem Land andere Regeln als in der Stadt gelten. Was nichts daran ändert, dass der Aufschwung, von dem Herr Fischer gesprochen hat, auch uns erreicht. Zwar hat der Wintereinbruch im Februar die Kollegen zurückgeworfen, doch seit Ostern läuft es gut. Und wenn sich jetzt die Sonne jetzt möglichst häufig zeigt, blicke ich optimistisch in die nächsten Monate.
Was mögen Sie noch an Gastronomie auf dem Land?
Pittack: Es klingt vielleicht klischeehaft, aber wir leben hier in einer ziemlich heilen Welt. Selbst die Schlägerei auf dem Schützenfest, die zu meiner Jugendzeit noch obligatorisch war, gibt es heutzutage nicht mehr. Und auch in unseren Gaststätten und Kneipen geht es friedlich zu, handfester Ärger mit einem Gast kommt kaum mehr vor.
Und wie sieht es mit der Fußballbegeisterung aus? Heute beginnt die Europameisterschaft?
Pittack: Für mich und viele andere Kollegen spielt das aus geschäftlicher Sicht leider keine große Rolle. In Bad Nenndorf ist etwa eher älteres Publikum anzutreffen, denen ist der eigene Fernseher lieber als das Gemeinschaftserlebnis. Zwei Kollegen hier werden aber Public Viewings veranstalten – und somit sicher von der EM profitieren.
Welche Möglichkeiten gibt es noch, den Aufschwung ins eigene Haus zu holen?
Pittack:Ich empfehle den Blick zu ausländischen Mitbewerbern. In Sachen Fachwissen kann vielleicht nicht jeder mit jedem in Deutschland ausgebildeten Kollegen mithalten. Trotzdem schaffen sie es, mit enormer Freundlichkeit, WerbungTeilbereich des Kommunikationsmixes. Mediawerbung.
weiter mit Mausklick... und Aktionen zu bestehen. Hinzu kommt die Großzügigkeit, beim Griechen gibt es immer einen Ouzo extra. Natürlich spielen bei diesem Erfolg häufig auch kleine Preise eine Rolle, doch von der Freundlichkeit kann sich jeder eine Scheibe abschneiden. Mich eingeschlossen, denn als typischer Norddeutscher muss ich mich an manchen Tagen bis 11 Uhr zu jedem Lächeln zwingen!
Die Fragen stellte Alexander Schmolke

