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Ehrgeizige Pläne: Heiko Stutzinger in der Lounge seines „River Cafés“Foto: Marx

Nordrhein-Westfalen

Allrounder als Vorreiter

Aufschwung an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade / Unternehmensberater startet mit TV-Koch Mathias Ruta neues Objekt

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/23 vom 10. Juni 2006
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DÜSSELDORF „Bei Regen ist es hier noch schöner“, schmunzelt Heiko Stutzinger und schaut von seinem „River Café“ auf die regennasse Rheinuferpromenade. Sie ist Filetstück und Düsseldorfs Wunschprojekt Nummer Eins gleichermaßen – für Kommunalpolitiker, Stadtentwickler und Gastronomen. Dank eines Tunnelbaus reicht die Altstadt nun bis an den Rhein heran. Nur die Wirte in dem Block zwischen Schlossturm und altem Hafen tun sich seit Jahren schwer: Im Sommer boomt die Promenade, während im Winter nichts los ist.

Die Fluktuation war bisher ausgesprochen hoch am Rathausufer. Promenadenflaneure, die ihr Bier in Dosen mitbringen, schreckten Wirte und Gäste ab. Sogar das „G@rden-Café“ der Lindner-Gruppe strich im vorigen Jahr die Segel. Verwaist sind auch das „Café Oz“ und das „Uferlos“. Mit dem River Café könnte es anders werden.

In dem auf drei Ebenen verteilten Objekt, das jetzt „River Café“ heißt, haben sich bereits ein halbes Dutzend Vorpächter versucht. Als „Mandalai“ lief es zuletzt zwar bestens, dafür gab es aber Ärger mit den Mietern wegen der lauten Musik – was letztlich das Aus für den Pächter bedeutete.

„Die Promenade braucht ein anderes Image. Sie muss abends und im Winter belebt werden, soll zu einer neuen, ganzjährigen Ausgehmeile werden“, erklärt Heiko Stutzinger, seit drei Jahren erfolgreicher Unternehmensberater für Gastronomen.

Mit seinem River Café könnte die Etablierung einer neuen Gastro-Generation beginnen. Im G@rden-Cafe wird ein erfolgreicher Medienhafengastronom den Nachtclub „Nero“ eröffnen. Abed Mansour will außer dem „Marcel‘s“ direkt neben dem „River Café“ demnächst noch das „Uferlos“ betreiben.

Hochgesteckt sind die Ziele Stutzingers als frisch gebackener Gastronomieunternehmer mit seinem designlastigen Lokal: „Das River Café soll mein Referenz-Objekt werden. In meinem ersten Gastro-Betrieb will ich vieles testen – in Bezug auf Service und Systeme.“ 350.000 Euro sind in das Objekt geflossen. „Kein Szeneladen, sondern ein bodenständiges Ganztagslokal als Mix aus Bar, Lounge, Club und Restaurant mit aufmerksamem Service und sehr guter Küche“, umreißt Stutzinger sein Konzeot, das er mit 15 Mitarbeitern umsetzen will.

Für die Küche holte er sich den TV-Koch und Kochschuleninhaber Mathias Ruta (Vox-Kochduell) ins Boot. Er zeichnet verantwortlich für die euro-asiatische Cross-Over-Küche mit rheinischem Einschlag. Konkretes Beispiel: Dim Sum und Rheinischer Sauerbraten in Fingerfood-Form. Rutas Ideen werden in der offenen Küche von zwei Chefs umgesetzt. Christian Först, der bei 3-Sterne-Koch Dieter Müller arbeitete, und Hedi Ben Maouia, der Erfahrungen aus internationalen Sterne-Restaurants mitbringt. Auch hinter der Bar stehen Ex-Mitarbeiter aus Düsseldorfs Top-Bars.

„Mit Radeberger als Partner decken wir die gesamte Bier-Bandbreite von Schlösser Alt über Schöfferhofer Weizen bis hin zu Sion Kölsch ab. Kölsch ist in Düsseldorf ja Trend“, berichtet Stutzinger. Der Düsseldorfer Weinhändler Rot-Weiss, Darboven-Kaffee und Eilles-Tee sind weitere Partner. „Wir wollen mit dem River Café den Spagat zwischen dem schlichten Promenaden-Angebot in den Kasematten und erstklassiger Küche mit Pfiff hinbekommen.“

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