Bayern
Allgäuer Hof wird abgerissen
BAD WÖRISHOFEN. „Drei auf einen Streich“ heißt es derzeit im Kneippheilbad Wörishofen. Hier werden die traditionsreichen Gastbetriebe Ulrichsheim, Allgäuer Hof und Kurhotel Alpenblick nahezu gleichzeitig dem Erdboden gleich gemacht. Bagger und Schuttcontainer sind bereits vor Ort und in wenigen Tagen wird von den mehr als 100 Jahre alten Häusern nichts mehr zu sehen sein.
Die drei Häuser waren in der jüngsten Vergangenheit vom Verband der Kriegsdienstgeschädigten (VdK) aufgekauft und teilweise auch betrieben worden. Der Abriss soll auf den betreffenden Grundstücken Platz für einen modernen Hotelneubau schaffen, mit dem der VdK neue Gäste in das Kneippheilbad Wörishofen locken möchte.
Für kulturell Interessierte ist der Abbruch des Allgäuer Hofs mit Hotel und urigem bayerischen Wirtshaus, besonders bedauerlich. Er war jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu betreiben. Immerhin wurde dem Betrieb mit einer Erwähnung als „Pension Müller“ in dem Roman „In einer deutschen Pension“ der neuseeländischen Autorin Kathrine Mansfield ein bleibendes Denkmal gesetzt. Die bekannte Schriftstellerin lebte Anfang des 20. Jahrhunderts für einige Wochen in der Wörishofer Pension Müller – dem späteren Allgäuer Hof. Was sie in dem Kurort erlebte, beschrieb sie in ihrem Roman, der in viele Sprachen übersetzt wurde. hjb
