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Bayern

Alarmierende Zahlen

BHG drängt auf Verbesserungen in Oberstdorf / Bürgermeister: Tourismus wird jetzt Chefsache

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/15 vom 14. April 2007
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OBERSTDORF. Das Angebot Oberstdorfs an seine Gäste habe sich in jüngster Zeit zwar erkennbar verbessert, durch die Modernisierung und Umwandlung des alten Kurhauses zum „Oberstdorf Haus“, die Eröffnung des neuen Gästezentrums „Alpenrose“ sowie die Inbetriebnahme der Fellhornbahn II. „Aber dennoch hat sich die touristische Gesamtsituation alarmierend verschlechtert“, bedauerte Vorsitzende Claudia Tauscher-Kögel anlässlich der Jahresversammlung des Oberstdorfer BHG-Ortsvereins den dramatischen Rückgang der Gästezahlen (2006 ein Minus von 5,6 Prozent, 6,1 Prozent im Januar 2007, im Februar 8,8 und im März 2007 alarmierende rund 20 Prozent).

Schlechte Kommunikation

Mit Blick auf die bevorstehende Neubesetzung der seit dem Ausscheiden von Urs Kamber verwaisten Chefposition bei der Kurverwaltung und die Bürgermeisterwahl 2008, wurden die fälligen Neuwahlen unter einmütiger Zustimmung um ein Jahr verschoben. Stattdessen nutzte Tauscher-Kögel die Anwesenheit von Oberstdorfs Bürgermeister Thomas Müller zu einer detaillierten Kritik des augenblicklichen touristischen Managements, das sich an den alarmierenden Rückgängen der Gästezahlen offenbare.

Dass es den Verantwortlichen nicht gelungen sei, die durchgehend guten Schneeverhältnisse in den höheren Lagen, wie im Familien-Skigebiet Söllereck und in den Hochlagen von Fellhorn und Nebelhorn, erfolgreich zu publizieren, bezeichnete sie als eine gravierende Ursache für die Gästezahlen-Defizite, Dass aber die Rückgänge bei den führenden Hotels und zertifizierten BHG-Betrieben deutlich geringer ausgefallen seien, spreche dafür, dass noch ein akuter Handlungsbedarf in Richtung Qualitätsverbesserung bestehe.

Zwar seien 51 Prozent der Oberstdorfer BHG-Mitgliedsbetriebe bereits qualifiziert, aber Ziel sei es, diese Zahl jedes Jahr um 10 Prozent zu steigern. In seiner Stellungsnahme bestätigte Bürgermeister Thomas Müller diese Meinung und erklärte „das Ziehen des schweren Tourismuskarrens“ zur „Chefsache“. Er meine, dass Oberstdorf Auf die Besorgnis erregenden Zahlen müsse Oberstdorf mit einer neue Qualitätsoffensive und besseren Marketing-Strategien reagieren müsse. Dass durch die jüngsten sportlichen Großveranstaltungen der Bekanntheitsgrad Oberstdorfs erheblich gestiegen sei, reiche offenbar alleine nicht aus, um auch entsprechend mehr Gäste anzuziehen. „Wir haben ein Loch, das möglichst schnell aufgefüllt werden muss“, stellte das Gemeindeoberhaupt fest.

Kritik am Gemeinderat

Als Tourismusreferent im Oberstdorfer Gemeinderat unterstützte der Hotelier Jakob Reisigl diese Meinung und forderte zugleich eine künftig verstärkte politische Unterstützung der entsprechenden Maßnahmen durch das Kommunalparlament. Dieses habe nämlich in seiner derzeitigen Zusammensetzung bei seinen Entscheidungen die touristischen Belange zu wenig berücksichtigt. Das beweise die jetzt eingetretene Situation, so Reisigl. Arno Pürschel

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